Donnerstag, Mai 06, 2010

Visuelle Identifikationsneurosen

Frage in den virtuellen Raum hinein: Befindet sich außer mir sonst noch jemand in permanenter Ungewissheit, wie man eigentlich wirklich aussieht?

Eine basale Ahnung habe ich gewiss, aber sicher bin ich mir nie. Das mag an meiner eminenten Myopie (im Volksmund: Schaasäugigkeit) liegen, vielleicht auch an meiner mangelnden Objektpermanenz. Denn so wie Goldfische nach einer Aquariumsumrundung schon wieder eine völlig neue Umgebung vorfinden, kann man mir auch jeden Witz siebenmal verzählen.

Besonders in Verdacht bezüglich meiner autoperzeptiven Unschärfe habe ich aber die verschiedenartigen Launen von Fotografen.

So schaue ich etwa in den Augen des Wenter Jürgens aus:


Und so in denen vom Weihbold Boidi:



In meiner inneren Eigenrepräsentanz stelle ich mich ungefähr folgendermaßen dar:

Wie auch immer. Eigentlich eine nicht ganz unbelanglose Fragestellung. Ich bin aber auf Urlaub und da kann ich mich nicht zu inhaltsschwereren Ausführungen zwingen. Apropos: Ich bin dann mal weg!

Mittwoch, Mai 05, 2010

Das Ende der Welt ist nah. So kann es echt nicht weitergehen.


Freizügige Sexualität auch außerhalb der Kirche, Schließung der ÖBB-First-Class-Lounge für Kurzstreckenfahrer, immer mehr graue oder weniger Haare auf den Köpfen der Lesebühnenmitglieder - lauter Anzeichen für die drohende Apokalypse. Da stecken auch literarisch Feuer und Gefahr drin. Sollte tatsächlich die Welt abbankeln, kommet am 20. Mai um 20 Uhr noch ein letztes Mal in den Wintergarten des Grandhotel zum Rothen Krebsen und lauschet unseren derben Scherzen.

Für euch galoppieren wie gewohnt die vier eukalyptischen Reiter:
Klaus Buttinger (in einer telepathischen Fernschaltung aus Nordostpolen)
Minkasia Ganofsky
René Monet
Anna Weidenholzer

Die rettende Kavallerie macht uns diesesmal der Lokalheld des gerappten Wortes Christopher aka Selbstlaut.

Freut euch auf die Tombola des Grauens! Da die Welt ohnehin bald untergehen wird, verkaufen wir unser prächtigstes Glumpert.

linzerworte.blogspot.com

Dienstag, Mai 04, 2010

Dumm kickt gut: Zum dritten Dr. Josef Goldberger-Gedenkturnier

Der immer noch lebende Adressat des Gedenkturniers mit "Ich rocke!" Santa Cruz

Der Titel ist natürlich wiedereinmal nur aus lauter Quotengeilheit geschehen. Zumal die Top-Scorerin Antifa "Knipsermutti" Anita eine der gescheitesten und vor allem bestgekleideten Damen am Platz war.
Aber wovon ist verflixtnochmal die Rede, werden sich jene fragen, die am 1. Mai lieber feierlich nichts arbeiteten, als in Schönering Fußball zu spielen. Es geht um das zur schönen Tradition gewordene Jubiläumsgedenkturnier für den namhaften Betroffenheitspfleger und Kopfballrambo Dr. Josef Goldberger. Motto: "Mehr Fußballturniere während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens!"


Der Spieleinsatz war freilich nicht unbedingt als Gegenmodell zur Feiertagsfaulheit zu sehen. Davon kündet die eher statische Bildausbeute. Aber wozu laufen, wenn das Ehepaar Goldberger auf beiden Seiten die Frucht ins Netz schlenzt?


Zudem kam es zu einem brutalen Foul im RAD-Stadium Schönering: Der Fußballschuh eines Kleinkinds trifft Libera Ulla K. an der Augenbraue. Beim Kühlen der leichten Schwellung passiert dann das Unfassbare: Teile des Makeups bleiben an der Weihenstephaner-Flasche kleben! Ob die rüstige Ausputzerin ihre Karriere fortsetzen kann, ist noch ungewiss.
Der Schock steht den Mitspielern ins Gesicht geschrieben:


Freitag, April 30, 2010

Postskriptum ist fünf - und mitten in der Trotzphase


Ladies N' Genulmen,

hier das Gedicht, das ich gestern Postskriptum, dem Verein meines Vertrauens, spontan und unbürokratisch zueignete:
Kaum zu glauben, aber wahr,
Postskriptum ist heut schon fünf Jahr'!
Prompt und zurecht wurde ich für diesen und andere Sprechakte von der unbestechlichen Publikumsjury auf den wenig dankbaren letzten Platz gereiht. Sie hat mein Kunstwollen verstanden!


Auch könnte es am "kecken Lesbenlook" (MJ Kräftner) gelegen haben.



Moderiert wurde der Spaß vom dynamischen Duo Bauer und Kräftner, das sich nach ersten gewaltverherrlichenden Entgleisungen ("Wir haben bei der Bewertung jetzt die Scharia eingeführt"), eloquent und mit profunder Albernheit in die Herzen der Anwesenden schlich. Gewonnen hat - als Prophet im eigenen Land! - der Sevi.
Das und noch viel mehr könnt ihr hier einsehen: www.postskriptum.at. Aber weil das hier MEIN Weblog ist, brauch' ich in meiner grenzenlosen Eitelkeit nur Fotos (merci Jürgen Wenter und Christopher) von mir drauf veröffentlichen.

Montag, April 26, 2010

Null Walbeteiligung

Trendspechtler hätten es hier erfahren können: Die maue Wahlbeteiligung hatte sich an meiner Umfrage (rechts unten bitte) "Wer wird Bundespräsident?" schon vor Wahlschluss überdeutlich abgezeichnet. Null abgegebene Stimmen. Ob's daran liegt, dass meine Leserschaft normalerweise schwarz, gestern also weiß wählt? Und wenn das so ist, was habe ich falsch gemacht?

Apropos: Dank investigativer Recherchen konnte ich herausfinden, dass mindestens 5 Prozent der WählerInnen Gehring nur deswegen gewählt haben, weil sie immer "Göring" verstanden hatten. Arg!

Donnerstag, April 22, 2010

Rudolf Gehring löst auf dem Taubenmarkt ein Wunder aus



Liebe Brüdern und Schwestern in Christo,

soeben erschien mir der Herr
Rudolf Gehring, leider Sichernicht-Bundespräsident von Österreich, auf dem Linzer Taubenmarkt. Er sprach dort mit solcher Inbrunst zum Volk, dass ich ein Pfingsterlebnis hatte und plötzlich seine fremde Sprache zu verstehen meinte: "Ich hoffe, wir treffen uns nächstes Jahr Bundespräsident hier in Linz."
Das Volk erkannte die Zeichen und Wunder:

Dem anwesenden ORF-Kameramann raunte ich im Vorbeigehen zu, dass ich gleich eine Marienerscheinung bekäme. Als ich mich kurz darauf umdrehte, ertappte ich ihn, wie er die Kamera erwartungsvoll auf mich richtete. Ich wagte meine Prophezeiung dann doch nicht auszuleben, denn ich werde auf mein Erbteil später noch angewiesen sein.

Montag, April 19, 2010

Krumau: Falsche Gefühle, religiöse Medleys und sexy Modetrends

So begab es sich, dass ich mit meinen Stammtischbrüdern und -schwestern am Samstag nach Krumau reisen musste, denn zuhause in Linz können wir uns einen Damen- und Herrenspitz immer schwerer leisten.
Mir soll das nur recht sein, zumal ein Ausflug in meine genetische Heimat in mir stets starke Gefühle auslöst. Auch wenn's die falschen sind:


Eine besondere Attraktion in der verkitschten Weltkulturerbestadt ist das reichhaltige historische Erbe aus längst vergangenen Zeiten, als das böhmische Königsgeschlecht noch vital war:

Heute glänzt Tschechien mit einer spirituellen Liberalität, dass es nur so brummt (Aufnahme aus dem Krumauer Domtabernakel):


Faszinierend auch die tschechische Fauna. In der geschützten Atmosphäre des Todesstreifens konnte sich entlang des Eisernen Vorhangs dank zahlreicher atomarer Mutationen eine prachtvolle Artenvielfalt entwickeln.


Die tschechischen Damen sind für ihr ebenso keckes wie stilsicheres modisches Auftreten bekannt:



Eigentlich viel zu schade, nur wegen der Tscherei hierher zu kommen, aber bitte.

Samstag, April 17, 2010

Wir ließen dort Rock sein


Liebe Rock- und Blogstars,

wo gibt's denn heute in unserer hypermedialen Informationsgesellschaft sowas noch, dass nach einem kleinen Großereignis nachher keine verwertbaren Büdln herzuzeigen sind? Leider genau hier. Aber der echte Rock N' Roll findet ohnehin im Kopf statt, und ist er nicht im Kopf, so ist er live auf der Bühne.


Es war jedoch sehr schön und hat uns sehr gefreut. Erstmals kam es bei unseren "Original Linzer Worten" zu Sitzplatzmangel, aber auch Exzessen. Ich kann den Wirten des Roten Krebsens jedoch beruhigen, ich habe den Sessel nur ganz sachte umgetreten.

Eine unvollständige Aufzählung schöner Ereignisse gestern:
  • Anna Weidenholzers Beitrag zu "Sex, Drugs und Rock N' Roll": ein Prosagedicht darüber, dass bei Regen die Füße nass werden;
  • Sir ("Der Spatz von Wels") Buttons Punk-Exegese mit goldrandiger Lesebrille;
  • Robert Prossers ausufernde Prosa aus seinem Buch "Strom";
  • René Monets exzeptionelles Stromruderspiel;
  • sein selbstgebasteltes Kurt-Cobain-T-Shirt inkl. Rechtschreibfehler

Das nächstemal wär's dann wieder am Donnerstag, 20. Mai, 20 Uhr, wieder im Wintergarten.

Donnerstag, April 15, 2010

Predigtdienst in Sachen Liebe und Arbeit: Leistungsscheues Kittelvolk

Bei Einsteins Relativitätstheorie geht’s irgendwie um Raum und Zeit. Wie 94,3 Prozent der Restwelt habe ich keine Ahnung, ich möchte trotzdem vorschlagen, in die Gleichung den Faktor Arbeit einzusetzen. Nicht die physikalische, denn dann könnte ich dem Finanzamt „W = F . s“ als Einkunftsquelle angeben. Man hielte mich für eine ordentliche Schelmin.

Es geht aber um die rätselhafte Welt der Erwerbsarbeit. Was die wert ist, bestimmen wunderliche Menschen und Kriterien. Ich steige da nicht ganz durch. Hängt das vom Längengrad, von der Witterung, vom Koeffizienten der Ohrläppchengröße und der Nasenwurzellänge des Arbeitgebers ab? Nichts Genaueres weiß man nicht!
Hier weiterlesen. Am Ende winkt ein Heiratsgesuch!

Montag, April 12, 2010

Übermotivierte Neobauernschaft

Man kennt ja das Phänomen: Programmierer mit streichelzarten Patschhänden und zierliche Psychotanten haben nach ein paar Jahren den Wiener Hundekotslalom und das Keifen der Josefstädter Hofratswitwen satt. Sie erhoffen Rettung durch einfaches Landleben.
Dort gibt's aber Fliegen, Schmutz und IQ-Defizite. "Unser Nachbar ist eine grobe Sau!", greint die oben abgebildete Psychologin (Symbolfoto) und zieht ihr Kind aus dem hauseigenen Sumpf. Ihr Freund, der beruflich "irgendwas mit Computern" macht, verfügt jedoch über weitaus mehr Autosuggestion und spricht an einem Samstagvormittag: "While the urban hipsters sip from their lattes we people from the countryside get enthusiastic about dirt!"
Frau und Kind wischen sich mit dreckverkrusteten Fingern die Tränen von den Backen und schaufeln weiter Schlamm in Scheibtruhen.

Mittwoch, April 07, 2010

LH Pühringer ist doch kein Verbrecher!

Das hat der Landeshauptmann des (nach eigenen Angaben) "schönsten Landes der Welt" nicht not, dass er im Thalia unter dem Label "Verbrechen" geführt wird. Pfui!

Dienstag, April 06, 2010

Osterwochenendskehraus

Nun, das Wochenende war lang und der Durst groß.
Übrigens: Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste. Dennoch ist Recycling ein bedeutender Beitrag zum Umweltschutz!

Sex, Drugs und Rock N' Roll mitten auf der Lesebühne


Ladies N' Genulmen, Rockstars und GroupIennen,
am 16. April wär's wieder soweit! Unser quotenheischendes Thema seht ihr in der Überschrift, mehr zur Lesesause im Grandhotel zum Rothen Krebsen wär' hier nachzulesen.

Ich für meinen Teil hoffe ja, dass Mick Jagger vorbeischaut, damit wir ihn - gemäß dem theorielastigen Ansatz unseres Kunstwollens - sogleich wieder vor die Tür setzen können (s. "Gescheiterte Integration" beim letzten Mal).

Donnerstag, April 01, 2010

Riesenskandal: Papst Ratzinger gibt unehelichen Sohn zu

Vatikan. Am heutigen Gründonnerstag lässt Papst Ratzinger (Modell XVI.) eine mediale Bombe hochgehen: Auf einer soeben abgehaltenen Pressekonferenz gab das Oberhaupt der katholischen Kirche zu, einen unehelichen Sohn zu haben, der bislang inkognito als Landeshauptmann eines österreichischen Bundeslandes arbeitet und weiter anonym bleiben möchte. Kirchenrechtsexperten klären die Frage, ob es sich hierbei nach katholischer Jurisdiktion um Gottes Sohn auf Erden handelt.
Über die Mutter gibt es weiterhin nur wilde Spekulationen. Laut Vatikan-Insidern handelt es sich aber mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit um ... [hier weiterlesen]

Lasst die Tiere zu uns sprechen

Wer wissen will, woran ich mich viele Stunden ergötzen kann (neben plumpen Alliterationen):




Und besonders für die Osterzeit:




Mutzen: http://icanhascheezburger.com/
Hunzen: http://ihasahotdog.com/

Dienstag, März 30, 2010

Freunde 2.0: Segensreiche Entleiblichung der Interaktion

Hier der Teaser für meine Streifzüge-Kolumne über neue Positionen in der Sparte "Freundschaft":

Freunde sind das Salz in der Ursuppe des Lebens. Ohne meine Freunde wüsste ich nicht, dass meine Frisur an einen totgefahrenen Frosch gemahnt. Dass Tschäcki Lugners Neuer im Sternzeichen und vom Gesicht her Ratte ist. Dass meine Hose backbords auch schon mal loser gesessen hat. Dass weibliche Frettchen an Östrogenvergiftung verenden, wenn ihnen in der Brunftzeit kein Fretterich sexuell beiwohnt. Dass meine Kolumnen früher viel pfiffiger waren. Trotz dieser mit Dank kaum aufzuwiegenden informativen Liebesdienste in der Vergangenheit sehe ich meine Freunde immer weniger.
Die Nullerjahre haben uns nämlich eine eminente Entleiblichung der Freundschaft beschert. Trefflich lässt sich über Facebook spotten oder in Bedenken ob der Verlotterung echter, gelebter Intersubjektivität verfallen. Doch dank „FB“ muss ich nicht mehr aus der Wohnung, wenn ich wissen will, was KathiKevinMarcelFranz gerade umtreibt. Da spare ich mir allerlei Unbill, vom falschen Outfit bis zum Tritt in Hundekot.


Hier gäb's mehr zu lesen.

Freitag, März 26, 2010

I slam


Schön war's gestern beim Slam, Kinder! Und sehr würdelose Sieger mit guter Rock N' Roll-Attitude habt ihr euch ausgesucht. Der Monet wär' ja fast ungespitzt aus dem Solaris geflogen, als er mit seiner Preispackerlsuppe eine Sektdusche imitierte.


Einziger Wehrmutstropfen: Der Sommer schaut mir vor allen Menschen auf der Bühne auf den Arm und sagt: "Hätt' des a Fuaß wern soin?" Nur dank übermenschlicher Kontrolle konnte ich den Austritt von Tränen hintanhalten:


Die stimmungsreichen Bildnisse entstammen den kundigen Hände von Frl. Anschelique Fanninger. Und wo die herkommen, gibt's noch jede Menge mehr: http://www.postskriptum.at

Donnerstag, März 25, 2010

Ich hab keinen Klopfer

Gestern trug es sich zu, dass ich an der Krebsenbudel anstellig wurde, um ebendort Bier an mich zu nehmen. Da drehte sich die vor mir wartende junge Dame zu mir um und sprach ansatzlos: "Host du an Klopfer?"

Schon wollte ich mir polternd Mutmaßungen über meine geistige Gesundheit verbitten, als mir gewahr ward, dass sie mich für eine Servierkörperin gehalten hatte. Mein lauthälsiges Lachen machte die Irrende verlegen, was sie mit einem "Du hättest aber eine gute Kellnerinnen-Haltung!" kompensieren wollte. "Würdest du also eine Umschulung empfehlen?" frug ich, immer noch glucksend. "Ja klar! Was machst du denn jetzt?" "Ich bin Schriftstellerin", kokettierte ich in die entgleisende Mimik der Dame hinein.

Das war lustig. Wie ihr wisst, bin ich ja höchstens eine tagelöhnende Schreibmaschine, aber die Verlockung war zu groß.
Im Übrigen scheine ich generell keine allzu vergeistigte Attitude zu vermitteln. Vor Jahren hat mich ein junger Mann für eine Maurerin gehalten. Meine Oma selig meinte einmal "Wenigstns oane, de nu fia d'Oawat is!" als sie über die Kletterschwielen an meinen Händen strich.
Mir ist das nur recht. Vielleicht kann es ja so klappen, die Arbeiterklasse literarisch zu befreien.



Dienstag, März 23, 2010

Das Ende rustikaler Idyllik

Soeben muss ich lesen, dass in Rohrbach/OÖ. ein Serienmörder gefasst wurde. Wo soll das noch hinführen? Kommt jetzt bald die erste Ampel?! Ist dies das Ende der letzten Mühlviertler Rustikalidylle? Trägt daran die Unbehaustheit postmoderner Subjektivität Schuld? Oder die letzten Residuen misogyn-phallozentristischer Gesellschaftsformationen?

Freitag, März 19, 2010

Minkasias Möbiusband

Als jüngst an dieser Stelle von Missbrauch in Klosterschulen die Rede war, musste ich flugs und ohne sexuelle Abschweifung an den Mathematikunterricht denken. Meine Erfahrungen lassen sich binomial-pythagoräisch so darstellen: Es² = war² + furchtbar². Metaphorisch so: Greifen Sie mal einer nackten Frau in die Tasche. Ich bin einfach zu blöd für Zahlen.

Welche hübschen Dinge jedoch jenseits dieser Malaisen wohnen, davon ahnte ich bis gestern Abend nichts. Da trug es sich nämlich zu, dass mir der Herr And.i das Möbiusband anschaulich näherbrachte. Wohl um mich davon abzulenken, ihn beim Tarockieren aufzujausnen (eine unbegründete Sorge, zumal ich ja auch hier an den Zahlen scheitere).

Das Möbiusband ist an sich dreidimensional, besteht aber nur aus Oberfläche. Es lässt sich einfach selbst basteln: Papierstreifen ringförmig zusammenkleben, vorher ein Ende um 180° drehen. Fertig. Der Zauber beginnt, wenn man einen Stift draufhält und damit ohne Unterbrechung die Mitte des Bandes entlangfährt. Man beginnt scheinbar auf einer Seite, hat am Ende aber das ganze Band eingefärbt. Rock N' Roll!

Die Mathematik nennt den ganzen Segen eine "nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit", was schon mal sehr hübsch ist. Sollte ich jemals ein Instrument erlernen, werde ich die Möbius-Band" gründen. Zum besseren Verständnis habe ich hier eine Blog-Version der Möbiusschleife gebastelt: Minkasias Möbiusband. Wenn ihr wissen wollt, wie man törichte Menschen unterhalten kann, dann klickt da drauf. Bei mir hat's geklappt! Schon seit Stunden!

Mittwoch, März 17, 2010

Gescheiterte Integration


Damen und Herren,

fast eine Woche ist nun berichtslos seit unserer Integrations-Lesebühne verstrichen. Das rührt nicht nur daher, dass erst jetzt die Bildnisse davon in meine Hände gelangten (by the way: Sie stammen von Volker Weihbold, den ich an dieser Stelle ganz ausgiebig loben und preisen möchte).

Frau Weidenholzer

Nein, es war die Scham, die mein Berichtswollen hemmte. Zumal wir an unserem Motto gescheitert sind wie Napoleon in Russland. "Integration und Migration" hatten wir uns auserkoren.

Gepflegtes Publikum

Aber wieviel ist das gutgemeinte Anliegen wert, wenn schon nach fünf Minuten der einzige echte Mensch mit Migrationshintergrund hinausgeworfen werden musste? Und nur kurz darauf die Roma-Band mehrmals daran gehindert wurde, unsere Lesung musizierend zu übernehmen?


In der Praxis ist es ein Gfrett mit den luschigen Gutmenschen. Da können wir noch so viele eidesstattliche Erklärungen verlesen ("Der Nationalsozialismus war echt nicht ok!") und mutige Mütter als Kellernazis denunzieren.


Aber wie auch immer. Dafür tragen wir die Liebe im Herzen. Hier zB kennt man der Frau Melhellanie und mir an, dass wir heimlich ein wenig in die Frau Weidenholzer verschaut sind.


Wenigstens ist es uns diesmal gelungen, eine ganz echte Gästin anzulocken: Cornelia Travnicek verlas einen empfehlenswerten Text aus der von ihr co-herausgegebenen, hoffentlich bald erscheinenden Anthologie "How I fucked Jamal".

Nichtsdestotrotz endete der Abend erneut in einem unwürdigen Besäufnis. Ein Gesicht wie ein Geständnis:


Apropos: Die nächste Lesebühne gibt's am 16. April (yes, it's a Friday) im Krebsen. Am neuen Thema werden wir wohl nicht so komplett versagen: Sex n' Drugs n' Rock n' Roll!

Montag, März 15, 2010

"Mein Kampf" ist doof

Gestern ward ich per Kommentar dafür gezaust, olle Kamellen gegen die Katholische Kirche zu verwenden, ohne darauf hinzuweisen, dass Hitler auch Törichtes geschrieben habe. Keine Sekunde länger möchte ich zögern, den FööÖhrer despektierlich zu behandeln. Hier eine sehr lustige Passage über seinen Fehlschlag, Darwin zu verstehen:

"Jedes Tier paart sich nur mit einem Genossen der gleichen Art. Meise geht zu Meise, Fink zu Fink, der Storch zur Störchin, Feldmaus zu Feldmaus, Hausmaus zu Hausmaus, der Wolf zur Wölfin usw."


Weitere Beweise mit Tigern und Hunden gäb's hier.

Samstag, März 13, 2010

Missbrauchtumspflege und katholische Sexuallehren

Liebe Brüdern und Schwestern,

oft wurde ich in den vergangenen Tagen befragt, ob mir als Klosterschülerin denn auch Gewalt angetan worden sei. Nein, sage ich stets, aber leider sei mir selbst oft die Hand ausgerutscht. Zudem sei ich persönlich und als Frau an sich ja zu wenig attraktiv gewesen. Der ästhetische oder mathematische Missbrauch, dem ich zum Opfer fiel, ist verjährt und halbwegs verdaut.

Keine bessere Gelegenheit jedoch, wiedereinmal die Lehren der katholischen Kirche in Sachen Liebe, Sex und Zärtlichkeit in Erinnerung zu rufen. Hier die schönsten Stellen aus dem Katechismus aus den 30er Jahren:
Das sechste Gebot verbietet alles, "was der menschenwürdigen Fortpflanzung des Menschengeschlechts entgegengesetzt ist." Das gilt für Gedanken, Worte und Werke.
Fornikation ist der Geschlechtsakt zwischen zwei ledigen Personen. "Diese schwere Sünde unterscheidet sich von den anderen Sünden dadurch, daß sie außer der Unkeuschheit keine andere spezifische Bosheit in sich enthält." Handelt es sich dabei um Prostitution, muss dies "wenigstens auf Befragen des Beichtvaters angegeben werden."

Die direkt herbeigeführte Pollution (auch bei Frauen, wenn auch ohne Samenaustritt) ist immer schwer sündhaft. Nicht aber die indirekte. "Positive Unterdrückung der von selbst eintretenden Pollution ist nicht Pflicht. Man darf sich also passiv verhalten, vorausgesetzt, daß keine Gefahr der Einwilligung besteht."

"Demnach ist es erlaubt, zu baden, Waschungen vorzunehmen, zu reiten usw., auch wenn man voraussieht, daß infolge besonderer Veranlagungen Pollution eintritt. Ebenso ist es gestattet, sehr lästiges Jucken durch Reiben zu vertreiben ... Im Zweifel über die Ursache des Juckens ist Reiben erlaubt, wenn nur geringe geschlechtliche Regungen eintreten."

Hier hat die Kirche eine nützlichen Differenzierung der Körperteile vorgenommen:

"Wegen ihres verschiedenen Einflusses auf die Erregung der geschlechtlichen Lust werden die Körperteile eingeteilt in ehrbare (Gesicht, Hände, Füße), sog. weniger ehrbare (Brust, Rücken, Arme, Schenkel), sog. unehrbare (Geschlechtsteile und Partien, die ihnen sehr nahe sind)."

Eine wichtige Unterscheidung ist die, ob es sich bei den Körperteilen um die des eigenen oder eines Fremdkörpers handelt. Aber: "Am eigenen Körper unehrbare Teile aus einem vernüftigen Grunde aunschauen ist erlaubt."

Abschließend die Definition der Äußeren Sünden gegen die Schamhaftigkeit: "Hierher gehören Blicke, Berührungen, Umarmungen, Küsse, Gespräche, Lieder, Lesungen[!]."
In der Hoffnung, euch in Sachen Ehehygiene und keuscher Lebensführung dienlich gewesen sein zu können:
Schwester Minkasia

Mittwoch, März 10, 2010

Jetzt neu: Pressestimmen zur Lebensbeichte!

Werte Damen und Herren,
um der Journaille die Arbeit ein wenig zu erleichtern, habe ich eine Sammlung der Pressestimmen zu meinem Kunstwollen zusammengestellt. Ganz schön kokett - aber was soll ich machen?
Denkt da mal drüber nach,
Le Mink

Montag, März 08, 2010

Mitteilungspotpourri zum Welttag des Weibsvolks


Jedes Jahr das gleiche Bild zum Frauentag! Lässt sich das Kittelvolk denn wirklich so leicht abspeisen?!
Wenn ich eure Aufmerksamkeit nun schon habe, nutze ich sie für eine kleine Umfrage: Welcher Mann hat am Samstag nicht den Steinzeitfilm "Am Anfang war das Feuer" als spitzensuper, welche Frau hat die ausschließlich aus Grunzlauten bestehenden Dialoge nicht als major pain in the ass/ear empfunden? Ich hypothetisiere nämlich, dass wir hier wissenschaftlich korrekt die so schwammig gewordene Linie zwischen Mann und Frau bestimmen können.
Zuletzt noch ein wenig jubiläumssensitive Lyrik von Glossengott Goldt:
Blau ist der Hecht,
die Frau hat recht.
Der Hecht ist blau,
recht hat die Frau.

Montag, März 01, 2010

Postskriptum-Nachschau: Für Eitelkeit bin ich mir zu gut!


Nein, schön darfst du in dieser Branche nicht sein wollen. Das beweist die mich betreffende Fotoauswahl vom freitäglichen Poetry Slam im Posthof. Ob's deswegen so wenige Slammerinnen gibt? Wobei die anderen ja gar nicht sooo schiach dreinschauen wie ich:

Kleine inhaltliche Ergänzung: Auf diesen Bildern (abgeknallt vom Herrn Wenter) gebe ich vor, ein Weihbischof zu sein.



Mehr nachzuschauen gäb's hier.