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Donnerstag, Januar 29, 2026

Die neun Leben des Dr. Josef Ratzenböck

Drehbuch für einen Smash Hit im Land der MOÖglichkeiten

Deadlines inspirieren mich, vielleicht geht sich ja noch was für den Oscar aus. Beim Prokrastinieren für diesen Lesebühnen-Text bin ich auf die Idee verfallen, alte Familiendias zu sichten – derzeit posten ja alle Fotos aus dem Jahr 2016, wo noch alles gut gewesen sein soll. Ihr Narren! 1986 hätten wir richtig abbiegen können! Die Sowjets wegen Tschernobyl aus dem Buch der Geschichte streichen, die USA wegen Endes des Kalten Krieges auf ihr Staatsgebiet einhegen, die Erfindung des Internets in klügere Hände legen, das Matriarchat den Völkern mit liebevoller Mütterlichkeit oktroyieren.

Ein Dia, ein buenas dias, siehe oben, zeigt eine humoristisch wertvoll gewordene Szene, die ich auf Facebook dergestalt beschrieb: „Vor 40 Jahren sollte ich dem LH Ratzenböck einen Blumenstrauß überreichen, weil er uns ein Dach auf die Volksschule Schönering gesetzt hatte. Ich geriet aber in Panik und paschte ab. Der Bürgermeister fing mich und leitete mich sanft zum Landesvater, der gütig das Gebinde aus meinen schweißnassen Händen wand. Was sind eure besten Ratzenböck-Nachrufe? Die schönste LH-Schnurre gewinnt!“

Darauf schrieb Frau Karin H., geschätzte OLW-Stammgästin: „Der Cousin meiner Mutter ist der Überzeugung, dass der Ratzenböck schon vor 20 Jahren gestorben ist, aber erst jetzt begraben wurde.“ Ich wollte daraufhin eine arge Geschichte über Balsamierungspraktiken schreiben (den Mao zum Beispiel haben sie mit Formaldehyd ja historisch belegt aufgepumpt wie einen Weinschlauch), dass das auch in OÖ in der Pathologie der Barmherzigen Schwestern versucht wurde, um den Kulturstandort neben dem luftgeselchten Pfarrer von St. Thomas am Blasenstein mit einer weiteren sehenswürdigen Mumie aufzuwerten.

Aber das Thema waren am 23. Jänner ja Katzen, und die haben neun Leben. Bester Stoff für einen actiongeladenen Episodenfilm, in dem der Ratzenböck immer wiedergeboren wird: Er stellt seine Bonusleben der guten Sache zur Verfügung. Im zweiten Leben kauft er aus einem bulgarischen Schrottzoo einen Tiger frei und macht ihn scharf, sodass er den bei Woronesch fischenden Putin anfällt und endlich aus dem Bestand der Menschheit entnimmt. Der Tiger frisst dann leider auch den Ratzenböck, sodass er schon im dritten Leben angelangt ist. Es zeigt sich, dass er mit jeder Reinkarnation ein bisschen weniger lebendig ist, womit gleich auch das Zombie- bzw. Vampir-Genre mit abgefrühstückt werden kann.

Nun schickt die NATO den Alt-LH nach Amerika, wo er den Trump und den JD Vance auch gleich mit Glykolwein final unter den Tisch säuft, unter Aufopferung seines eigenen Lebens, aber erfolgreich.

So geht es dahin, peace keeping durch robuste Einzelkämpfer-Attacken – im Nahen Osten, Iran, Sudan, Kongo, Weißrussland, Nordkorea & China: Überall werden die führenden Kriegstreiber waidgerecht vergrämt (aus dem Leben). Das müsst ihr euch jetzt selbst ausmalen, gern mit den Requisiten der 1980er als Waffen, enthauptet mit Modern Talking LPs, verätzt mit saurem Most, überdosierte Schilddrüsentabletten, stranguliert mit selbstgestrickten Zopfstirnbändern, erschlagen mit Acrylmalerei, vom Opel Kadett überfahren, vom umfallenden Wurlitzer getroffen.

Am Ende seines letzten Lebens ist von der Vitalität des LHs nicht mehr viel übrig, er lenkt seine letzten Schritte zurück an den Ausgangspunkt der Geschichte. Dort klopft er an die Tür eines Einfamilienhauses mit baubehördlich vorgeschriebenem Atomschutzbunker (jetzt voller Hofer-Wein und alter Ribiselmarmelade). „Meindl Mink“, knarzt es aus seinem zerfaserndem Kehlkopf, „i hob mein Beitrog gleist, jetzt sad's es Jungan drau.“ Er sinkt zu Boden, endlich ewige Ruhe, und die neue Herrscherin im Land der Moöglichkeiten lässt dem verdienstvollen Landesvater ein großes Requiem im Linzer Dom ausrichten. Danke, LH Ratzenböck! 

Dienstag, September 23, 2025

Jenseits von Aussee. Pfiat eng God schee, liabe Almen, pfiat di God schee, Redford Bert!

Um ein kathartisches Tränenerlebnis zu ermöglichen, empfiehlt es sich, dazu Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 abzuspielen, das Adagio

Der Schauplatz <3

Er hatte eine Alm am Fuße des Toten Gebirges. Ein paar hundert Meter vom Dreibrüdersee entfernt. Die Sommer sind kurz hier im Karst. Es war an einem prachtvollen Julitag, da ich vom Bruderkogel abstieg, reich an Beute, denn meine Augen hatten auf dem kaum bestiegenen Gipfel einen Adler gesammelt, der mich wiederum anblickte, bevor er sich über das Widderkar in die Lüfte sinken ließ, als sei es das Meer, das ihn trug. Und auf Meeresboden stand ich, Millionen Jahre alt, in diesem jungen Sommer. (Also der Meeresboden war so alt, ich nur seelisch.)

Ich kam also an der Gössler Alm vorbei, gelöst und gebadet, als ich einen Reflex im Augenwinkel sah. So einen Farbton hatten meine jagenden Augen hier noch nie gesehen, ich hieß den Hund über das hohe Gras fliegen, um das Wild zu stellen. Zu meinem höchsten Erstaunen erklang eine menschliche Stimme, im Grundton wohl tief, aber ich vernahm ein hohes Frohlocken: „Jo Puppi, jo wer bist denn du?!“ Im Näherkommen sah ich ihn zum ersten Mal.

Robert Redford.

Jo, wo bist denn du?“ „I bin do, Robert!“ „Ned du, du Lustige, da Hund, wos isn des fira Rass, des is owa a gaunz a gschickte!“ Niemand würde mir glauben, dass ich hier stand, und dem berühmtesten Schauspieler der Welt erklärte, dass ich den Hund aus dem Heim gerettet hatte, „ma!“, dass sie meine treue Begleiterin sei, „geh liab!“, und wir soeben einen Steinadler erspäht hatten für meine Birding-Liste, „wos d' ned sogst!“ Er hieß mich Platz auf der lärchenen Bank nehmen, dann langte er in den Grander hinter der kleinen, schiefen Hütte und öffnete uns zwei Flaschen Freistädter Ratsherrn. Es lag nicht an meiner einfühlsamen Zurückhaltung, dass ich ihn um kein Selfie bat, sondern daran, dass ich gerade mein Handy im Geröll verloren hatte.

Naja, was soll ich sagen, wie es weiterging. Ich stieg Stunden später im Licht der Sterne ab, mit schlechtem Gewissen, und natürlich hat mich der Buttinger unten in Gössl sehr geschimpft, dass ich so spät daherkräule, wieso ich nicht abgehoben habe, um ein Haar hätte er schon die Bergrettung geholt! Als ich ihm vom Handyverlust berichtete und vom Schmusen mit Robert Redford, der sich hier einen einsamen Almsommer lang vom Leben eines internationalen Superstars erhole, sagte er, ok, Meindl, besorg dir ein neues Handy, und wie schmust der Redford Bertl, ist er so nett, wie er ausschaut? Ja, sagte ich, und er mag Hunde. Da war der Buttinger ein bissl eifersüchtig, aber der Hund und ich, wir schmiegten uns innig an ihn und ich sagte, du bleibst mein Redford von Wels! Mein Herz ist groß genug für euch beide! 

 

So kam es, dass ich auch am nächsten auf die Gössler Alm aufstieg. Es war sehr schön. Am vierten Tag ging ich aber ins Widderkar, denn es ist kein Urlaub, wenn ich nicht im Widderkar war. Tags darauf war der Bertl bedrückt. Er ahnte, dass ich eine wilde, unzähmbare Strawanzerin hier im Toten Gebirge sei. „Schau“, sagte ich zu ihm, „ich habe hier noch lange nicht alles gesehen, und der Urlaub dauert nur noch zehn Tage.“ Ich trocknete seine Tränen mit dem Ärmel meines nicht mehr ganz frischen Merinoleiberls. Am nächsten Tag nahm ich ihn mit auf den Jägersteig ins Widderkar hinüber, wir sahen den Adler wieder. Der Hund sprang fröhlich der Gams nach. Der Eisenhut blühte. Der Wind wuschelte Roberts güldenes und mein ofarbenes Haar. Wir machten Rast in der Wiese, wieder tranken wir Freistädter. Dann sah er mir in die Augen:

Du hast es mir verdorben.“

Was?“

Das Alleinsein.“

Du hast gewusst, dass ich mit dem Buttinger fix zusammen bin.“

Ja“, sagte er.

Da stieß der Adler seinen scharfen Schrei aus, wie um uns vom Abschiedsschmerz abzulenken. Der Hund legte sich zu uns auf die Decke und knibberte an den Pfoten.

Bertl, wieso kannst du eigentlich so gut Deutsch, mit Dialekt sogar?“

Weil mei Muada a Dosige woa. Und mei Voda vo Gramastettn.“

Da gab es mir einen Stich ins zerwanderte Herz. Es brauchte nicht lange, um herauszufinden, dass er mein Großonkel war. Irgendwann würde ich darüber einen verwickelten Familienroman schreiben (sehr praktisch in Originalbesetzung zu verfilmen), aber heute waren wir melancholisch wegen dieses Inzests. „Naja, egal“, sagte ich, „des hod uns do no nia gschodt.“

Robert sah hinüber zum Bruderkogel, jetzt sprach er im Tonfall Meryl Streeps:

Ich weiß ein Lied vom Toten Gebirge, von den Gämsen und vom Abendrot, das die Felsen erglühen lässt, von den Almen und den Gräsern, die sich im Wind neigen. Weiß das Tote Gebirge auch ein Lied von mir? Zittert die Luft über den Gipfeln jemals in einer Farbe, die ich an mir hatte, spielen die jungen Murmeltiere ein Spiel, in dem mein Name vorkommt, wirft der Vollmond einen Schatten auf die Gössler Alm, der dem meinen gleicht? Hält der Adler vom Bruderkogel nach mir Ausschau?“

Wir strichen einander wieder die Tränen von den Backen.

Im nächsten Sommer führte mich mein erster Weg auf die Gössler Alm. Die Hütte war vom Winter zerwirkt und verschlossen. Der Hund sah mich an und winselte. Mit schwerem Schritt zog ich hinüber ins Widderkar.

Von fern sah ich den Lagerplatz des vorigen Sommers. Darauf lagen (jetzt wird’s schön, aber unwahrscheinlich) im Licht des Sonnenuntergangs eine Löwin und ein Löwe, die eine längere Zeit auf unserem Almboden blieben. Es gehört und ziemte sich, dass die Löwen diesen Ort aufsuchten und ein Denkmal für uns waren.

Ich war guter Dinge und stieg ab, ohne die unwahrscheinlichen Gäste zu stören. Das wird dem Buttinger gut gefallen.

Montag, April 29, 2024

Schadensmeldungen. Höhere Gewalt

[Ein Text für die jüngste Lesebühne, leider aus autobiographischer Inspiration entwachsen. Mit Gruß an die Mutter - wo auch immer sie gerade ist -, die einst beruflich Schadensfälle verschriftlicht hat

An die Wiener Städtische, Absender Kulturzentrum Hof, Kurzbezeichnung des Schadens „Meteoriteneinschlag“, Datum 8.2.2024

Im Zuge der Diskurstanz-Interpretation des mesozoischen interstellaren Großereignisses (KT-Impakt nahe der Halbinsel Yucatan vor 66 Millionen Jahren) kam es an besagtem Abend im Rahmen eines Gastspiels der Original Linzer Worte zum Schadensfall. Mag.a. Dominika Meindl kollidierte im Zuge ihrer Darstellung eines dem dritten Massenaussterbens anheim fallenden Nicht-Vogel-Dinosauriers aufgrund zu schmaler Sehschlitze in ihrer Godzillamaske zunächst mit Dr. Martin Fritz auf seiner elliptischen Bahn als personifizierter Asteroid, kurz vor dem Einschlag in Prof. Klaus Buttinger ("Mutter Erde" personifizierend), wodurch das mobile Leuchtmittel sowie ein von innen beleuchtbarer Globus leicht beschädigt wurden. Mag.a Meindl kam in Folge ihrer Ausweichbewegung zu Fall, was aufgrund des aufblasbaren Tyrannosaurus Rex, den sie als vorgetäuschtes Jungtier in ihren Armen hielt, verstärkt wurde. Der kaum gebremste Sturz riss die sich auf der Bühne befindliche Beamer-Leinwand mit, und aus unsererseits nicht mehr eruierbaren Gründen sodann auch unseren Bühnenbambus samt Mink-Vase. Gerundete Schadenssumme: 25 € Frackhosenreinigung wegen aufgewirbelter Feinsedimente + 34.000 € Ruf- und Kreditschädigung, da der Eindruck entstand, Mag.a Meindl wäre patschert.


Apropos Godzilla: The United States of America meldet an die Everest Re Group:

Aufgrund von Befall durch einen Ankylosaurus aka Godzilla sind folgende Schäden an der US-Amerikanischen Infrastruktur entstanden:

  • Zwei Fischerboote
  • Zerstörungen an einem New Yorker Fischmarkt
  • Evakuierung New Yorks
  • Erhebliche Schäden an der MS Navy Mississippi beim Versuch, Godzilla mit einem toxischen Wal zu vergiften
  • Zerstörung von 13 Prozent Manhattans
  • Sanierung Madison Square Park (Nestablage des Ankylosaurus)
  • Drahtaufhängung der Brooklyn Bridge bei der letalen Vergrämung des Problemsauriers
  • Ruf- und Kreditschädigung aufgrund einer aus dem obgenannten Schadensfall folgenden Verfilmung von Seiten Ing. Roland Emmerich.


An die Wiener Städtische, Präsidentschaftskanzlei Schönering, 21.4.2024:

Sehr geehrte Damen und Herren, da beim Versuch der letalen Vergrämung von Jungtieren der Spezies Ankylosaurus seitens von Mag. Roland Emmerich mindestens ein Exemplar übersehen wurde, konnte dieses aus New York entweichen und sich seinerseits zwecks Brutablage in der Liegenschaft Leitenweg 7 in 4073 Wilhering einnisten. Durch die bei der Bebrütung der Eier entstehende Wärme schmolz laut Gutachter Ing. Franz Gsengsbratl der Permafrostboden, der sich als geologische Singularität zwischen Günz- und Mindel-Eiszeit unter besagter Liegenschaft gebildet hatte. Wasser konnte austreten und hat diesen Schaden verursacht: S. Bildbeilage. [Wir sehen feuchte Mappen mit Studienunterlagen zum Thema „Singularität und Alterität. Ethik und Politik der Dekonstruktion unter besonderer Berücksichtigung autobiographischen Schreibens“ Abb. 2. Wir sehen ein Foto von der Tombola des Grauens Abb. 3 ein Post-It auf einer Schachtel mit Playmobil, versehen mit der Notiz „Das münkelt!“]


Der Schaden schreibt an die Haus-Versicherung:

Gestern Abend hat sich ein Fundament gebildet, drauf ein Keller!!!! Wie gibt’s denn sowas? Und heute Morgen steht schon das Untergeschoß! Bitte um rasche Rückmeldung, bevor ich ein Einfamilienhaus werde!


Schadensfall in etwas größerer Dimension, in Dialogform:

Frau Welt hat sehnsüchtig auf den Kammerjäger Luzi Fehringer gewartet.

Welt: Gut, dass Sie kommen! Sie sind überall!

Fehringer: Jetzt beruhigen's Ihna, wir mochn des scho. Waun hod denn des augfaungt?

Grod erst, vor 1,5 Millionen Jahren!

Daun kaun's ned so schlimm sei, des is jo nix. Zaagns mas amoi, daun schauma, wos hod.

Frau Welt bläst sich die Wolken aus der Atmosphäre und zeigt ihre Oberfläche. Fehringer zischt durch die Zähne.

Oajeh, des is schlecht.

Was!?

Se ham Menschn, und wia's ausschaut fost üwaroi!

Ja wie gibt’s denn sowas!!!!! Ich hab immer auf Hygiene geachtet!

Des geht oft schnöö, waun ma das üwasiacht, dass am de ausm Wossa oposchn.

Na hallo! Dawei hab ich so aufpasst! Immer alle vorgeschriebenen Wartungsarbeiten gemacht! Asteroideneinschläge, Eiszeit, Vulkanausbrüche! Wie vom Chef empfohlen!

Jo, da Chef is do a weng im Wiglwogl, er mog de Gfrasta irgendwie. Owa in der Menge, da miassma wos tuan.

Gehn's bittscheen!

Foigendes: I drah jetzt amoi d'Heizung auf, und daun schauma, ob's weniga werdn. Und i bring eana a Packl mit Nützlinge, es straans aus üwa Ihna, des hüft, dass ma den Bestaund dezimiert.

Ja, gut. Was is denn da genau drin?

Des is a Mischung, aus SUVs, Webergrille und Drohnen, oiso männliche Oarbeitstiere. Waun's von de zvüüü gibt, woin olle an die Mocht, und daun bringan sa se gegnseitig um.

Na hallo, was ist denn das für eine unnedige Spezies! Und das auf mir!

Gnä Frau, ois is fia wos guad, aa waun mia des ned oiwei glei seng.

Mittwoch, Februar 14, 2024

Die gute alte Zeit. Unvollständige Liste aller Zumutungen, die es im Mesozoikum noch nicht gab

Im Gedenken an das Erdmittelalter (Dino-Perchtenlauf durch Linz, 12.2.2024)

Eine Liste for the Wind of Change + kleine Gedankenreise zur Erholung von den clusterfucking Polykrisen der Gegenwart + eine sehr ungeordnete Auflistung aller Dinge, die das Erdmittelalter zu meinem Sehnsuchtsort machen, weil folgende Zumutungen noch nicht erfunden waren:

  • Pest und Kreuzzüge (ERDmittelalter, nicht Rittermittelalter!)
  • Kreuzweh, Winkfleisch, Fieberblasen, PMS, scharfe Messer wegen der Fingerkuppen, Cellulite (die Haut der Dinos zu dick), Krebs (gut für Fans der Royals)
  • Rollsplit im Schuhprofil → Eingangsbereich, wo es dann schiach knirscht, wenn man draufsteigt bzw. High Heels, in denen sich kein Rollsplit verfängt, aber dieses Schuhwerk zieht Menschen an, die sagen, damit hat man einfach einen schöneren Hintern, man muss halt damit laufen können, aber es ist ja das individuelle Recht, dass die Mädels anziehen, was sie wollen, das ist bitte auch Feminismus!
  • Mandarinen (no offense, aber imho wird winters zu viel Aufhebens drum gemacht)
  • Existenzielle Krisen angesichts der Nichtigkeit der Existenz
  • String Tangas und String Theorie (man hasst, was man nicht begreift)
  • Die Deutsche Bahn (billiger Punkt)
  • Schusswaffen (unangenehme Dynamisierung in fiktionalen Narrativen, vgl. Tolstoi und Lethal Weapon 1 bis 456)
  • Tennis (sorry, ich find's überbewertet) und die Autotune-Tyrannei in der Popmusik (vgl. Cher „Do You Believe in Love“)
  • Drogenmissbrauch, VR-Brillen und Tesla Trucks
  • Inflation und neoliberale High Performance Mindset Mentalcoaches
  • das Warenüberangebot, dabei ist eh alles nur ein Klumpert, im Mesozoikum gab's eine große Auswahl an Dinos, aber darüber will ich mich nicht beschweren, so sind wenigstens die kleinen Buben mit Auswendiglernen der Saurii beschäftigt
  • Taschentücher, deren Flankerl die ganze Trommel voll dunkler Wäsche versauen
  • Bauernproteste wegen Pestizidreduktion und Dieselsubventionskürzung
  • Kein Donald Trump, Herbert Kickl, Benjamin Netanyahu, Viktor Orban, Schärdinand, Ferdinand Wegscheider, Stalin, Putin und Putinversteher, HP Doskozil (die Reihung ist ein wenig ungeordnet, was die Argheit betrifft), Richard Lugner, Hitler, der Welser Nachbar Glück vom ersten Stock, der mich immer so deppert anschaut, Felix Baumgartner, der Rennradfahrer, der mir einmal „du depperte Sau!“ nachgerufen hat, weil ich ihn bat, nicht gar so schnell auf der schmalen Fahrbahn für alle zu rasen, Dieter Bohlen, Idi Amin, Elon Musk und jetzt neu im Ranking Heinz Sichrovsky wegen seiner törichten ZiB-2-Ausführungen gegen das Gendern
  • Mikroplastik, Dauerwelle, Cancel Culture (keine Ahnung, ob Dinos einander wegen jeweils dummer Ansichten bzw. Frisuren von den jeweiligen Veranstaltungen wieder ausgeladen haben, eher nicht)
  • Dass man für 30 FreundInnen 34 verschiedene Kommunikationsapps braucht
  • Australien, Büros und Spaltbodenverbotskritiker
  • Anhaftender Plastikverschluss bei den Milchpackerln (lästig beim Kaffeerichten)
  • Die Hamas und die rechtsextreme Siedlungspolitik und Antisemitismus und Postkolonialismus auf dem falschen Pfad und Rassismus, Bomben und Raketen

Im Mesozoikum gab's keinen Himmel, keine Hölle, keine Nationen, nichts, wofür es sich zu töten lohnt, and no religion, too, imagine all the people, livin' life as mice, Imagine no

  • possessions
  • I wonder if you can
  • No need for greed or hunger
  • A brotherhood of little mice Imagine all the creatures – Sharing pangea

Ein paar Punkte, die immerhin eindeutig für das Anthropozän sprechen: 

  • Lustige Plastikmasken 
  • Domestifikation des Wolfes
  • Bequeme Ohrensessel
  • Dynastisierung von familialen Strukturen, sodass man weiß, wer die Geschwister sind
  • Bibliotheken
     

Montag, Januar 22, 2024

Wir können euch die Freiheit nehmen, aber nicht das Leben (sagen die woken Eliten zur schweigenden Mehrheit der Normalen)

Auch diese Lebewesen möchten am Freitag freihaben, müssen sich aber u.a. diesen Text anhören, weil sie in einer Diktatur leben.

Hier ein "sehr guter" Textbeitrag für die Lesebühne "Hilfe, Diktatur!" am 12. Jänner 2024

Vorbemerkung für alle, die zwischen den Jahren Besseres zu tun hatten, als ausgeblichene US-Blockbuster aus den 1990ern zu schauen: „Braveheart“ erzählt die Geschichte von William Wallace (Gibson), einem schottischen Freiheitskämpfer gegen die britische Despotie. Es geht schlecht für den Mann, aber gut für die Freiheit aus! Meine Kurzkritik: Hier kämpfen Männer darum, im kalten Schlamm leben zu dürfen. Der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Andreas Kollross hatte (so wie die Autorin) offensichtlich auch nichts Besseres zu tun als besoffen fernzuschauen. Was nicht verwerflicher ist als Nasenbohren, man soll dabei nur die Finger von den „sozialen Medien“ lassen und nicht davon fantasieren, das ius primae noctis (=Frauenvergewaltigung) wieder einzuführen. Denn so kann es passieren, dass Herbert Kickl ein Drehbuch für eine zeitgenössische Adaption des Films in Auftrag gibt, und ich es schreiben muss, weil so ein Haus heizt sich nicht von alleine, aber es sind eh nur zwei Seiten, also bringen wir es hinter uns. 

Kurz nach der Jahrtausenwende wird der Westrand Osteuropas von einer gigantischen Völkerwanderung getroffen. Scharen von Erd- und Höhlenmenschen überfluten das Land zwischen Neusiedler- und Bodensee, das seit urdenklichen Zeiten von den Clans der edlen Alpenvölker zur Blüte gebracht. Die stolzen und freien Menschen werden aber nicht nur von fremdgläubigen Horden bedroht, denen hätten sie dank urwüchsiger Kraft leicht vor den Toren Wiens Einhalt geboten, sondern hinterrücks von den eigenen Clanführern! Sie bilden in den effeminierten Städten einen abgehobenen Machtklüngel, ein westliches Mega-(ich hab MEGA gesagt!!!)Konglomerat, das die Umvolkung der eigenen Bevölkerung plant.  

Willibald Wallner ist Sohn eines hart arbeitenden Kleinunternehmers (Jagdzubehör und Ölkessel), der sich als Vizebezirksobmann im Zweifrontenkrieg gegen die vaterlandsvergessenen Globalisten und die sarazenische Menschenflut opfert. Willibald muss dabei zusehen, wie er aufgerieben wird, der Vater fällt der Trunksucht anheim und sieht sich zur Flucht gezwungen, weil ihn die Vertreter der Propaganda-Journaille aus dem Amt zwingen, nur wegen einer andersdenkenden Zeile in einem alten Liederbuch. Wallner sen. ward nie mehr gesehen, ab und zu berichtete ein Kreuzschifffahrer, ihn in einer Strandbar in Phuket gesehen zu haben, aber das blieben Gerüchte.  

Willibald Wallner trauert, aber er will nichts anderes, als ein gutes Leben, berufliche Erfüllung, ein schönes Heim, eine liebe Frau und Kinder, die es einmal besser haben sollen als er, der sich nach den langen Ausbildungstagen in der Freiheitlichen Akademie nächtens noch stundenlang selbst online weiterbildet. Wallner kehrt in sein Heimatdorf Trumau heim, wo die Jugendliebe Herta treu auf ihn gewartet hat. Ihre Eltern sind gegen die Liaison, weil sie ÖVP-Wähler und für den Impfzwang sind, aber die jungen Leute lassen ihrer Romanze in der herrlichen Landschaft der Thermenregion freien Lauf. [Hier Sexszenen einbauen bei Bedarf!] Bis zu dem Tag, an dem der zynische SP-Bürgermeister in einer kalten Nacht besoffen twittert, er wünsche sich die Wiedereinführung des ius primae noctis, dass er also alle jungen Bräute in ihrer Hochzeitsnacht entjungfern dürfe. 

Da platzt dem heißblütigen Willi der Kragen! Er spricht auf Telegram eine Fatwah gegen den roten Despoten aus, wie ein Mann strömen die Aufrechten aus ihren Häusern, mit Traktoren und PickUps blockieren sie die A3 beim Knoten Ebreichsdorf und die E59 bei Tribuswinkel. Mit der Wucht des Unrechts schlägt das System zurück. In der Untersuchungshaft wird Willi gefoltert. Die Kost ist vegan, aber Willis Wille bleibt ungebrochen, er wird trotz Avocado-Bowls und Kichererbsenaufläufen nach Rezepten des Sadisten Ottolenghi (Israeli!!) nicht schwach. [Hier raffen wir die Handlung, ist ja nur ein Draft!] 

Es kommt landesweit zu Bauernaufständen gegen den oktroyierten Ethnopluralismus, aber vor allem gegen die woke Elite da oben. Willi wird zum heroischen Anführer im Kampf gegen ideologische Missgeburten, queere Genderdiktaturen und unordentliche Beschäftigungspolitiken. Er trotzt der wortbrüchigen Landeshauptvogtin Wiedergutmachungspensionen für die in der Coronazeit tyrannisierte schweigende Mehrheit ab (45% des Landesbudgets). Willi führt die Revolte auch tapfer weiter, als ihm gekaufte „Wissenschaftler“ unterstellen, dank der Traktorblockaden werde unabsichtlich mehr CO2 eingespart, als die Grünen in Jahren in der Regierung geschafft haben. Willi schreibt sich in den sozialen Netzwerken die Finger blutig, „auch die Hamas hat es verdient, ihre Argumente vorbringen zu können!“, er wirft Hundekot in die Briefkästen feministischer Hackerspaces in ehemaligen Branntweinstuben, er schenkt seiner Gattin sieben Söhne. 

Es kommt, wie es kommen muss in einer Diktatur – nur durch Verrat wird das Unrechtsregime Wallners habhaft (Anzeige der Nachbarin, Wiederbetätigung, bloß wegen ein paar geteilter Memes in der Elternvereins-Telegram-Gruppe). Willi wird verhaftet und einem Tribunal vorgeworfen. Nach Verkündigung des Schandurteils (6 Monate bedingt) erhebt sich der stolze Märtyrer und brüllt aus voller Kehle: 

MeinungsFREIIIIIIIIHEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 

Wer jetzt nicht weint, ist links!

Samstag, April 15, 2023

Wissenskrimskrams rund um das Skifahren

Weil ich bei der letzten Lesebühne mein Füllhorn der "guten Einfälle" nicht vollständig leeren konnte, gieße ich Folgendes hier ins Ideen-Retensionsbecken. 

Was am Après Ski am schwersten zu ertragen ist: die Frage, in welche scheiß Richtung der Accent gehört, verdammt, ich hab in Französisch maturiert, werde ich dement?!

Après Ski in Oberösterreich verhält sich zu Après Ski in Tirol wie ein Jungschardiskoabend im Pfarrheim zu einer Sex Positive Party im Berliner Berghain.

Integration ist nur dann gelungene Assimilation, wenn die Ausländer auch diese völlig irrationale Enttäuschung empfinden, wenn der Gesamtweltcup an die Schweiz geht. Wer sich grämt, dass irgendwelche Deutschen(!) oder SCHOTTEN(!!!) ein Hahnenkammrennen gewinnen, muss sofort eingebürgert werden, mit Mann und Maus. 

Fortgeschrittene Österreicher (ich gendere da nicht, Frauen sind nicht solche Gefühlswesen) können sich dann durch ambitionierten Wahnsinn auszeichnen, also befürworten, dass man Berggipfel im Pitztal wegsprengt oder das Warscheneck untertunnelt (um zwei einzelne winzige Skigebiete zu zwei gemeinsamen winzigen Skigebieten zu verbinden). Geisteskrank bleibt es, den eigenen Garten so aufzuschütten, dass man einen Weltcupslalom austragen könnte, aber in einer Skisportnation is the sky the limit bei blöden Ideen.

Das Patriarchat mag das Gebirge barrierefrei machen, aber nicht für behinderte Menschen, sondern für ÖSV-Funktionäre, Investoren und vertrottelte Landespolitiker.

Üpberhaupt: Peter Schröcksnadel, der Elon Musk der Alpen. (Igitt)

Im Übrigen kommen mir die Pläne zur Rettung der nicht mehr konkurrenzfähigen Lulu-Skigebiete so vor, als hätte ich sie im akuten PMS schnell für die Lesebühne zusammenklabüsert: Ich: Akne wegkärchen, über den Fußweg rasende Rennradfahrer vom Sattel brocken, die FPÖ und die Schwerkraft am liebsten einfach durch Anzünden aus der Welt schaffen. Ski-Wirtschaft: Riesenplateaurestaurant Frauenkar, Zehnkilometerlift über das Naturschutzgebiet, Tunnel durchs Warscheneck, you name it. Der Unterschied zwischen Frauen und dem Schröcksnadel: Am nächsten Tag haben wir unsere sieben Zwetschgen wieder beinand und lachen über unsere tolldreisten Schasideen. 

Um die Sinnlosigkeit der gesamten menschlichen Existenz zu beweisen, ist es immer eine gute Übung, sich vorzustellen, Aliens ein bestimmtes Phänomen zu beschreiben: Ja, also, Skifahren, das ist, wenn sich die Leute mit sehr mühsam auf einen Berg geschraubten, waghalsig energieintensiven Liftsystemen nach oben teleportieren lassen. Sie tragen teure und rasch wechselnden Moden unterworfene Schutzkleidung in extrovertierten Farben. Die Füße werden in L-förmigen Hartplastik-Devices inhaftiert, das verursacht in 85 Prozent der Fälle erhebliche Schmerzen. Die sogenannten „Skischuhe“ werden per One-Click an scharfkantige Vorrichtungen befestigt. Deren Fläche entspricht dem Quadratmeterpreis eines Lofts in Midtown Manhattan (das stimmt wirklich, ist wissenschaftlich erforscht!). Auf diesen Latten rutschen die Menschen nun den Berg hinunter. Damit sie sich nicht an der ortsüblichen Vegetation totfahren, wird diese schneisenförmig mit Stumpf und Stiel entfernt. Um die Gleitfähigkeit zu gewährleisten, wird darauf nicht nur die klimatologisch gegebene Menge gesammelter Eiskristalle verwendet, sondern mittels eigens konstruierter Wasserwurf-Maschinen vermehrt und auf den Hängen mit personal- und energieintensivem Fuhrpark fixiert. Die Menschen rutschen darauf gemäß den Gesetzen der allgemeinen Gravitation nach unten und empfinden dabei ein sehr teuer erkauftes Vergnügen, das von den Jungen mit großer Disziplin erlernt werden muss. Den Rutschenden ist dabei immer zu kalt oder zu warm. Ziel der Übung ist es, unten wieder in das Teleportationssystem zu steigen und von vorne zu beginnen, ganz ähnlich dem Sisyphosmythos, den man dann dem Alien bei der Gelegenheit auch gleich erklären kann.

Après Ski besteht im Wesen darin, sich durch intensiven Alkoholgebrauch bei dröhnender Gesellschaftsmusik für die erlittenen Strapazen schadlos zu halten, was freilich die Leiden nur verlängert. 

Ein sehr liebes Bild aus der frühen Jugend der Autorin, um die Laune bis zum Schluss des Textes zu heben.

Hätte ich wirklich Macht, ließe ich im viel zu langen Bergwinter aus dem störenden Schnee grüne Bänder herausfräsen und mit Antischneekanonen begrünen, damit ich jederzeit meine lieben Wanderungen machen kann, inkl. beheizten Raststeinen. Analog dazu den Gleinkersee erwärmen, damit man auch zwischen September und Juli darin baden kann – sehr wichtig für den Tourismusstandort OÖ! Vielleicht hier überall den Skitourismus auflassen mangels Wettbewerbsfähigkeit, und überhaupt mit der Abwärme der Voest die Landschaft in einen ewigen Frühling versetzen.  

Wenn das mit den „durchwachsenen Medaillenbilanzen“ im ÖSV so weitergeht, vielleicht eine neue Sportart andenken, an der sich der fragile Nationalstolz hochranken kann. Beheizte Hallen für Aquarellmalerei oder Jammern? Oder katholische Transzendentaltheologie, Schnitzel-Fress-Contests oder Femizid. Oh wait, da sind wir eh schon Spitzenreiter in der EU.

Zieleinlauf des Textes:  

Vielleicht sitzt da draußen jemand vor den Überwachungskameras, oder im Jenseits, und kommentiert mein Leben wie die Schmähkanonen (haha) Hans Knauß und Armin Assinger die Streif. „Optimale Schmähverhältnisse, es lieg heite guns an der Minkchi selbst.“ „A Spätstarterin mit vü Verletzungspech, gelingt ihr des Comeback oder des Come at all?“ „Keine große Technikerin, aber vül Herz.“ „Do hot's liegn lossn.“ „Riskante Linie!“ „De Passage hod passt, wos geht am Schlusshaung nu?“

Humorpotenzial erörtern, wenn Knauß und Assinger Literaturkritik im Skistil machten. Dem ORF vorschlagen.

Donnerstag, Februar 02, 2023

Sechs Fäuste für die Freiheit. Biene Maja bekommt einen Busen

Symbolbild "Biene" (ich hab kein besseres gefunden)

Küniglberg, 2026. Aufgrund krisenhafter Entwicklungen und genereller Verblödung stellt die FPÖ den Kanzler, und es ist natürlich Kickl. Die „Entpolitisierung“ des Lügenfunks ORF war gleich nach der Wiedereinführung der berittenen Polizei sowie der Gender-Vereinheitlichung (alles ist mit dem generischen Maskulin zu bezeichnen) die dritte Amtshandlung, er heißt nun „Österreichischer Rechts Funk“. Der Bonaparte für Arme betritt nun den ORF-Sitzungsraum, in dem das neue Serien-Entwicklungsteam – Herr Harald, Herr Budimir, Herr Alexander auf den kleinen Kanzler wartet.

Kickl: Na, meine Herren, welche schönen Ideen haben Sie für mich vorbereitet?

Harald: Die Moderatorinnen zeigen ein bissi mehr Haut und sagen eher wieder nur Wetter, Tiere und Kultur an.

Kickl: Ja, gut, aber tun Sie mir die Tierberichterstattung nicht unterschätzen!

Alexander: Die ganzen amerikanischen Vorabendsendungen canceln wir...

Kickl: Obacht, Sprache!

Alexander: ...kündigen wir.

Kickl: Kanzler Kultur statt Cancel Culture, verstehen Sie? Er lacht ergiebig über den Kalauer, die Herren geben ihr Bestes.

Budimir: Dem Wegscheider gemma die Prime Time, pardon: Hauptsendezeit, und es schaut generell gut aus, dass wir ServusTV freundlich übernehmen.

Kickl: Bitte nach diesem Vorbild wirklich auf sehr viel Positives und Schönes aus der heimischen Landschaft achten, ich hab keine Freud mit diesen ganzen Kalaharis und Araberwüsten.

Harald: Was wir uns besonders angeschaut haben, ist der ganze Bildungssektor.

Kickl: Genau, bei der Jugend schon früh ansetzen mit unseren Inhalten!

Alexander: Wir haben ein wenig nachgelesen. Wer uns als klassischer Autor sehr taugt, ist der Waldemar Bonsels.

Kickl: Kenn' ich natürlich, nicht nur wegen der Biene Maja! Sehr gut! Der hat auch für Erwachsene viel geschrieben. Das hätte man in den linksversifften Zeiten gar nicht sagen können, ohne Nazikeule, aber das ist heute noch lesenswert!

Harald: Wobei ich trotzdem dazu rate, dass wir über die Feldposthefte und den Reichsschrifttumskammer nicht direkt was machen.

Kickl: Ah! Da hat noch wer die bolschewistische Schere im Kopf!

Budimir: Herr Bundeskanzler, die Kinder können ja mit der Politik noch gar nichts anfangen, da geht man über das Narrative rein, über die lieben Geschichten.

Alexander: Genau, und deswegen präsentieren wir Ihnen heute unseren Pitch...

Harald: Vorschlag!

Budimir: Idee!

Alexander: … für eine zeitgemäße und kindgerechte Neufassung der Biene Maja! Erstens ist sie jetzt noch schlanker, zweitens hat sie einen Busen.

Harald: Der faule Willi darf schon bleiben, aber wir wollen diese Figur als warnendes Beispiel etablieren, dass man es bei der Faulheit leicht übertreiben kann und die Grenze zum asozialen Subjekt schnell erreicht ist.

Kickl: Feinsinnig!

Budimir: Die verschiedenen Sorten Insekten lassen sich recht schön auf das Menschenreich umlegen. Da gibt es Mann und Frau, und verschiedene Völker. Wahrscheinlich gibt es in Echt tüchtigere Bienenstöcke und solche, die eher schmarotzen.

Kickl: Da ist die Biologie gefordert!

Alexander: Ganz besonders klar können wir das bei den ganz anderen Ethnien zeigen, dass etwa die Wespen eher so Erd- und Höhlenwesen sind, mit einer gewissen naturgegeben Niedertracht.

Harald: Am ärgsten die Hornissen! Die Biene Maja lässt sich mit ihnen ein, und muss dann erkennen, dass diese Raubtiere an der völligen Umvolkung der friedliebenden, fleißigen Bienen arbeiten!

Budimir: Da bauen wir von Sendung zu Sendung die Spannung auf, eh nur ganz kindtauglich, und dann könnte am Ende der Mensch hegend eingreifen und die Hornissen aus dem Bestand entnehmen.

Kickl: Meine Herren! Sofort umsetzen!!!!!

Da aber reißen sich die drei Autoren die Masken vom Gesicht. Es sind – und wir freuen uns alle von Herzen! – die von den Toten auferstandenen Jahresgespenster in meinem Lesebühnen-Oeuvre 2023: Harald Juhnke, Bud Spencer und Peter Alexander. Sie sind gekommen, um uns zu erlösen. Dementsprechend holt jetzt Spencer zu einer klassischen Stereowatsche aus, die Kickl mit der Wucht der Gerechtigkeit trifft. Harald Juhnke stellt den hereineilenden Personenschützern mit der Lässigkeit des Drunken-Kung-Fu-Mönch-Stils ein Bein nach dem anderen. Peter Alexander verwandelt den Kampfplatz durch perfekt getimten Fünfzigerjahre-Slapstick in ein turbulentes Komödienspektakel. Nach vollendetem Gefecht haken sich die drei Herren fröhlich unter und machen sich auf, das Land aus den Fängen der Freiheitsfaschisten zu befreien.

Donnerstag, Dezember 08, 2022

Tipps und Schnipps für Katzenfreunde. Obacht: Cat Content = Verblödungsversuch

Fun Facts!

Die gemeine Hauskatze ist ursprünglich eine unabsichtliche Erfindung der NASA, die so wie Teflon in der Wirtschaft größeren Einsatz gefunden hat. Sie wird heute überwiegend zu Überwachungszwecken von großen Tech-Konzerne in Privathaushalten verwendet.

Die Cats-Verfilmung war wegen des uncanny valley extrem unbeliebt. Die Produzenten haben die Akzeptanzlücke bezüglich künstlicher Figuren missachtet. Die dürfen nicht zu menschenähnlich sein. Tiefpunkt: Zombie. Sehr beliebt: Stofftiere und Pornostars.

Eine der bizarrsten Erfindungen war die Katzenorgel: Ein Instrument, das so wirkt, als habe es sich René Monet für einen seiner Texte ausgedacht, dabei war es Athanasius Kircher 1765. In ein Gerät gespannten Katzen sollten in einer bestimmten Tonhöhe jaulen, sobald ein an den Tasten des Klaviers angebrachter Nagel sie in den Schwanz steche. Monty Python's Sketch „Musical Mice“ ist eine direkte Referenz. „Der Zweck des Instruments war die Behandlung von Patienten, denen es schwerfällt, sich zu konzentrieren. Man glaubte, dass die Aufmerksamkeit eines Patienten, der dazu gezwungen wird, das Katzenklavier zu sehen und zu hören, zwangsläufig auf das Instrument gerichtet wird und er somit geheilt ist.“ A!D!H!S!

Die besten Tipps für Katzenfreund*innen!

1. Nie gegen den Strich streicheln

2. Die Katze muss angesichts der Komplexität des 21. Jahrhunderts und all der Krisen reformiert werden. Es braucht eine beschleunigte Zuchtwahl weg vom Singvogelverzehr hin zur Nacktschneckenernährung.

3. Immer frisches Wasser bereitstellen, auch wenn sie aus dem Klo säuft.

4. Katzen in Klimaproteste einbinden, um die Sympathien der Bevölkerung wiederzuerlangen. Aber nicht die Katze selbst auf die Straße kleben, sondern nur den Katzenkorb. Beim Klimagipfel in Ägypten wurde übrigens die Gelegenheit verpasst, die Sphinx mit Hummus zu bewerfen.

5. Raubvögel wiederansiedeln, um mehr Fairness im Survival of the Fittest zu erlangen, zB. Harpyien aus Südamerika.

6. Regelmäßig entwurmen

7. Einen Tiger aus artungerechter Haltung freikaufen und so dressieren, dass er in Sibirien ausgewildert wird, wo er Vladimir Putin beim Fischen anfällt und aus dem Bestand der Menschheit letal vergrämt.

8. Friedensverhandlungen im ORF Studio, im Bühnenbild von „Wer will mich?“ ein Ein Edith-Klinger-Look-and-Talkalike führt harsch die Gespräche zwischen Selenski (der bitte nicht wieder im T-Shirt auftrickst, wo sind wir denn?) und Putins Nachfolger. Es sind zutrauliche Katzerl am Set, um alle zu beruhigen, wenn's heiß wird (z.B. Krim).

9. Katzen bitte nicht vegan ernähren, sonst sterben sie, lieber gar keine ins Haus tun.

10. Die Lösung für Schrödingers Problem: Schaut's in die depperte Schachtel, das Tier ist mittlerweile fix tot!

11. Nicht mit Katzen auf Bums-Profil-Fotos posieren, Statistiken weisen eine deutliche Attraktivitätsminderung nach. Lieber einen echten Tiger. Business-Tipp: von der Landwirtschaftskammer und der EU eine Tiger-Farm subventionieren lassen, zB im Gewerbegebiet Traun.

12. Apropos Business: die Cat-Customizing-Werkstatt, in der man seine Haustiere tieferlegen, stretchen oder neu lackieren kann. „Evolution fast forward“.

13. Mit Liebe und Geduld könnt ihr auch störrische Stubentiger zu schmusigen Samtpfoten machen!

Donnerstag, Oktober 10, 2019

"Dominika Meindl – Despotie und Poesie"

Auszüge aus ihrer nicht autorisierten Autobiographie

Von Monika Meindl, ehem. Chefredakteurin der OÖN

In einer Pause beschloss ich, einen Schluck Kaffee zu trinken. Kaffe ist ein schmackhaftes Heißgetränk, das in Äthiopien erfunden und in Wien zur Marktreife gebracht wurde. Ich war aber in Linz. Ein kalter Novembertag an den Gestaden der Donau, die hier durch die Stahlstadt mit ihren 452.565 Einwohnern fließt. Die Donau ist der größte Strom Europas und sichert den Wirtschaftsstandort Oberösterreich nachhaltig. Als ich Dominika Meindl hier das erste Mal sah, wirkte sie in Gedanken verhangen. Ihre vom Klettern gestählten Finger hielten in der Rechten einen Krug Schlägler Bier, das beliebteste Bier nicht nur der Region Oberes Mühlviertel, ein Leitbetrieb zum Vorzeigen, wie sie unter der Regentschaft Meindls zuhauf entstanden. In der Rechten den von ihr so geliebten Gerstensaft, in der sehr starken Linken – die meisten herkömmlichen Menschen haben ja einen deutlich schwächeren Arm, meistens den Linken – in der fast genauso starken Linken von Meindl, die damals noch die jüngste Lesebühnengründerin der Zweiten Republik war, da lag der Nacken ihres Vertrauten Prof. Buttinger. Es ist typisch für die Kultur des Anpatzens in diesem Land, dass Meindl nachgesagt wird, sie verlange von ihrem Beraterstab stete sexuelle Bereitschaft! Das Kartenhaus der Lüge wird auch in Bezug auf angebliche homosexuelle Präferenzen der jungen Präsidentin einstürzen, die immer klar gesagt hat, dass sie bei der Befriedigung ihrer erstaunlichen geschlechtlichen Bedürfnisse keine Rasse und kein Geschlecht dem anderen vorziehe, hauptsache, es ist ein jedes Mal auch ein bisserl das Herz dabei.
[...]
Im Volksstamm der Burjaten, die sich im Zuge der Völkerwanderung in den Wäldern des Bezirks Urfahr Umgebung niedergelassen hatten, war es üblich, die Kinder mit ihrem Hausnamen zu rufen, “Dominika” ist also der Nachname, die korrekte Anrede (bis zur Erlangung von Magistertitel und Präsidentschaftsamt) war also stets “Meindl”. Meindls Eltern hatten es sehr schwer als Kinder der letzten Köhler von Gramastetten, doch als Angehörige der Aufbaugeneration konnten sie durch täglich 12 Stunden Arbeit einen bescheidenen Wohlstand schaffen. Es ist wiedereinmal ein verbaler Anschlag der neidigen Gegner, zu behaupten, das faszinierende Tyrannentalent sei ein verwöhntes Ärztekind, nein, sie ist auch eine sehr klassenbewusste Kämpferin für die Anliegen der Kleinbauern und Kleingewerbstreibenden, denn Leistung muss sich wieder lohnen.
Meindls Vater, ein bescheidener Waldbauernbub, Medizinalrat Primar Dr. Josef Meindl, erzählt, dass seine Drittgeborene schon mit 1,5 Jahren auf eigenen Beinen stand. Was vielleicht nicht früh ist, angesichts der barocken Ausmaße der Gliedmaßen aber schon wieder eine Top-Leistung. Es ist jedoch ein Gerücht, dass Mutter Anneliese ihre Tochter zur Kinderärztin getragen habe, da sie vermutete, ein Herzfehler sei schuld daran, dass sich Meindl erst mit einem Jahr zu bewegen begann, und dass die gemeine Ärztin gesagt habe, “nein, die ist nur faul”. Das ist diese Niedertracht des Anpatzens, an dem sich Meindl nie beteiligt hat.
Die junge Präsidentin wusste sich überall gleich Freunde zu machen, sei es durch ihre charismatische Ausstrahlung, sei es durch ihre Bildung – ein Abschluss in Philosophie mit ausgezeichnetem Erfolg, was Meindl aber immer wieder vergisst, weil ihr Noten nicht so wichtig sind. Sei es durch ihre leicht groben, leicht lustigen Scherze, mit denen sie sich auch dem weniger gebildeten Volk verständlich zu machen weiß. Meindl besticht durch ihre Vielseitigkeit – sie kann drei bis vier Bier (bevorzugt Schlägl, hidden champion der Braukunst) trinken, aber auch druckreif über “Singularität und Alterität unter besonderer Berücksichtigung der Dekonstruktion Jacques Derrida” referieren. Wenn sie von ihren wissenschaftlichen Expeditionen und kühnen Abenteuerfahrten in das von ihr so innig geliebte Tote Gebirge erzählt, kommt die gefühlvolle Seite der sonst so tough wirkenden Despotin durch. Gestern war sie zum Beispiel auf dem Großen Kraxenberg, wofür sie den Aufstieg über die südliche Wassertalflanke wählte, ein alpinistischer Husarenritt der Schwierigkeitsstufe II, frei geklettert, wovon die bergtaugliche Präsidentin nicht viel Aufhebens macht. Wann immer sie auf dem Plateau des größten Karstgebiets Mitteleuropas angekommt, ist sie so gerührt, dass ihr manchmal das Wasser in die Augen steigt, die grün wie das absterbende Laub der Latschen im Herbst sind. “Wenn die Gamserln so lieb im Gebirg stehen”, sagt sie immer, “und die Sonne über die geliebten Gipfel streicht, da sehe ich wohl ist die Welt so groß und weit Und voller Sonnenschein. Das allerschönste Stück davon Ist doch die Heimat mein Dort wo aus schmaler Felsenkluft Die Steyr springt heraus Vom großen Priel dem Grat entlang Bis zu der Staumau in Klaus. Hei di hei da hei da Ju vi val le ral le ra Hei da hei daJu vi val le ral le ra!” [spätestens hier haltlos weinen]

Dienstag, März 12, 2019

Blaue Eier, Hitlers Fehler und noch was zu Vögeln

Neues aus der Reihe "Was ich eigentlich für die Lesebühne geschrieben hätte, aber nicht vorlas, weil ich mich wieder einmal total verplaudert habe":

Die blauen Eier des Trauerschnäppers

Oder: Was Menschen mit Vögeln verbindet

Wird der Mensch sich selbst zum Rätsel, spechtle er die Tierwelt aus. Besondere Einsichten gewinnt, wer sich Vögeln widmet. Hier bietet sich der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) aus der Familie der Schmätzer an. Der gefiederte Freund hat nämlich ein Faible für blaue Eier.
Sie in dieser Farbe zu legen ist für Mutti Schnäpper auf den ersten Blick eine kraftraubende, evolutionär sinnlose Verschwendung. Der Trauerschnappvater jedoch weiß ihre Plage zu würdigen und hilft bei der Brutpflege, je blauer desto eifriger. Der Vögelkundler schließt: Der männliche Eispender erachtet das Signal der Vogelmutter (sinngemäß: „Hilf mir mit den Kindern, du Ei!“) als vertrauenswürdig, weil sie sich für die Bläue der gemeinsamen Brut so viel angetan hat. Vergeudung ist also sinnvoll.
Diese Handicap-Theorie ist das Gegenteil zur Sackgassentheorie, nach der etwa törichte Pfauenfrauen ihre Spezies in eine evolutionäre Sackgasse getrieben haben sollen, weil sie es nur mit Artgenossen mit großen Schwanzfedern getrieben hätten. Richtig aber ist: Blaue bzw. große Dinge = großes Vertrauen. Und Vertrauen ist das Hochbeet der Liebe.
An dieser Stelle reichen einander Ornithologen und Psychologen jauchzend die Hände.
Die blauen Eier sind dem Menschen blondes Haar. Es tritt in der Regel mit mangelnder Hautpigmentierung auf. Legen sich männliche oder weibliche Blondinen in Zeiten der Klimaerwärmung trotzdem auf den Freibadgrill, signalisieren sie mit ihrer verschmorten Haut potenziellen Ei- oder SamenspenderInnen, dass sie an die große Liebe glauben. Der Erfolg gibt den blonden Bestsellern auf dem Markt der Geschlechter Recht.



Hitler irrt, Teil 3645467657

Eine liebe Passage aus „Mein Kampf“, wo Hitler versucht, Darwin zu verstehen, aber recht deutlich scheitert (am ontisch-ontologischen Fehlschluss, falls Sie es genau wissen wollen):
"Jedes Tier paart sich nur mit einem Genossen der gleichen Art. Meise geht zu Meise, Fink zu Fink, der Storch zur Störchin, Feldmaus zu Feldmaus, Hausmaus zu Hausmaus, der Wolf zur Wölfin usw."
 

Vögeln an der Börse

Folgendes: Ein südkoreanischer Papagei hat in einem Experiment 2009 fast alle humanen Ko-Spekulanten aufgejausnet. Nur zwei Spekulatii waren besser, der Rest stank gegen den Federmann ab. Der schnäbelte per Zufall aus dem Portfolio, die menschenartigen Börsexperten nach Strategie.
Die Börse in Shanghai reagierte umgehend und sourcte flugs sämtliche Wertpapier-Consultings an die Geflügelabteilung des Vögelparks Schmiding out.
Das war jetzt gelogen. Aber da braust doch allerlei über den Assoziations-Highway. Könnte man zB nicht das Spiel so adaptieren, dass ein dressierter Affe gegen zehn menschliche Blogger antritt?
Diese Mitteilung wird übrigens gerade aleatorisch von einem Labrador-Hühnerhund-Mischling geschrieben. Ist bestimmt nicht schlechter als die letzten zehn.