Samstag, Juni 03, 2006

Westenthaler: "Wer sich nicht integrieren will, fliegt raus!"

So, jetzt wird's ernst. Ich zitiere aus den "Oberösterreichischen Nachrichten":


Wer kein Schweinefleisch isst, kann kein guter Österreicher sein und ist daher integrationsunwillig. Das ist die bemerkenswerte Theorie der Wiener FPÖ, die damit auch Vegetariern die Rute ins Fenster stellt. "Schnitzel, Leberkäse, Faschiertes oder Schinken sind als bisher unwidersprochener Bestandteil des Mittagessens gefährdet", klagten die Freiheitlichen in einem Antrag den Wiener Gemeinderat. Die Stadt Wien dürfe dem Druck moslemischer Eltern nicht nachgeben. In Schulen, Kindergärten und Kindertagesheimen müsse Schweinefleisch serviert werden. Der Hintergrund: In den Wiener Kindergärten werden täglich drei verschiedene Menüs, darunter eines ohne Schweinefleisch angeboten.




Und falls wir Vegetarier vom Leidensweg uns doch noch überwinden können: Mit der Arbeitswilligkeit ist es ja auch so eine Sache. Da hilft auch das bisschen Mähen nichts mehr, denn Chefanalytiker Doktorhaider hat diesen Aktionismus in letzter Stunde dereinst auf alle Zeiten dekonstruiert: "Am Abend wird der Faule fleissig!" Dem braucht man nicht mit dem Weinberg-Gleichnis kommen...

Donnerstag, Juni 01, 2006

Fremde Welt "Arbeit", Teil III. Heute: Hand- und Landarbeit

Freundschaft!

Die Frage, wie affig es ist, wenn sich Philosophiestudentengesindel wie du und v.a. ich an das ehrlich schaffende Proletariat anbiedert, nur weil es einmal die Grünlilie umtopft oder den Beckenboden neu betoniert, taucht in meinem Kunstwollen so regelmäßig auf wie das Amen im Gebet (über die Anbiederung an das katholische Milieu sprechen wir auch bald wieder). Ich lade dennoch herzlich zu neuen Meinungsmanifestationen ein.
Aber es ist jetzt bitte Folgendes. Seit Coala Lumpi einer Kellnerinnenkarriere in Tokio entgegenstrebt und Waldmeisterschwester Eustachia in den Wald von Natternbach zieht, steht fest, dass ich die heimische Wirtschaft übernehmen muss, weil der Altbauer immer noch fußmarod ist und ins Auszugskammerl gezogen ist.


Im Ausgedinge




Foto: Albern Egger-Linz


Wie wird's weitergehen? Ob ich bald auch Mandeln ektomieren oder Nasenscheidewände neu betonieren muss? Und was passiert dann mit meiner Kunst?!

Dienstag, Mai 30, 2006

Krawallschachteln in Marchtrenk und Jägermeister in der Jörgerstraße



Da in letzter Zeit gehäuft die Informationsfunktion dieser Publikationsplattform bemängelt worden ist, hier ein paar Informationen. Thema heute: Was tut sich so bei den Danis in unserer Umgebung?

Zunächst: In diesen Minuten (so brandaktuell geht's heute her - während ich dies schreibe, trudelt mir ein JubelSMS ins Stifterhaus) wächst die Scientific Community um ein neues Mitglied. Frau Daniela C2 hat spontane Manifestationen jugendlicher Problemkultur in Marchtrenk untersucht (demnächst auch als Hörbuch, gelesen von Prof. Rainald Hübl).


Frau Mag. C2 mit ihrem Ouevre


Das Minkasia-Redaktionsteam gratuliert sehr

Und dann: Letzte Woche promovierte Frau Dani Schwee zur Jägermeisterin. Sie wird demnächst Försterin von Natternbach und freut sich über reges Intersse an ihrer Diplomarbeit "Kunigundes Hundekunde".

Das Team von Minkasia gratuliert von ganzem Herzen, platzt vor Stolz und fordert: Gendermainstreaming im Forsthaus Faltensau!

Montag, Mai 29, 2006

Die zweite internationale A.-Stifter-Gedenkwanderung



Ein recht freundliches Grüß Gott beinaund!

Am vergangenen Wochenende fand - als wichtiger Nachtrag zum Stifter-Gedenkjahr und zugleich spezielles Leser-Geburtstagsservice - eine Wanderung auf den Spuren A. Stifters statt. Wer kennt ihn nicht, den naturliebenden Heimatdichter und Großpädagogen? Aber was viele nicht wissen: A. Stifter weilt immer noch unter den Lebenden! Es war uns deswegen eine besondere Ehre, den Jubilar in unseren Reihen zu haben.

Meine bezaubernde Assistentin und Mutter meines Sohnes erwartete uns zwar freudig, aber leider schon schlafend. Ich nahm ihr das nicht übel, bot sich doch dadurch für Stifter die Gelegenheit, mir noch drei Stunden lang über den Sozialismus in Südamerika vorzuschwadronieren.

Hier die Unterkunft:


Am nächsten Tag schwoften wir mit dem Blumen- und Käferpoeten Stifter durch die wunderschönen Fluren unserer teuren Heimat und bestimmten Pflanzen, wie der folgende Dialog zeigt.

Psychotante: Des is a Primal.

Moi: Naa, des is a Schlüsselblume.

Psychotante: Aha.

Stifter: Naa, des is a Primal!

Moi: Waun i das sog, des is a Schlüsselblume!

Stifter: Jo, maan i jo eh.


Tags darauf verdoppelten wir uns spontan. Hier die Restwanderer:



Im Zuge eines launischen Hüttenabends geschah es dann schließlich noch, dass im Matratzenlager eine Flasche Kirschbrand das schöne Wochenende beschloss. Aber darüber zu sprechen wäre postpubertär.



Mittwoch, Mai 24, 2006

Living and Dying in Linz

Immer wieder einmal ein Quoten-Heuler: der Tod. Meine Meinung dazu: Redet nur für euch, ich habe vor, ewig zu leben.
Für den Fall des Falles aber kann man sich hier in Linz im Hof eines Miethauses verscharren lassen, wenn man Understatement schätzt.


Dienstag, Mai 23, 2006

Edith Klinger informiert: Schildkrötenunterfunktion

Gerne stelle ich diese Informationsplattform für "humanitäre" Anliegen zur Verfügung - ganz besonders gern und immer wieder dem Idol der Samstagabende meiner Kindheit: Edith "Dirndldomina" Klinger! Folgender Aufruf erreichte am Samstag die Redaktion:

"Guten Tag, liebe Zuseher da draußen!

Heute hab ich einen ganz schweren Fall für Sie! Das ist Afra2, sie ist ein bayrisch-oberösterreichisches Mischlingsmäderl und eine ganz eine Liebe. Sie ist noch nicht ganz sauber, aber mit viel Geduld kriegt man das in den Griff. Wir haben sie aus einem Haushalt im Zentralraum. Sie musste von ihrem Platzerl weg, weil die Schildkröten der Familie eine Allergie bekommen haben.
Also sowas muss man sich schon vorher überlegen. Man kann ja nicht die Schildkröten einer solchen Tortur aussetzen! Ich sag's ja nur ungern, aber manche Leute wissen offensichtlich nicht, wie man Schildkröten hält!
Also, die Frau Minkasia und ich sitzen jetzt bis 17.00 vorm Computer und nehmen Ihre Anfragen entgegen."



Sonntag, Mai 21, 2006

Kein Wein in Wien

Wahrlich, eine gute Woche beginnt mit einem kurzen Blick ins Weblog eures Vertrauens! Seid in diesem Sinne gegrüßt und mit Information belohnt.
Ein kleines Geplänkel war ja schon im Kommentarteil des Vorgängerpostings zu lesen, Stichwort "Jugend ohne Alkohol" usw., wir können also diesen Teil auslassen und gleich einmal ein wenig unsere Augen auf der pfiffigen Wochenendgarderobe der lieben Psychotante ruhen lassen. In dieser Aufmachung chillte sie am Samstag neben mir im Muqua und würzte die locker vor sich hinplätschernde Konversation mit frühlingshaften Ansagen wie "Puppi, sog ma, wos für aana da gfoit, i hoi dan!" oder "Gsgs, vo öf auf zwöf, wos sogst?"


Hot Stuff auf der Machobank



"Anschließend" wechselte ich über in "meine" Wohnung. Der Weg führte mich vorbei an Menschen, die Kampfhunde und Selbstgepräche führten, aber nichts brachte mich so aus dem Konzept wie der erste Anblick dessen, was Coalas Gestaltungsneurose aus dem ehemaligen Palais Saugarten gemacht hatte: Die ganze Bude sieht jetzt aus wie das Nest einer hyperaktiven schwulen Elster. Die spinnt doch, die Alte.
Am meisten erschüttert haben mich die Fotos völlig wildfremder Menschen, die sie überall herumstehen hat und als die Bildnisse ihrer Freunde ausgibt.



Auf Platz zwei der nach oben hin offenen Richter-Skala der Erschütterung landete Coalas Glasfraß-Klage: Statt eines Grußes zerrte sie mich wehrlos mit den Augen Rollende in das Bad (nunmehr "Wohlfühloase") und fuchtelte mit einem Putzutensil vor meinen rollenden Augen herum. Dazu plärrte sie "Des is do ned zfü valaungt, wau ma nochm Duschn do amoi drüwageht!"






Man konnte sich noch nicht mal normal die Zähne putzen; auch hier gibt es nun im Haushalt des Sockenpapstes "kleine Helfer":






Nicht unerwähnt lassen sollte man aber die gewaltige Leistung, dass Coala neben dieser physisch sicher aufreibenden Gestaltungsarbeit so nebenbei noch eine Diplomarbeit gebastelt hat, gelegentlich deren Drucklegung Frau Birne Lumpenberger im Namen des Putzleinsdorfer Elternvereins herzlich gratulierend vorstellig wurde.


Was gibt es sonst noch zu erzählen? Nicht mehr recht viel, außer dass im Rahmen des Songcontests "Blue Eye" Strache für Bosnien-HCgowina performt hat:

Überhaupt, der Songcontest. Diese Sammlung gesungener Argumente gegen die Osterweiterung weist ja durch den zunehmenden Einsatz "ironischer" Interpreten schon länger leichte Selbstdekonstruktionstendenzen auf. Unter uns, das Ding riecht nicht nur ein bisschen komisch, es ist maustot. Und die finnischen Sieger, diese kitschigen Hardrock-Gruselpuppen, quasi "Slipknot" für ganz Arme, sind ein wenig so wie die Säfte des Magens, die stets den Anstoß zur Fäulnis eines Leichnams liefern.

Mehr will ich dazu nicht mehr sagen. Nun aber flugs zurück an die Arbeit, auf dass das BIP floriere! Und freut euch jetzt schon auf die sehr bald folgende Ausgestaltung dessen, was Coala gestern drei Sekunden vor dem Einschlafen noch zum Thema "Schildkrötenunterfunktion" eingefallen ist!

Donnerstag, Mai 18, 2006

Prinz(essin) von Linz

Liebes Volk!

Im Sinne der Verpflichtung zur Offenlegung privater Umstände im Rahmen der Weblogberichterstattung kann ich euch heute mitteilen, dass ich bald gleichsam im Linzer Schloss residieren werde. Die Verkehrsanbindung ist optimal - gleich ums Eck fährt jede halbe Stunde der gelbe Touribus vorbei und bringt mich zu den bezaubernden Sehenswürdigkeiten meiner neuen Heimatstadt. Die Wohnung selbst bietet zahlreiche Vorteile, so wird man darin nichts verlieren können, keine Agoraphobie entwickeln und aufgrund günstigen Lichteinfalls durch das eine nordseitige Fenster keinen Dreck am Boden sehen.

Freilich, mit unserem ehemaligen LH Gleissner möchte ich sagen: "Ich kam nach Linz! Erster Eindruck: Kummer und Trümmer." Oder mit Coala Lumpi: "Und do wüst hi?! Do is jo nix!"

Aber: Auch Max Goldt war hier und hat beim Bahnhofswürschtelstand einen Kaffee getrunken und die Wilde-Aphorismen auf den dort gereichten Zuckertütchen honoriert. Außerdem verwandelt sich der Leidensweg allmählich in ein Plastikmahnmal für die Zumüllung der kommenden Generation - in jedem Garten metastasieren kleine Gedenkstätten des juvenilen Kapitalismus. Da muss ich nicht mitmachen!

Sonntag, Mai 14, 2006

Muttertag ist nicht fürn Hugo!

Nach einem etwas verpatzten Start in den Muttertag (vom Leischen am späten Sonntagvormittag von einem gleichsam fremden Mann im Cabrio heimgebracht werden freut kein liebend Mutterherz) wurde ich im Schwesternverbund heute Mittag mit einem schönen Gedicht vorstellig - natürlich inkl. des Blumenkohl/Karfiol-Heulers.
In einem weiteren Festakt durfte ich als Schöneringer Gedenkakt-Beauftragte meiner eigenen Mutti als dienstältester Mutter des Leidensweges das steinerne Inka-Mutterkreuz überreichen.

"Wer hot denn leicht Geburtstag?"
"Niemand!!!!"
"No der wird si owa gfrein."




Und schließlich mein kleines Liedchen:


Muttis dieser Welt!
Ich will euch nicht störn!
Muttis dieser Welt!
Könnt ihr mich hörn?
Ich will euch gar nicht plagen,
das würde ich nie wagen!
Alles was ich will
ist Hallo sagen.

Leser-Geburtstagsservice

Zur Abwechslung wieder einmal ein bisschen Rätselspaß: Wer ist das bezaubernde Geburtstagsblondinchen heute bzw. wer die gleichfalls betörende große Schwester? Zu gewinnen gibt's ein Schiff vom Titicacasee!



Herr Willibald B. hat sich im Zuge der gestrigen Geburtstagsaktivitäten als treuer Weblogkonsument und großer Rechner geoutet: "Weil waunst 110 Stroßnkinda in d'Heh schupfn kaunst, daun miassast a aan Willi schupfn kinna." So schaute das dann aus:



And there's more to come! Verpassen Sie nicht den spontanen Gastauftritt von Jon Bon Jovi und Vroni beim Freaken!


Samstag, Mai 13, 2006

Neue Geschichten vom Scheitern - The not so Great Escape



Als kleinen Vorgriff auf die Reiseberichterstattung, die sich ereignen wird, sobald meine Seele nachgekommen ist und ich weiß, was die Reise mit mir gemacht hat, möchte ich euch noch schnell eine Geschichte erzählen, die sich in Bolivien in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends abgespielt hat.



Ich war damals noch sehr jung, 27 vielleicht. Weder mein Vater noch ich erinnern uns an den Anlass für meinen Beschluss abzupaschen, wohl aber an die Folgen: Mitten auf dem Salzsee von Uyuni beschloss ich, davonzulaufen und mich dem bolivarischen Nationalzirkus (wurde von Evo Morales gerade rückverstaatlicht) "anzuschließen". Ich wusste sogleich, dass ich aufgrund meiner in der Zwischenzeit zu erstaunlicher Kunstfertigkeit angewachsenen elfenhaften Eleganz und Akrobatik dort jubelnd empfangen werden würde.


Ich nahm zwei Atemzüge und schickte mich an, laufend den Salzsee, der nur so groß wie Oberösterreich ist und auf 3600 m liegt, zu überqueren. Nachdem ich zwei Schritte getan hatte, musste ich japsend einsehen, dass ich meine Flucht wohl etwas entschleunigen würde müssen. Dann ging ich!

Mein Vater erzählte Tage später unter Tränen (allerdings nicht der bitteren Reue), er habe mich langsam davonlaufen sehen und sich dann nach einer halben Stunde gefragt, ob er sich jetzt Sorgen machen müsse. In der Zwischenzeit war ich ca. 200 m weit gekommen. Ich setzte mich erschöpft auf die Oberfläche des Salzsees und aß meinen ganzen Proviant auf. Dann wurde mir klar, dass das so nichts werden würde. Ich blies die ganze Sache ab! Nach einer halben Stunde und zwei Minuten kehrte ich in die Arme meines lachenden Vaters zurück.
Deswegen bin ich doch nicht drüben geblieben.

[Nach einer Erzählung von Dominika Meindl. Original nachzulesen unter dem Link in der Kopfzeile]

Rock on Blumfeld!



Gestern waren die Hamburger Beschwerderocker von Blumfeld hier, um die traurigen Kinder der Stahlstadt zwei Stunden lang glücklich zu machen.
Es folgt eine konkrete Handlungsanweisung (so etwas braucht die Jugend in diesen überliberalen Zeiten ja ganz dringend): Am Sonntag beglücken sie auch die Heimat der Hausmeister - geht hin!

Donnerstag, Mai 11, 2006

Leser Special-Geburtstagsservice: Clara Cäcilia Goldbär

Frauen dieser Welt - für euch erreicht: Gendermainstreaming auf Leidensweg Nr. 5! Ab jetzt ist auf die lärmende Nachbarschaft korrekt mit "BoyzInnen" zu referieren.
Und hier das vom Familienpressesprecher (der in diesem Fall eine Personalunion mit dem Paparazzo eingeht) freigegebene Exklusivfoto:




Als (nur zum Schein) Hl. Minkasia vom Leidensweg, Schutzpatronin der mausbraunen Drittgeborenen und Sandwichkinder, Nach- und Vorlassbearbeiterin all jener, die am 8. Mai zur Welt gekommen sind (zzt. G. Fussenegger, demnächst Lex Barker), "schließe" ich mich gratulierend und vor allem segnend der Leserschar "an".


Hinten links kann man gut die Aureolen einer Marillenerscheinung erkennen.

Dienstag, Mai 09, 2006

Revuelvo al Norte!


Demnächst in diesem Theater: Mucho Mehr Minka auf der rechten Seite. Reiseberichterstattungen, auf die die Welt nicht unbedingt gewartet hat. Süß wie Inkamusik, interessant wie eine Fischvergiftung.




Freitag, Mai 05, 2006

Next to come: Chile sin Carne

Weil im Hotel das Internet gratis ist, kann ich euch schon wieder ein paar Zeilen aus dem schicken Weitwegistan zueignen.
Ich muss euch naemlich sagen, mein Knie schaut heute aus wie eine Chorizo (bol. fuer "Wurscht"), weil ich gestern stundenlang im Kinderheim Chicitos in die Luft geworfen habe - und das waren ca. 110. Das kommt davon, wenn man ueberall Bloedsinn vorbeibringen will. Am Ende zeigte ich ihnen dann, wie man richtig Klimmzuege macht; das Ergebnis war durchaus malerisch: Ein Dutzend kleiner Indigenos baumelt gicksend an der Torstange.



Mehr kann ich euch jetzt auch nicht berichten aus Weitwegistan.

Donnerstag, Mai 04, 2006

Chillen in Chile statt Bulimie in Bolivien

Buen Dìa, Chicitos!

Heute ist der letzte Tag in Bolivien - wir sind in La Paz und guter Dinge, auch wenn wir gestern mit demjenigen diniert haben, der die beiden ermordeten Oesterreicher eingesegnet hat. Ein bisschen hat man das schon im Kopf, wenn man hier herumflaniert...
Der Essstoerungsbezug in der Ueberschrift ist in Assoziation mit den hiesigen Portionen entstanden: Hier kriegt man seine Gerichte immer im Schlachtplattenformat - ich war noch nie so froh, Vegetarierin zu sein. Fuer alle Zartbesaiteten: Man isst hier auch Meerschweinchen. Da ist der Sprung in Richtung HundKatzMaus auch nicht mehr weit. Aber wie sag ich immer: Wenn schon Fleisch, warum dann nicht mit kuscheligem Pelz?
Morgen beginnt die letzte Etappe in Weitwegistan, und ich verspuere noch kein unbewaeltigbares Beduerfnis zur Heimkehr. Um einen meiner Reisekollegen zu zitieren: "Mei Liawa, auschau kunnt ma si a so vue, owa mid da scheiss Oawat vatuat ma si de gaunze Zeit!" Als ich vor einer Stunde einen bestellten Geburtstagsanruf erledigte und von meiner Heimreiseunlust berichtete, meinte das Geburtstagskind nur grob: "Daun bleib." Na wartet, bis naechste Woche werd ich euch schon noch fehlen, dass die Schwarte kracht!
Vaya con Dìos!

Freitag, April 28, 2006

Peru raus, Bolivien rein!

Meine geliebten Leserkinder!

Nach der Vollendung des Inkapfades ist die Haelfte der Mitreisenden inkl. meinereiner derart fussmarod, dass ich zuweilen glaube, auf einem Reha-Ausflug der Hueftgruppe zu sein.
Viel schlimmer war aber die Rueckreise im Zug von Machu Picchu, die einer ueblen Heizdeckenfahrt glich. Das Bordpersonal muss dort den wehrlos dahockenden Touris, die von Hoehenrausch, Sonnenstich und mystischen Erlebnissen noch ganz damisch sind, Strickware vorfuehren bzw. zum Erwerb derselben animieren. Dazu droehnt der ubiquitaere Inkasound aus den Boxen, waehrend draussen die Campesinos den Kukuruz mit der Hand ernten. Man stelle sich das bei den OEBB vor - auf der Strecke von Innsbruck nach Salzburg erklingt der Zillertaler Hochzeitsmarsch und die Schaffner muessen einen Trachtenmodencatwalk hinlegen. Obwohl, das haette schon wieder was!
Wie auch immer, Peru ist so schoen, da kann mich so eine Alpaca-Heizdeckenfahrt gar nicht nachhaltig verstimmen.


Morgen kommen wir nach Bolivien bzw. Copacabana, wo man in der juengsten Vergangenheit mit unseren Landsleuten nicht immer recht pfleglich umgegangen ist. Aber ich kenne keine Furcht, denn ich habe seit heute eine Okarina bei mir - and I am not afraid to use it! Und ich weiss auch schon, wessen Kinder dieselbe nach geglueckter Rueckkehr geschenkt bekommen werden, zusammen mit einem Llama, das !Chanchon loco! quaekt, wenn man es drueckt.

Embracos grandes!
Vuestra Madrita del Loco di Uebo

Samstag, April 22, 2006

Arequipa - Cusco

Hola Amigos!

Fuer euch erledigt:

- Wie ein Kind am Strand herumgerannt
- Sonnenbrand eingefangen
- Inkahaube erworben
- Lama gestreichelt
- Kondor beim Pasar beobachtet
- Panfloete gespielt (und nachher aufgrund der Hoehe aus Luftmangel fast umgekippt - ehrlich)

Die Haelfte der Companeros laboriert an einer Fischverstimmung, ich konnte tolle Erfolge bei der Missionierung fuer die vegetarische Sache feiern.

Soda, es geht schon wieder weiter - seid alle geherzt!

Donnerstag, April 20, 2006

Nasca - Arequipa

Guten Morgen, ihr Zurueckgebliebenen!

Ich kann nicht viel schreiben, weil wir gleich weg muessen (11 Stunden im Bus!!!). Gestern waren wir am Meer und sind mit einem Flugzeug ueber die Nasca-Linien geflogen! Da sag ich nur: super Sache.

Meine Zeit ist um!

Montag, April 17, 2006

Prima Klima in Lima

Seid in aller gebotenen Kuerze gegrüßt und eurer sicher schier unerträglichen Sorge um meine psychophysische Integrität enthoben, ihr geliebten Leser in der Heimat!
Ich kann noch nicht von allzu viel berichten, was euch hinterm Ofen hervorlocken könnte, außer dass es in unseren schnelllebigen und distanzlosen Zeiten durchaus noch Anreisezeiten gibt, wo ich sag, jawoi, das ist eine Zeit: Wir sind gestern auf insgesamt 26 Stunden gekommen. Da muss jeder verstehen, dass man sich gleich einmal ein paar Pisco Sours hinter die Binde kippt, bis die Seele nachkommt.
Die Latinos sind in der Tat sehr hetero, aber ich versuche die augenrollend angedeutete Unbill hintanzuhalten, indem ich mir dieses Hotel-Türschild mit "No molestare, per favor!" um den Hals hänge - bislang mit gutem Erfolg. Ich wurde gestern übrigens schon für eine Brasilianerin gehalten, was doch viel schicker ist als die übliche Südboehmin.

Samstag, April 15, 2006

Link zum Missing Mink

Geneigte Leserschaft!

In wenigen Stunden naht der Aufbruch zu einer etwas ausgedehnteren Exkursion: Nachdem im Böhmerwald sämtliche Spuren Adalbert Stifters gefunden, bewertet und archiviert worden sind, werde ich nun mit meinem Forschungsteam dem Wirken unseres großen Dichters in Peru, Bolivien und Chile nachgehen. Ich denke, dass sich da einiges finden wird.
Ich bin des Weiteren sehr froh, den Bauernbund als Sponsor gewonnen zu haben. Als kleine Zusatzaufgabe werden wir also der ansässigen Bevölkerung heimische Agrarprodukte näher- und das Tarockieren bei-bringen.
In diesem Sinne! Auf ein hoffentliches Wiedersehen im Mai - möge diese Publikation die einzige bleiben, aus der man über den Expeditionsverlauf erfährt!

Was viele nicht wissen: Stifter war einige Zeit Lama-Züchter in Bolivien.
Übrigens schaut der späte Stifter aus wie der späte Elvis. Denkt da mal drüber nach.

Mittwoch, April 12, 2006

Minkasia - Lord of the Files

Im neu gestalteten Profil habe ich es schon erwähnt: Ich bin jetzt Archivarin für eh alles. Das wurde mir bei der Berufsberatung aufgrund meiner leicht zwangsneurotischen Persönlichkeitsstruktur nahegelegt. Nichts also mit Landeshauptmann-Double, Fassadenkletterei oder Minenentschärfung. Auch die Sache mit dem Kabarett hat man mir ausgeredet - angeblich weil da die Arbeitsmarktlage momentan nicht so rosig ist, aber ich hege einen schrecklichen Verdacht bezüglich des Kunstverständnisses meiner Fallbetreuer.
Nun habe ich also einen Arbeitsplatz und lege Schriftstellerkorrespondenz Kante auf Kante. Parteienverkehr gibt's keinen, dafür dürfen aus meinem Radio den ganzen Tag lang Schleifgeräusche dringen.
Gestern aber wurde mein beschauliches Archivsdasein erheblich gestört. Auf meinem Schreibtisch lag ein Akt! Damit nicht genug, trug er auch noch die Aufschrift "Dringend"!


Berufsleben - erster Akt

Sogleich erlitt ich ein Burn-Out-Syndrom. Ich schleppte mich in die Direktion und erbat mir Urlaub. Den trete ich am Samstag an - auf Anraten des Primars meines Vertrauens muss ich für vier Wochen zur Kur in die Anden. Mir erscheint das ein bisschen übertrieben, außerdem bin ich skeptisch, ob es dort Tanzcafés und Kurschatten gibt.

Verspäteter Faschingsumzug

Hier noch ein paar Bilder und Worte vom großen Umschichten, das letzten Sonntag unter dem Motto "Minki raus, Coala rein" bzw. "Von der Walzermetropole in die Stahlstadt" stand. Resümierend möchte ich euch allen Folgendes ans Herz legen: Kauft nie wieder irgendwas. Ich meine es gut mit euch.



Die mondäne Dame reist immer nur mit leichtem Gepäck durchs Leben.




Wer genau schaut, findet Skandalöses im Besitz von Coala.



Der Gegenstand in Coalas Händen macht den Einrichtungsparadigmenwechsel im Palais Saugarten sichtbar.



...gab's bei mir schachtelweis.




Trotz aller Umzugswirren hatte ich den ganzen Tag nur Männer am Kopf.

Samstag, April 08, 2006

Schreib mal wieder!

Auf Anraten diverser Institutionen besuchte ich gestern einen Workshops, auf dass ich endlich das Schreiben erlerne. Ich diktiere ja alles hier Nachzulesende meiner SekretärInnen-Crew und kann das Alphabet nur bis M. Das hat bisher gereicht, aber man soll sich doch immer ein wenig nebenher weiterbilden in unseren schnelllebigen Zeiten.
Und wer wäre da als Instruktor besser geeignet als Franzobel (nein, das ist nicht diese schottische Rockband, ihr Banausen!)?
Groß und unangenehm dann die Überraschung anlässlich der Entdeckung, dass die anderen Teilnehmer in Bezug auf diese Kulturtechnik etwas weiter waren.





Ich musste also gleichsam in Einzeltherapie. Aber Lesen und Schreiben gehen gar nicht so schwer, sodass ich schon gegen Ende der Veranstaltung dem spitzohrigen Publikum meinen Romanerstling präsentieren konnte.






Foto gähntechnisch manipuliert

Ich war am Samstag übrigens im Fernsehen - ganze zwei Sekunden war mein schreibender Oberkörper zu sehen, ebenfalls zwei Sekunden mein Daumen und meine Jury-Wertung des Poetry Slams (ja, da kommen nur ganz honorige JurorInnen rein). Aber keiner von euch wird's gesehen haben, weil die Jugend von Heutzutage sich ja zu gut für die Sendungen der Landesstudios ist!




Und weil wir gerade bei kulturellen Großereignissen sind: Big Shoutouts (oder "Griaseng Tisch&Beng", wie wir hier in der Bronx von Oö sagen) an die Impropheten, UrTheater, PostSkriptum und - last but not least - den MV Schönering!

Den offiziellen Bericht gibt's demnächst unter dem Link in der Kopfzeile des Postings - der oö. Kulturbericht wird übrigens gratis verschickt, meine Lieben - lest's wos Gscheit's!

Freitag, April 07, 2006

Einbürgerungstest für die Republik Minkasien

Heute Morgen tagte die Anfang dieses Jahres ins Leben gerufene Kommission, die vom Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten der Republik Minkasien mit der Erstellung der Fragen für den Einbürgerungstest betraut worden ist. Dieser ist ein Bestandteil der Verschärfungsmaßnahmen, die notwendig geworden sind, um den ungezügelten Zuzug hintanzuhalten. Zusätzlich zum Test müssen Staatsbürgerschaftsaspiranten nicht nur mindestens ein Jahr mit der Präsidentin bekannt sein, sondern ihr auch regelmäßig freie Kost und Logis gewähren, wenn sie auf der Pfalz in der östlichen Reichshälfte ist. Zudem muss das minkasiatische Amtsblatt alle drei Tage aufmerksam durchgelesen und kommentiert werden.

Die Fragen sind für aufmerksame Teilnehmer am Kunstwollen der Präsidentin leicht zu beantworten und sollen keine zusätzliche Schikane darstellen.


Nun liegt ein erster Entwurf für den Test vor:

1. Wann und weshalb wurde die Republik Minkasien ausgerufen?

a) Am 13. Februar 1938 als Protest gegen den sogenannten „Anschluss“.
b) Am 4. April 2005, als sich der konstruktive Teil der Personalunion „Meindlin“ vom dekonstruktiven abspaltete.
c) Im März 1526 als Auftakt zur Revolte gegen die bayerische Pfandherrschaft


2. Wo ist die Republik Minkasien zu finden?

a) Im Jugendzimmer am Leidensweg im Zentralraum
b) In einem Palais am Wiener Saugarten
c) Im Zentralraum zwischen den Ohren von Dominika Meindl


3) Wie heißt die Bundeshymne Minkasiens?

a) "Delmenhorst"
b) "Creep"
c) "Schilddrüsenunterfunktion"
Zusatzpunkte gibt es für den Refrain.

4) Wofür ist Minkasien berühmt?

a) Für zwangshumoristische Spatzenpostprosa
b) Für den Braunkohleabbau
c) Minkasien ist nicht berühmt

Frage 5 wird als bekannt vorausgesetzt (s. Link in der Kopfzeile): Beschreiben sie kurz die Parallelen in den Lebensläufen Adalbert Stifters und Minkasias!

Dienstag, April 04, 2006

Gewalt in Linz

Linz, so weiß der Spiegel seit letztem Herbst, ist "das Härteste, was Österreich zu bieten hat". Hier kloppen sich Halbstarke mit blodernden Hosen, hier zerlegt die Landjugend am Wochenende die Altstadt - und hier langt auch das zarte Geschlecht ordentlich zu, wenn es um die spontane und unbürokratische Stillung von Triebbedürfnissen geht. Folgende Szene konnte ich in meiner neuen Nebentätigkeit bei der Linzer Bürgerwehr bildlich festhalten:






Natürlich stellte ich die zwei Lustmölchinnen sogleich zur Rede. Ich bin ja nicht wie diese Tierfilmer, die tagelang die Kamera auf sterbende Tierkinder richten, ohne einzugreifen!
Únd was musste ich feststellen, als ich den Molestierten erkannte? Es handelte sich dabei um den totgeglaubten Hugo Schoissengeier aus Rohrbach, der einst mit Lisei Guryenberger liiert war und sich aus Gram die Stufen hinabsuizidieren wollte!
Diese spannende und tragische Geschichte sollten jetzt alle Leser einmal konsumieren, dann können sie meine Freude ob des Wiedersehens nachvollziehen - zu finden ist sie bei den "Narrischen Hendln" in Berninas Reich unter "Lisei".