2.10.
Musste
dem Welser Bürgermeister gestern im MKH die Hand geben, aber dank der guten Aura der
anderen Beteiligten fühlte ich mich wie von einem Schutzfilm
umhüllt. Besonders gut Sebastian Brauneis, der eigentlich den
perfekten Namen hat, um Bürgermeister in einem freiheitlichen
Bergdorf zu werden, dabei ist er aber ganz links.
Silvia
B. sieht mir zu, wie ich verliebt das Büffet und das
Rotschöpfchen ansehe, „ah drum woast so schnö fertig mim Moderiern!“ Sie
kennt mich nun also auch. Ich lobe das Bier über den grünen Klee,
bis mir der Schodermayr sagt, er sei der Vize-Bürgermeister von
Steyr, nicht Freistadt.
Volker
Atteneder, der von Anglophonen stets als „Vodka Attender“
ausgesprochen wird, erzählt zur Freude aller Umstehenden davon, wie
er zu einem leistbaren Mietshaus im Linzer „Maserati-Viertel“ kam.
Er wohnt mit seiner Familie im „Rath“-Haus, dessen politische
Überzeugung an den Nazi-Devotionalien am Dachboden abzulesen war.
Die Tochter war darüber zur überzeugten Anarchistin geworden, die
das Elternhaus gleichsam durch Überlassung an den Geschäftsführer
der Flüchtlingsberatung exorzieren lässt. Bei den „Mietverhandlungen“ klingelten die Handys von Mieter und Vermieterin gleichzeitig – die
„Internationale“ synchron. Die Kinder des maseratifahrenden
Nachbarbanker schauen vom erhöhten Garten den Volkshilfekindern beim
Leben zu, als wäre es RTL live. Der Banker sei aber ganz
hilfsbereit, er habe den Kindern Englisch-Nachhilfe gegeben. Mit dem
Beispielsatz „Every morning the banker goes into his bank.“
Dann
noch finale Weltrettung im Black Horse.
3.10.
Die
Fürsorge, mit der mir Mariam die Haare schneidet, ist mit 75 €
fast noch unterbezahlt.
***
Heute
schon die nächste gute Atteneder-Erfahrung beim Schuhmacher, dem ich
meine malträtierten Wanderschuhe bringe. Sofort wird mir klar, dass
das eine längerfristige Geschäftsbeziehung ist, ich stelle mich vor
als „professionelle Schuhzerwirkerin.“ „Aha, kriegt man dafür
gezahlt?“ „Eher im Gegenteil, apropos“, sage ich und stelle die
im schicken Laden auf einmal peinlich zertretenen Schuhe auf die
Budel, er lässt sich nichts anmerken und beginnt eine Fachsimpelei
über die Qualität von La Sportiva und Scarpa. Ein Wohlfühltermin.
***
Wie
dann auch Lesung und Workshop im Makart. Ich lese den Teilnehmenden
die Passage aus dem Notizbuch vor, in dem Heinz Scheißerle und Herr
Orschi vermerkt sind, mit dem „strengen“ Hinweis auf das Verbot
von Namenswitzen. Da freuen sich Verena und Franz, weil
sie eine wirklich extrem gute Namensgeschichte erlebt haben, die sie
auch mit all ihrer Kunst erzählen: Wegen einer Reklamation (das Bett
bewegt sich durch den Raum, fast ohne Zutun!) suchen sie im Möbelhaus
nach dem Zuständigen, der ausgerufen werden muss. Die beiden kennen
dessen Namen schon und versuchen das zu verhindern, aber der Kollege schreit schon ins Hausmikrophon: „Herr Ficker bitte in die
Bettenabteilung, Herr Ficker bitte!“ Im Grunde möchte ich nicht
mit Menschen zu tun haben, die sowas nicht lustig finden.
Nach
all den Schnurren und Possen bleiben nur noch 20 Minuten fürs
Schreiben (im Angebot: König Anti-Midas, der durch seine Berührungen
alles in Lebendiges verwandelt). Während alle emsig kritzeln,
berichtet mir Norbert Artner, wie es wirklich im falschen Hallstatt
ist. Statt
dann selbst zu lesen, interviewe ich ihn, er wird ergänzt von einer
Gästin, die in Hallstatt in die Schule gegangen ist. „Super!“,
sage ich ganz aufrichtig, weil ich selbst was gelernt habe, „aber
Honorar kriegt ihr nüscht!“
Dann
gibt mir Adelheid Picher ihre Telefonnummer, weil ich den Text mit Robert Redford auf der Gössler Alm mit sehr viel Liebe vorgelesen habe. Sie tadelt mich
ernstlich, weil ich mich noch nie in der Villa Gabion habe anschauen
lassen, flapsig sage ich, „weil ich einmal drei Wochen Ruhe vor der
depperten Kultur brauche!“, aber natürlich komme ich 2026.
Die
Welt hier in Oberösterreich ist überhaupt nicht groß. Es sitzt
auch eine schauspielernde junge Altwilheringerin im Publikum
(eigentlich bin ich das Publikum all dieser guten Leute), die Pater
Christian als „Influencer“ bezeichnet.
Dann
lasse ich dieses Büchlein im Makart liegen, Verena möchte es mir gleich noch nachbringen, „aber es ist ja das Notizbuch einer Schriftstellerin!“
Ich erinnere sie beruhigend an den Inhalt (Scheißerle-Orschi +
„heute freut mich das Schreiben nicht“).
4.10.
Welttierschmutztag
(ächz,
auf den Kalauer bin ich 2024 auch schon gekommen!)
Eine
ganz gelungene Wanderung auf die Große und Kleine Scheibe, ich fühle
mich aber noch um den goldenen Herbst betrogen, weil es so mittel ist
(und weil ich seit Juni Sommerschlusspanik habe, eh bekannt).
Beim
Abstieg hole ich Pensionist*innen ein, die hundert Touren im Jahr
gehen. #lebensziel
Die
Wirtin im „Singapur“ lobt meinen Teint, dabei hat sie selbst
nicht EINE Falte im Gesicht.
Vom
Gelingen des Versuchs über einen gelungenen Tag.
5.10.
Spezialaffekte
Im Flößerhaus. Sybille umsorgt
uns wie eine Mutter. Erich Wimmer hilft beim freundlichen Leuteausrichten, Judith verspricht, mich in Sachen
„Luftgsöchter Pfarrer“ auf dem Laufenden zu halten.
Keine
weiteren Ereignisse, ganz nach Plan.
6.10.
Mit
Cornelia L. nach dem Kepler Salon ein Weilchen freundlich Leute
ausgerichtet. Am
7.10.
fährt
sie hinaus nach Wien, um Willhaben-Geschirr zu kaufen, das sie in
die aktuelle OÖN wickelt (darauf Buttingers Fischerkolumne). „Ah,
nach Linz, kennst du die Minki?“ Cornelia verneint, bis die Verkäuferin ihr meinen amtlichen Vornamen sagt. Die Welt ist auch
nicht groß rund um Wien. H. glaubt jetzt bestimmt, dass im
Zentralraum nur ca. 150 Menschen leben.
***
Heute
ist ein leicht manischer Tag. Kurz glaube ich, ALLES erledigt zu
haben (Heizungsreparatur und Kellersanierung beauftragt, einen
Admin-Misthaufen abgetragen), aber sofort ziehen die vielen Emails
Kreise, die Antworten fallen mir auf den Kopf.
Bin
oversocialized und out-ideaed, aber wenn ich die Sitzung ohne
AWM-Kernschmelze hinkriege, liegen etliche Tage ohne äußere Termine
vor mir.
8.10.
Ein
Kollateralschaden des globalen Krisengekröses ist, dass man nicht
mehr ohne schlechtes Gewissen über private Befindlichkeitsstörungen
im Spätkapitalismus jammern kann. Andererseits ist es mir auch
extrem recht, dass ich schon lange nicht mehr mit Amour-fou-Schmafu
behelligt bin (ich klopfe dabei auf Holz).
9.10.
Ob
ich diesen frei vor mir liegenden Donnerstag unbehelligt über die
Bühne bekomme? Fini will in ihrer armen Brunst meinen Arm
beschlafen, sonst läuft's ganz gut bis jetzt.
***
Fazit
vom Ende her: Es gelang! Die schönste „Behelligung“ war der Besuch des Freundes, der mir meine von ihm sorgsam raffinierte Chili-Ernte
mit dem Oldtimer vorbeibringt, als sei ich wirklich die Präsidentin.
Ich will auf die Straße laufen und alle Nachbarn ausrufen, damit sie
meinen Besuch ästamieren.
Fini
verliebt sich unglücklich (amour fou du chienne!) in den schönsten Labrador von Linz-Land. Der Jäger schaut versonnen auf die leidenden Hunde. Auch hier kommen gemeinsame Bekannte auf. „Der WK,
der is daun gaunz links woan, drum hod a grauchd und so.“
***
Die Lektorin sagt, 330.000 Zeichen seien super, „bitte keinen allzu
langen Roman!“ Ob sie weiß, dass ich keinen anderen Wunsch
leichter erfüllen kann? Der Titel wird nicht halten, die
„Raumforderung“ ist nicht sexy genug. Mein Vorschlag „Der
zweite Teil einer Reihe ist immer der schwächste“ löst auch keine
Begeisterung aus, „Ein Depp des 20. Jahrhunderts“ schon eher.
***
10:0
im Männerfußball gegen San Marino, das ist wie ein Sprintbewerb
gegen Fini. Ein 16-Jähriger Sanmariner heißt übrigens Sammaritano
mit Nachnamen. Daneben Dekorationsgetändel.
10.10.
Fr
In
Einsicht, dass aus den meisten meiner Romananfänge eh nichts mehr
wird, weide ich die Grundidee von „Die Bilder der Toten“ aus und
montiere kleine Stränge davon in den Roman, als wäre ich ein
Hobbymechaniker. Vielleicht schreibe ich danach etwas ganz Anderes,
oder zumindest lange keinen Roman mehr, weil mir die Organspendetexte
ausgehen. Jetzt aber brauche ich noch von irgendwo 90.000 Zeichen
her. Die Geschichte von den gestohlenen Partenbildern macht das Kraut
nicht fett. Dann lese ich noch einmal alles durch und schreib' dort
und da was dazu, was doppelt so lange dauert, als mich einfach zu
konzentrieren und mir was Neues auszudenken.
***
Im
Black Horse brüllen die Junggesellen. Man kann genauso gut 6-Jährige
zur Ruhe mahnen. „Wir sind nur ein Bier von eh wurscht entfernt“,
sagt Buttinger und winkt in Richtung Bar.
11.10.
Sa
Dafür,
dass ich so selten bouldere, bin ich noch nicht schlecht genug, um es
ganz zu lassen.
12.10.
So
geht
der Oktober: a day well spent im Lärchenwald.
13.10.
I. erzählt, wie sie in Wien ihre sechs Söhne in den Park bugsierte,
zwei im Doppelkinderwagen, einen auf dem Podestlein, den größten
an der Hand und den Rest an der Leine, „sonst wäre ich nicht über
die Straße gekommen!“ Dann schimpft sie ein wenig über den Tiroler Dornauer, „ich habe mein Gewehr immer angemeldet, wenn ich über
die Grenze gefahren bin!“
***
Ich
verpenne den Ratschiller beim Kulturmontag, obwohl er zum Beispiel
sagt, Nettsein sei eine Waffe.
14.10.
Ganz
ohne Alkohol träumt mir vom Warten auf einen Termin beim LH. Es wird so spät, dass der
Bericht von der Lage der Literatur im Land zu einem absurden (ganz
unerotischen) Bed-In wird, wie eine Pyjamaparty mit anderen
Bittstellern in einer raumfüllenden Bettstatt, mit zerschlafenen
Frisuren. Im Traum referiere ich erstaunlich real meine Vision, die
Landesmusikschulen für andere Sparten zu öffnen. Nach dem Plädoyer
für das System der Landeskunstschule bleiben wir alle einfach liegen
und schlafen ein.
***
Die
Trockenmaschinen im Keller tosen wie Tschinäuller, mir fehlt
trotzdem der Glaube, dass sie etwas bewirken. Beim Entleeren der
Wassertanks muss ich selbst schuften.
***
Es
geht kein Fernsehen ab 22:30 mehr ohne Einschlafen. Älter kann ich
eigentlich nicht mehr werden.
***
(Sonst
hab ich an diesem Tag nichts weitergebracht.
15.10.
Diesenreiter
ruft an, man wünscht mein Einziehen in den KUPF-Vorstand, weil ich
so nett sei. Um meinen Ruf nicht zu schädigen, sage ich zu, obwohl
ich wirklich weniger Abendtermine haben möchte (Termine insgesamt).
Das Nettsein hat seinen Preis. Ich schildere dem
Diesenreiter meinen Bed-In-Traum, wie um ihn davor zu warnen, dass
sowas dann eben Teil der Vorstandssitzungen werde.
Dann
ruft LT1 an, auf Empfehlung vom Diesenreiter, ich solle irgendwas zu
KI sagen.
Eine Kollegin schaut vorbei, ich verwerfe jede Ambition, heute noch das
Roman-Dokument aufzumachen. Es schmerzt mich aber auch nicht. Wir
führen unser übliches Entlastungsgespräch über den Betrieb. Sie erzählt von einem Verlagskollegen(!), der auf Amazon(!!) ihr Buch
verrissen habe. Ihm und seinen Freunden habe das Buch überhaupt nicht
gefallen. ÄCHZ. Nach
einer Lesung in Deutschland sei eine ältere Frau zu ihr gekommen,
sie erwartete eine literarische Frage. Aber: „Warum zeigt ihr
jungen Frauen alle eure Haare so her?!“ ÄCHZ².
Dann
schnell duschen, um im Fernsehen die Haare herzeigen zu können und
irgendwas zu KI zu sagen. Später sehe ich, wie es schon ganz und gar silbern im milden
Herbstlich glänzt.
***
Am
Nachmittag 11(!!!) Seiten GAV-OÖ-Protokoll geschrieben. ÄCHZ³.
Wehe, ich kriege dafür einmal kein Landesverdienstkreuz! Meinetwegen
in Bronze, meinetwegen im Pyjama.
***
Danach
noch meine Leistung beim Büchereinräumen erbracht. Wie sie über
den Sommer gewuchert sind! Später ein Kaktusstachel in der Zunge.
Muss man nicht wiederholen. [Getippt
an einem Maitag, mit drei verschiedenen Stacheln in den Händen,
wegen Wintergartenausräumens – eine erstaunliche Koinzidenz, die
leider für andere Menschen zu fad sein wird.]
16.10.
Im
Zentralraum im Oktober die Fenster putzen. Reine Prokrastination. Was
soll das bringen? Damit man den Nebel besser sehen kann?
Trotzdem
entfaltet sich eine halbwegs rege Erledigungstätigkeit, als habe der
Kaktusstachel gestern den Prokrastinationsmeridian gelähmt.
***
Peinlich
große Freude, dass ich heute Abend frei habe, weil ich dummer
Mensch mir eine Moderation einmal im falschen und einmal im richtigen
Monat eingetragen habe. Das sagt mir alles über meine
Geschäftstüchtigkeit.
***
Alle,
die mich in diesen Tagen herunten im Tal brauchen, sollten
unaufgefordert mehrfach Danke sagen, weil ich wegen ihr/ihm nicht
wandern bin.
***
INNSBRUCK:
Ö-SLAM 2025
Die
vier Damen neben mir im Zug beraten seit einer Viertelstunde, wie sie
die Schwiegertochter am besten vom Bahnhof abholen könne, und wann
der richtige Zeitpunkt gekommen sei, um die Koffer vor den Ausstieg
zu stellen.
***
Das
absurde Türkis des Inns.
Das
ganze Hotel ist mit der Slamily gefüllt, Sevi, Mohi, Lukas Hofbauer
an der Rezeption, da kommt Yasmo daher und sucht Mieze.
Wie
angenehm, dass fast alle meine Aufgaben schon lange erledigt sind,
von mir wird nichts anderes erwartet, als Teil zu sein. Auf das
Namensschildchen schreibe ich „Deine Präsidentin“, bei den
Pronomen „Omi“. Köhle sagt, solche Scherze solle ich mit den
Jungen nicht treiben, die nehmen das ernst (recht wird er behalten).
Navarro
erzählt, er sei mit Hirschl im Sommer nach unserem Ausflug in
Hallstatt auf Schreiburlaub gewesen. Ich ächze zuerst, da hätte ich
ja auch zum Overtourism beigetragen!, bin aber auch über mehrere
Ecken geschmeichelt, das ausgelöst zu haben. Und es bleibt
immerhin Wertschöpfung in der Region.
Wieder
großer Neid angesichts des Bäckerei-Publikums, seine Größe und
seine Bewegtheit. Und wie groß meine Erleichterung, nie, nie wieder
Teil des Wettbewerbs sein zu müssen! Sevi sagt, dass die Jungen das
jetzt wieder so wollen. Dann geht er auf die Bühne und kommt mit
weniger Punkten zurück als erhofft. #qed
So
eitel bin ich schon, dass ich das Abspielen des Regelerklärvideos
vor all diesen Menschen genieße, die SpoT-Leute haben es aber auch
sehr kundig zusammengeschnitten, und den Hund sehen alle gern.
„Also
der Anfang ist schon mal hochpolitisch“, flüstert der Köhle nach dem
Vortrag einer Ode auf Haferprodukte. Es geht weiter mit dem
Schwerpunkt auf die eigenen Defizite oder Plagen: Ode an die Periode,
ADHS, MS. Mohi bringt den ersten Text, der das Label „deep“ verdient, als er über die Flucht seiner Eltern spricht. Ein
super Text über die Qualitätspresse von Lukas Hofbauer und ein sehr
lustiger über schwule Kinderwünsche vom sehr lustigen Samhaber: „I
waaß aa ned, wia prowian's schau so laung, i wead afoch ned
schwaunga!“ „Wir arbeiten an einem kleinen Wunder... oiso füa mi
woa Oabeit bis jetz imma Formulare ausfüllen und so.“
Super
auch der „Geist des Frühlings“ (den ich vorher für einen
übermotivierten Fan gehalten hatte, weil er sich sein Leiberl von
uns allen signieren hat lassen, sogar von mir). „Wenn du sagst, du
seist mehr Mann als andere, gibst du damit nicht zu, dass Gender ein
Spektrum ist?“
Es
ist alles sehr schön, alle sind da! (Gut auch, dass erst so wenige
aus der Szene tot sind.) Wir Alten feiern, dass es uns schon seit 20
Jahren gibt. Hossa stellt sehr richtig fest, dass die Slamily den
Wettbewerb total externalisiert habe, „da ist halt die Jury an
allem schuld.“ Schön auch, wie sie Janeas Lob des U20-Slams mit
einem „Also die Streber. Wir lieben Streber. Dein Kardiologe war
ein Streber“ quittiert. Hier übernimmt sie die Rolle des Judge
Dredd.
Auf
dem Weg zur Aftershow verursachen wir ein Missverständnis und einen
löblichen Akt von Zivilcourage: Katrin, die Bacher, Fritz und ich
entdecken Mieze, Markus und Kühn in der Auslage eines Bierlokals.
Aufgedreht tippen wir auf die Scheibe und sagen Blödsinn wie „Schau
dir das gestreifte Ehepaar an, haha!“ Da empört sich eine uns
unbekannte Raucherin: „Ihr seid's aber gemein!“ Wir lachen sehr
und loben sie.
Danach
finden wir uns in hoher Ausgelassenheit im „Begegnungsbogen“
wieder. Es wird Karaoke gesungen. Das Alter kann man den sich
Begegnenden auch am Alkoholgehalt der Bierflaschen in ihren Händen
ablesen. Ein junger Mann weist mich nach meiner flapsigen Bemerkung,
dass ich eine toxische Beziehung mit dem Bier führe, ernst darauf
hin, dass „toxisch“ doch eher was Zwischenmenschliches bedeute,
sodass ich kurz überlege, ihm mit chemischen Terminologie zu kommen,
als wäre ich ein alter weißer Mann.
Endlich
bin ich intoxifiziert genug, um ins Karaokegeschehen einzugreifen.
Christine Teichmann kennt „Creep“ nicht, es ist also ein schmaler
Pfad, den die Generation X beschreitet. Aber „Bohemian Rhapsody“
eint uns dann doch wieder alle. Katrin ohne H warnt mich kurz bevor's
losgeht, das Lied könne sie wirklich. Und ich sage, ich bitte um
heißes Bemühen! Dann bemühen wir uns heiß, Katrin hat noch
untertrieben, und ich lege meine Würde drauf. Es wird ein großer
Abgang (wenn sich die Generation X so in den Ruhestand verabschieden
wird, kann sich niemand beklagen).
17.10.
Aufgewacht
durch das intensive und sehr befremdliche Gefühl, jemand liege neben
mir im Bett. Wie kann man so etwas im echten Leben nur in Kauf
nehmen!? (Meine moralische Integrität speist sich auch sehr aus
meiner Neurotizität.)
Dann
gehe ich spazieren, weil ich nur bei solchen Gelegenheiten die Nerven
habe, mir selbst etwas zum Anziehen zu kaufen. Ich hole den Ausstieg
aus den Skinny Jeans nach. Im Sportgeschäft verliebe ich mich in
einen wartenden Hund, ich frage einen Angestellten, ob den noch wer brauche, sonst nähme ich ihn. Da hebt der Halter den Kopf, was ich
denn zahle? „400 €“, sage ich. Wir kommen nicht ins Geschäft,
aber ins Gespräch.
Vom
kleinen Glück, sich irgendwas im Supermarkt zu kaufen und allein im
Hotelzimmer in sich hineinzuschlingen. Mittagsschlaf <3
***
Das
Fazit aus dem zweiten Halbfinale im Theater: Die Slammer*innen sind
bereit, sehr viel von sich selbst ins Rennen zu schicken. Geburten,
wieder Periode, Brustamputationen. An sich soll's ja so sein, ich
schreibe selbst immer nur von mir selbst, aber es gibt diesen
Unterschied zwischen „Persönliches“ und „Intimes“, der mir persönlich über alle Maßen wichtig ist.
Lustig
ist es natürlich schon auch wieder. Ein gutes Souvenir – beim
klassischen Gendern muss man dann halt auch konsequent sein, wenn man
keine Binnenbuchstaben oder Sterndis mag, dann müsse es auch korrekt
heißen „Die Polizei – deine Freundin und Helferin“. Neben mir
sitzt Henrike und häkelt irgendwas – einen Handschmeichler mit
Murmel drin, den sie mir dann wortlos schenkt. Du sollst gut in mich
investiert haben, Schlenderike! [Das
kleine Ding ist in der Tasche meines guten Mantels, bei jedem Tragen
denke ich an sie in der Mantelsaison.]
Der
Team-Slam ist mehr als ein Geheimtipp, eigentlich das Beste
überhaupt! Irre ist es, im Großraumkino sich selbst zu sehen und
dabei Popcorn zu essen. Eitelkeitseskalation. Neben mir sitzt Carmen,
das erdet mich im besten Sinn.
Dann
moderiere ich die Talente-Show im Irish-Pub. Janea präsentiert ihr
Möwengeschrei (es gibt bei den Fischköpfen tatsächlich Wettbewerbe
damit, sie wäre eine Favoritin). Vali Georgiev schenkt mir ihre
queeren Hosenträger. Der Wittrich besingt Parkplätze, die immer
mehr unter die Räder kommen. Der Geist des Frühlings singt „Peter
geh hoam!“, was wir alle als Ohrwurm nach Hause mitnehmen. Auf dem
spätnächtlichen Weg dahin unterhalten sich das liebe gestreifte
Ehepaar und ich so angeregt, dass es mich sehr traurig macht, das
ganze um halb drei in der Früh beenden zu müssen, weil ich so
dringend aufs Klo muss (das war jetzt eigentlich zu intim).
18.10.
Im
Zug heim. Übernachtigkeit als Mitbringsel.
Wenn
ich einmal etwas zu sagen habe, verbiete ich das Rotzeln im
öffentlichen Raum, es wird so streng geahndet wie das Rauchen.
Ein
Kind will immerzu aus einem ollen Witzebuch vorlesen, leider findet
die proseccogetränkte Oma das süß.
***
Am
Nachmittag dann intensiv betriebene Erholung, vollendet im Singapur.
***
An
sich wäre es ein guter Zeitpunkt, mich als Geheimtipp zu entdecken,
wie Nirvana vor der Kapu, nur dass von mir keine künstlerischen
Großtaten mehr zu erwarten sind, also ist es zu spät, mich als Geheimtipp zu entdecken.
19.10.
Auf
dem Parkplatz gleichzeitig mit F. angekommen. Ich lade ihn aus Höflichkeit ein, mit mir auf die
Giereralm hinaufzusteigen, ich schildere ihm meine Pläne so, dass er
nach anfänglichem Interesse doch den Normalweg wählt. Ästhetisch
schlägt der mittlere Oktober alles. Das Wissen um den nahen Winter
legt einen Filter auf die Augen [Obwohl dann ja noch lange kein
Schnee fallen wird und ich das auch wissen könnte allmählich.] In
einer Kuhle auf dem Gamsplan gelingt ein herrlicher Mittagsschlaf. Beim Abstieg
treffe ich dann ein Paar, sie kennt DD, weil er ihren
Balkon geschweißt hat. Klein ist die Welt am Fuße eines
beliebten OÖ. Wanderzieles. [Im
Jänner kommt das Paar dann zur Lesebühne, er ist auf dem schönen
Hemdenquartettbild verewigt.]
20.10.
Ein
recht anderer Tag von Beginn an. Ein Kollege schickt mir drei gereimte, aber erboste Emails, in denen er sich
aufregt, dass sein Nachnahme schon wieder falsch geschrieben worden
sei! Zuerst glaube ich mich selbst angeklagt, ich ersuche schriftlich
um Nachsicht. Da erst stellt sich heraus, dass es um eine Ankündigung eines anderen Kollegen geht, für März 2027. Bless
you,
wenn das deine größte Empörung ist, lieber AWM.
Der
solcherart entflammte Grant erlischt in der Sekunde, in der A. an der Tür klingelt. Es ist jeder Satz lustig, den sie sagt,
und meine werden lustig, wenn sie sie mir zuhört. Ich muss das
Gespräch das nächste Mal heimlich mitschneiden. Immerhin habe ich
mir gemerkt, wie sie über die Pubertät ihrer Tochter klagt. „Es
ist, als wär' jetzt auch das zweite Kind gestorben!“ Beide haben
wir die ekelhafte Fliegensendung auf Ö1 gehört, in der wir erfahren
mussten, wie sich die Made in ihrem Kokon in einem Zellbrei auflöst,
um in Fliegenform wieder aufzuerstehen. „Ja genau, auch das Kind macht
jetzt immer die Vorhänge in ihrem Zimmer zu!“ Die ältere Tochter habe ihr
unlängst erzählt, sie könne nicht langer als fünf Monate mit
jemandem zusammen sein. Als sie ihr jedoch nicht erlaubte, mit
einem love
interest
zum Urfix zu gehen, „da wollte sie mich umbringen. Stell' dir vor,
sie hätte es getan, ein paar Wochen später trennt sie sich dann und
ich bin völlig umsonst gestorben!“ Mit
dem letzten Boyfriend habe sie per Telefon Schluss gemacht, aber nur
per Nachricht (ok, verständlich). Dabei sei der arme Bursche gerade
nach Texas geschickt worden, wo er in die Fänge eines
Navy-Patriarchen geraten sei und immer in die Kirche habe gehen
müssen. Eine ganze Weile nach dem Weisel sei eine Postkarte
angekommen, mit dem Cover "To my Wife and best Friend." Eigentlich
müsste A. jede Woche zu mir kommen, zur Supervision.
***
LKB-Sitzung.
Wäre ich ein AWM, fände ich im Landesliteraturschulwerk meine große
Mission, allen fiele ich immer auf die Nerven mit meiner großen
Vision, wie der komische Typ mit dem Hitlerhaus der Verantwortung. Ich müsste
irgendwas mit „Monopol der Musik als Instrument der
Gegenreformation“ schwafeln.
21.10.
Zur
Zeit sammle ich Sätze, um unerwünschte Debatten im Keim zu
ersticken, wie etwa die Polizei als Freundin, oder das Spektrum des
Mannseins. Bisherige Ideen: „Meine Internistin hat mir verboten,
über den Nahostkonflikt zu sprechen.“ „Dazu habe ich keine
eigene Meinung.“
***
Keine
Ahnung, ob das Romanschreiben gerade mein Leben stört oder
umgekehrt. Ab jetzt immer maximale Melancholie, wenn es noch sonnig
und warm ist, ich aber weder im Garten noch in den Bergen.
***
DD möchte sich entweder eine Waschmaschine oder eine Flex tätowieren
lassen. Ich empfehle ihm die Augenlider dafür, damit er die Geräte
rollen lassen könne.
22.10.
Beim
weiteren Plündern alter Geschichten (ich suche die Schilderung von
Coalas Nottaufen-Schnurre) komme ich drauf, dass man sich an vier
Jahre alte, selbstgeschriebene Texte überhaupt nicht erinnern kann.
***
H. erzählt von den bangen Stunden, nachdem ihnen der soeben 18
gewordene Bua ein Geständnis angekündigt hatte. Vater und Mutter
rätselten besorgt, auf seiner Pinterestwand fanden sie
Aurora-Gartenstühle als Tattoo, Hilfe! Erleichtertes Gelächter, als
es dann nur ein kleines Flinserl war.
23.10.
Es
ist eine große Herausforderung des Erwachsenenlebens, dass man für
die Herstellung von Behaglichkeit selbst zuständig ist.
Beim
Kauf der neuen Kreisky-CD überweise ich dem coolen Rockstar Wenzl
21,50 € von meinem Schöneringer Sumsikonto auf sein Sierninger
Sumsikonto.
***
Gar
nicht so leichte Trennung von Gewand, in das ich das nächste Mal
erst wieder zwei Wochen nach meinem Tod passen würde. Übrigens hat
mir in der Nacht wieder einmal sehr intensiv und detailreich von
meinem assistierten Sterben geträumt.
***
Eine
neue, zeitgemäße Sorge: Dein Haustier entwickelt eine sehr
unterhaltsame Marotte, die sich im Internet extrem gut bewirtschaften
lässt, etwa so wie Merve, die dämonisch grollende Siamkatze. Du
verdienst zwar gut damit, bist aber bald nicht mehr ein Mensch mit
Begabung und Seelenleben, sondern der Sidekick des Tiers, der Typ,
der Untertitel erstellt und Espressomaschinen promotet.
***
Wie
egal dem Hund der Sturmregen ist, wenn's zum Spazieren ist.
„Du musst das nicht machen“, sage ich zu Fini im Auto, dann öffne
ich die Tür und sie schießt hinaus wie vom Wind erfasst.
***
Ich
betrete das Stifterhaus so spät und händeschüttelnd, als sei ich
der LH, der schon drinsitzt. Der Stelzer muss sich dann den ganzen
„Kalkstein“ anhören, es wird ihm schon nicht schaden, dabei ein
wenig herunterzukrachen. Gerhard Liebmann liest auch sehr gut. „Ich
war wie in Trance!“, sagt eine Dame neben mir. Ich sage,
dass mir so eine Lesung damals beim Stifterhausbewerbungsverfahren
(vor genau 20 Jahren) sehr geholfen hätte. Die Frau sieht mich
an und sagt meinen Namen, weil sie es war, die damals das Assessment
Center geleitet hat. Während ich noch staune, schiebt sich der
Stieber in unseren Blick, der ja auch damals Teil der strengen Jury
war. Sie sieht mich wieder an. „Der Landesdienst wär' eh nichts
für Sie gewesen, wenn Sie schreiben wollen.“ Wie gut alles gekommen ist! Hier hätte ich den
Buttinger nie getroffen.
Der
Versuch, mich dem Herrn Schauspieler als milde interessanten Menschen
vorzustellen, gelingt – aber eher nur durch Marlene Gölz'
liebenswürdigen Hinweis, dass ich auch klettere und die Präsidentin
sei. Mein Fantum in Bezug auf den Liebmann tieft sich ein. Ich sage
ihm, dass ich gerade in meinem Notizbuch den Satz gelesen habe „Wenn
du wüsstest, wie schön „Wenn du wüsstest, wie schön es hier
ist“ ist“.
Er sei mittlerweile etwas angegriffen, weil er so viele Morde begangen
habe und selbst so oft ermordet worden sei. Jemand muss ihm wieder
einmal eine schöne Rolle schreiben.
Alles
in allem ein ganzer Abend als Argument gegen meine Leutscheu.
24.10.
Ein
melodramatischer Sonnenuntergang über dem Kraftwerk, dazu ein halbes
Dutzend nervöser Einsatzfahrzeuge in der Ferne.
***
Lesebühne.
Mir fehlt heute etwas die Spannkraft, was weder auffällt noch groß
stört. Vielleicht hatte ich nach all dem übersteuerten
Slamgeschehen die Erwartungen an mich selbst zu hoch eingestellt.
Immerhin sagen mir nachher zwei etwas zu begeisterte Typen namens Andreas &
Günther, ich hätte „a gaunz a sauwas Gsichtl!“ Ich bedanke
mich artig, denn Letzterer arbeitet beim Finanzamt.
Katharina
Wenty ist unglaublich nett. Sie lässt sich nichts anmerken, dass sie
hier nicht vor 800 atemlos Staunenden, sondern 40 Gutmütigen
performt.
26.10.
So
Ausgedehnte
Ereignislosigkeit.
***
„Endlich
wieder ein Stiefeljahr!“ steht in den OÖN, illustriert mit Schuhen um 1990 €, die man
online kauft. Besser kann man „einen Stiefel schreiben“ nicht
erfüllen.
***
Die
Hände verweigern oben in der langen Route ihren Dienst. Die Technik wird mich noch
eine Weile im 7. Grad halten, aber nicht mehr lange. Egal, klettere
ich halt die kurzen 6er schön.
27.10.
Beim
Schreiben habe ich immer öfter ein Dèja-Vu-Gefühl, oft zu Recht,
weil ich dieselbe Idee zwei- bis dreimal habe, bis sie sich in meinem
Gedächtnis verankert.
Derzeit
arbeite ich daran, dass es im Roman nicht gar zu melancholisch
zugeht.
***
Am
Abend holt der Kotrschal seinen im Juni verschwitzten
Kepler-Salon-Termin nach. Es ist angenehm, dass wir dabei jeden ins
Tierreich gezerrten Kulturkampf vermeiden können, kein Wort über
Listenhunde und Wolfsentnahmen. Es bleiben nur Rassedünkel: Er mag
meine Bordercollies nicht, C. seine Eurasier nicht, dafür lobt
er sie nicht für die Wahl ihres Hundes. Ich finde Chows doof. Die
anwesende Hundetrainerin tadelt die im aktuellen Programm abgebildete
Qualzucht und Finis zu enges Halfter.
29.10.
Ich
öffne dem Paketzusteller das Gartentor, er umarmt Fini und flötet
leise „ich liebe dich!“ in ihren herbstsonnenwarmen Pelz.
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Das
Leben besteht derzeit zu stark darin, Wasser von einem Ort zum
anderen zu bringen. Im Keller ist zu viel, in der Heizung zu wenig,
die Blumen dürsten immer noch.
Emsige
Sinnlosigkeit und sinnlose Emsigkeit.
Am
Nachmittag geht der sinnlose Kampf gegen die Entropie dann bei der
Verteilung des Nussbaumlaubs weiter. Immerhin kann ich schon
73 Prozent meiner Geräte bedienen, jetzt auch den Fadenmäher.
30.10.
Deswegen
heute Kreuzweh.
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„Allerhand
Fragliches“ von Musil. „Aphorismen“. Möchte man so erfolgreich
sein, das ALLES gedruckt wird? Noch schlimmer die zufällig gezeigte
FB-Erinnerung, dass Vea Kaiser wegen zweier ranziger
Raststättenwurstsemmeln einen „Durchmarsch“ erlitten habe.
Natürlich eine weitere Sorge, die ich mir nicht machen müsste.
Ein
weiterer Beweis meiner Neigung zu unnötiger Existenzerschwernis ist
die Wahl des anstrengendsten und unlukrativsten „Talents“ als
Hauptstrang der Erwerbsarbeit.
Viel
Mühe in Haus und Garten, aber bald kommt eh das große Sitzen und
Bücherabstauben. Und es gibt ein schönes Licht in diesen letzten
Oktobertagen.
31.10.
Mais-
und Bohnenpulen machen es mir immer besonders deutlich, dass die
Gartenarbeit nichts anderes als eine große Ergotherapie ist.
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Weiter
beim Roman-Frankensteinen. Die Leichenteile von 17 Romananfängen zu
einem Monster zusammengeflickt. Heute sind die Diagnosehunde
immigriert. Ich bin 5000 Zeichen hinter Plan, was quasi super ist.
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„Die
Neuen“ hat mich vorher überhaupt nicht gefreut, dann wird’s aber
natürlich wieder extrem nett. Lucia Leidenfrost ist eine wirklich
Gute, der Kutzenberger ist der Kutzenberger, außerdem schauen Ilse &
Fritz vorbei, „zarwos hamma denn es Klimaticket.“
Einmal
noch falsche Sorgen: Kutzenberger sorgt sich um seine Zugehörigkeit
zu OÖ, weil in seiner Familie niemand mehr einen passenden
Meldezettel besitze. Ich ächze theatralisch und sage, da könne er
gleich wieder mit dem Präsidentschaftspaar nach Wien abrauschen.
Beim
Heimfahren schwärmen Lucia und ich ab dem Strandgut bis zum KJ (sie
war der irrigen Meinung, die Lesung finde in Wels statt) vom Ausseer
Land, und wir hätten damit nicht aufhören wollen, bis wir im
Ausseer Land angekommen wären.