Freitag, Mai 04, 2007

Leserspecialgeburtstagsservice: May the 4th, be with you!




Wem es trotz der gigantomanischen Einladungspolitik des Geburtstagskindes entgangen ist: Leser Josef "peinlich und unsensibel" Goldbär feierte vergangenen Freitag den nach eigenen Angaben schönsten Geburtstag seines Lebens - und das trotz Landeshauptmannsskandals und fehlender Böllerschüsse.


Bei den barocken Jubiläumsfeierlichkeiten im Seventies-Ambiente des Renaissance-Schlossmuseums war alles versammelt, was Drang und Namen hat. Also einmal der Landeshauptmann. Leser Goldbär war sichtlich aufgeregt über den hohen Besuch. Der LH stellte sich dann auch pflichtbewusst wegen der Grußworte vors Rednerpult. Dann aber der Skandal. Als das Geburtstagskind in nicht ganz uneitler Selbstüberschätzung über seine eigene Geschichte zu reden anhebt und dazu auffordert, die dunklen Kapitel der Geschichte nicht länger zu überblättern ("Das sind wir unseren Kindern schuldig!"), erkennt der LH, dass er sich im Saal geirrt hat. Nun blieb er aber nicht - wie der Rest der Gäste auch - höflich sitzen, sondern sprang mitten in der Auto-Eloge auf, um davonzuhoserln. Nicht ohne die kleine Peinlichkeit noch für eine kleine Propagandaeinlage in eigener Sache zu nutzen.






Welch eine rüde Geste! Höchst peinlich und unsensibel, wenn mich jemand fragen würde.

Da hatten wir also den Salat. Das Geburtstagskind fühlte sich leer und benutzt. Die Tränen flossen ihm in dicken Strömen die vor Gram zitternden Backen herab. Ich fasste mir ein Herz und sprach: "Weinende Piratenbraut, was soll das werden, ein neuer Ozean? Komm, lass uns kicken gehen." Die Tränen versiegten zögerlich.


Wir machten uns auf den Weg zum Leidensweg. Unterwegs erzählte ich heitere Schnurren aus meinem früheren Leben, innerlich aber nagte bange die Angst an mir, war mir doch bewusst geworden, dass auch mit der Gesamtheit von Goldbärs Freunden noch kein Team zu bilden sein würde. Was tun?


Da kam die rettende Idee. Ich steckte Passanten einen Geldschein zu und nahm sie kurzerhand mit, ebenso eine Kiste Bier. Damit lässt sich schon etwas machen, dachte ich.


Angesichts der Größe des Spielfeldes wäre die ursprüngliche Anzahl der Festgäste aber auch ausreichend gewesen. Gerade ich, die ich als bulliger Mittelfeldmotor des FC Rotation Winkeln viel Raum für meine strategische Spielentwicklung brauche, war mit den fünf Quadratmetern gleichsam unterfordert. Erschwerend kam noch die überaus brutale und ausschließlich gegen mich gerichtete "Spiel"-Weise des mittlerweile wieder aufblühenden Geburtstagskindes hinzu. Ich machte gute Miene zum schlechten Spiel und trotz mehrfach gebrochener Schienbeine weiter. Ich weinte nur innerlich ein bisschen in mich hinein.


Vier von vielen: Goldbärs Kumpels



Die zufällig von der Straße verschleppten Menschen entpuppten sich am Ende übrigens als Goldgriffe. Pet Ear half mir bei der endgültigen Dekonstruktion des gegnerischen Teams. Und Frau Ing. A. dekonstruierte das Geburtstagskind als Ganzes: Sie hatte ihm als Geschenk den Knigge für das 21. Jahrhundert mitgebracht (Message: "Du bist ein Rüpel"). Titelfrage: "Darf man per Email kondolieren?" Goldbärs Augen weiteten sich: "UND??! Darf Mann?!?" Ing. A: "Ja, man darf. Aber es wäre wichtig, das nachher auch noch persönlich nachzuholen." Leser Goldbär entfloß daraufhin etwas Speichel, er wollte schon in Richtung Computer entfleuchen. Da erkannte ich die beispiellose Verbalentgleisung: Er hatte doch tatsächlich "kondolieren" mit "kopulieren" verwechselt! Beim Barte des Propheten, ehrlich wahr! Ing. A. war sichtlich indigniert. Mit was? Mit Recht! Auch mein Antlitz erglühte vor Fremdscham wie ein bulgarischer Reaktor.

Weil ich über diesen Super-GAU der Peinlichkeit gar so schallend lachte, musste ich zur Strafe scheitelknien. Im Hause Goldbär gibt es zur zeitsparenden Maßregelung des dreiköpfigen Nachwuchses übrigens eine entsprechende Vorrichtung:




Damit war aber dann der Geburtstag vollends gelungen. Und ich? Mach's ja gerne. Für ein gelungenes Fest verschenke ich allemal meine Würde.

Die Überschrift entspringt übrigens einer echt passierten und schier unglaublichen Übersetzungsentgleisung: Bei einem TV-Interview wurde George Lucas' "May the force be with you" ganz gemäß dem Motto dieses Leserservices simultanübersetzt: "Am 4. Mai werd ich bei dir sein!" Ich könnt's nicht besser herbeischwanern.

Dienstag, Mai 01, 2007

Das vertikale Gewerbe im Ostblog

Anstatt am 1. Mai zu arbeiten, entzog ich mich der Pflicht und flüchtete erneut in den Nahen Osten (Nusskipflien, Pröllistan).



Während dort die Jungs Extreme-Enziantrampeling betrieben, gingen Mutti Nagl und ich mal nachschauen, ob nicht doch auch an den hiesigen vertikalen Kalkablagerungen die Seile von oben herabwachsen (s. dazu den galligen Kletterkommentar von Photomas). Und in der Tat, so war es:

Was der Flotschi von Wänden hält, demonstrierte er uns in beeindruckender Coolness an der Hauswand von Omaopa Nagl:



Hey Mann, piss die Wand an! Rock on!



Übrigens: Dave lernt jetzt proaktiv Deutsch und besteht darauf, beim Neunkirchner Chinesen, der nachweislich mit keinem Wort Englisch aushelfen kann, das Essen zu bestellen.

Das klingt dann so:

D: Haaallo!! Wo bist du? [Hello, how are you?]

C: Ha? [?]

D: Du essen Hause? [Do you have take-away-food?]

C: ?

Und so weiter und so weiter. Der arme Dave musste sich von mir und Mutti Nagl dafür im Minutentakt verspotten lassen. Schließlich schlug Albion zurück:



Wir sind jetzt aber wieder gut Freund miteinander.

Freitag, April 27, 2007

Pro Linz Pomeranze: LinzShots


Wer die Überschrift anklickt, kommt zur neuesten Filiale der minkasiatischen Lebensbeichte. Diesmal: Unnötige Abbildungen der Stahlstadt. Falls irgendwer von Linz '09 hier vorbeikommt: Krieg ich dafür Geld?

Mittwoch, April 25, 2007

Attwenger beim Leser-Specialgeburtstagsservice


Werte Leser und Innen, ich will nicht prahlen, aber wohl der, die unter der Kuratel der Neigungsgruppe "Freizeitterror" 30 wird - so geschehen der Frau Mutzikatz am gestrigen Abend. Weil wir sind keine Freunde, wo sich lumpen lassen und haben gleich einmal Attwenger (erweitert um Mutti und Vati Falkner + Huckey von Texta) nach Linz gelockt. Und etliche Brauereikutschen von der Trummer Heilquelle:




Frau Leitnerin gratuliert wortlos einer sichtlich gerührten Geburtstagskind

Sonntag, April 22, 2007

Kur, Kuh und Kultur

Ein Mahnmal der inneren Gelassenheit: Die Kuh (re.)
Jüngst begab ich mich aufgrund leichter kardialer Eselsohrigkeit und akut eingetretener Urlaubslust in den nahen Osten (kurz: Wien). Dort aber wurde mein insbesondere das Zwischengeschlechtliche betreffendes Ruhebedürfnis aufs Ärgste torpediert. Ich will hier keine Namen nennen, aber wenn das betreffende Subjekt noch einmal versucht, mich mit dem erstbesten Weanabatzi an der Bar zu verkuppeln, werd ich ihr den Schädel epilieren. Das in aller Liebe.

Mutti, die alte Geiß, rennd frei um (s. Schild rechts oben)

Ich entfloh gen Süden und ließ mich dort die Kalkwände hochjagen und mit Most abfüllen. Dass ich dabei fast und schon das zweite Mal einen Finger in einem Felsloch verloren hätte (beim Klettern, nicht beim Saufen), nahm ich gern in Kauf.

Wer ist da nicht froh, kein Teil einer niederösterreichischen Jugendkulturbewegung zu sein?



Tja, was soll ich noch sagen? War ja das Bisherige schon höchstens semi-spannend.

Ahja, das vielleicht noch zum Abschluss: Wissenschaftler, Politiker und überhaupt alle weisen mit sorgenzerfurchter Stirn immer wieder darauf hin, dass die postmoderne Gesellschaft immer älter wird. Das stimmt leider nur allzu sehr. Während ihr diesen Satz lest, ist die irdische Gesamtbevölkerung schon wieder um geschätzte 20 Sekunden gealtert. Denkt da mal drüber nach.

Donnerstag, April 19, 2007

Und schon wieder ein Skandal: Hitlerkatzen


Und da gibt's sogar eine eigene Homepage zu (danke für den Hinweis, Jürgen): http://www.catsthatlooklikehitler.com/
Was ist nur mit der Fauna los? Die soll sich was schämen! Alten Damen in den Fuß beißen und aussehen wie "Europas Top-Völkermörder"! Ich finde das geschmacklos und unsensibel!

Gipfeltreffen in der Schreibstube


Ein schönes und denkwürdiges Aufeinandertreffen im Bergwerk meines Vertrauens: Die größten und die kleinsten Menschen in meinem Bekannten-, ach was: Lebenskreis schütteln sich über die Gräben der physischen Extensionalität hinweg die Hände.
Mutti Nagl, sichtlich gerührt: "Welch eine Ehre, diesen großen Menschen kennenlernen zu dürfen! Diese Begegnung hat mein Leben verändert! Ich bin aber trotzdem auf dem Teppich geblieben. Der ist übrigens ziemlich schiach und voller Speisereste. Der Teppich, mein ich."
E. "The Bear" G.: "Wie niedlich, die beiden. Musste meine Brillen wechseln, damit ich sie da unten ordentlich sehe. Der Teppich ist deswegen so dreckig, weil die Meindl in einer Tour am Mampfen ist und sogar dabei die Pappalatur nicht halten kann."

Dienstag, April 17, 2007

Gedenkhumor goes public: Geschmackloser Hitlergeburtstag


Wer heute noch nicht Zeitung gelesen hat, der hole das aber zackizacki nach (Link in der Überschrift), denn in "Land&Leute" reichen heute Journaille und Betroffenheitspflege die Hand. Und mit welchen Auswirkungen bei den Zugriffsstatistiken der Online-Ausgabe!
Mehr dazu gleich einmal, ich muss vorher noch alle Verlage an den Pranger stellen, die Bücher über Adolf "geschmacklos und unsensibel" Hitler publiziert haben...

Next to Come: Hochlecken













Montag, April 16, 2007

Killerkarnickel in Linz!

Weblogleser sind besser informiert: Gerade hat die Polizei durchgegeben, dass in Linz ein "wildgewordener Feldhase" eine ältere Frau in den Fuß gebissen und dadurch zu Fall gebracht hat. Die arme Frau konnte sich nur mit Mühe ins Haus retten, ihr Mann wollte Meister Rambo vertreiben - aber das Vieh wollte einfach nicht weichen! Polizisten mussten es erschießen.

Das ist doch ein Skandal. Ich bin mir noch nicht sicher, in welche Richtung ich meine interpretatorischen Gedankengänge abschweifen lassen soll. Schlägt die Fauna zurück? Konnte hier einer mit der Postoster-Konjunkturflaute nicht umgehen? Hat jemand das Killerkarnickel der "Ritter der Kokosnuss" noch im Kopf bzw. die Heilige Handgranate von Antiochia einstecken?
Kleiner, immens pfiffiger Nachtrag: Der arme Hase musste die Löffel abgeben.

Donnerstag, April 12, 2007

Klettern gegen Rechts - Spring Open



Liebe Freunde des vertikalen Gewerbes, aber auch liebe Fußballfreunde! Ich zeige fast unkommentiert bildgewordene Impressionen vom vergangenen Samstagskonvent des Vereins "Klettern gegen Rechts". Dass mir ja keiner wieder vorwirft, Klettern sei wegen der Verherrlichung durchtrainierter Leiber latent faschistoid! Der Rest der Seilschaft hat zwar in der Tat untadelige Körperschaften, ich darf aber an mir nicht ohne Zufriedenheit die Früchte meines winterlichen Bierkonsums feststellen.

Für euch erledigt: Mein Körper als fleischgewordenes Mahnmal gegen faschistoiden Körperkult


Yess, Onkel Tom!




Karin und der Gingko



Die Weltbilder stammen wieder vom KamerAndiKind!

Dienstag, April 10, 2007

Osterschas

Nun ist also Ostern passiert, wir sitzen mit neu angefressenen Osterbauchschinken und cholerischen Cholesterinwerten im Frühlingsgeschehen herum.

Zu berichten bleibt - wie versprochen - vom eindrucksvollen Scheitern unseres Hundes Afra "Fellwurst" Bracki beim Training für die Osternest-Suchhundstaffel. Und ich muss sagen: Das Viech ist gleichsam blind! Vielleicht liegt das am Hundediabetes, denn die mit der Ernährung betraute Mutti "Oma" Meindl glaubt immer noch, sich die Liebe des Hundes mit expliziter Überfütterung erkaufen zu müssen. "Owa sie hod heit nu goa koa Frühstück ghobt!" spricht Muttern so schon am frühen Morgen, während sie das Hundehalsband weiter macht.



Jedenfalls war die hundgestützte Osternestsuche ein eindrückliches Exempel für großes Scheitern. Sogar Coala "Kanarienauge" Lumpi und Sabine "Schaasquadn" Meindl wurden vor uns fündig. Das dumme Tier glaubte außerdem offenbar, selbst der Osterhase zu sein:


Nach drei Minuten Suche (inkl. Wiesendefäkation) fiel Afra erschöpft zu Boden und wurde von der Meindloma sofort gelabt.


It's a dog's life being a dog

Mittwoch, April 04, 2007

Wölfe in Krumau





Flatu Lenc, rumänischer Wolf in Tschechien




Lesen Sie demnächst: Wie ich im stockfinsteren Krumau unter die Wölfe gekommen bin, warum hier Leichen gepfählt werden und wie ich völlig durchfroren mit dem letzten Tropfen Benzin mitten in der Nacht wieder glücklich nach Linz zurückkehrte.

Montag, April 02, 2007

Cellulite zum Selbermachen


Für euch gesehen auf der Urfahraner Hauptstraße. Ich bin ja gottseidank auf dieses Produkt nicht angewiesen, aber wer mal Orangenhaut zum äußerlichen Auftragen auf die Haut braucht, der betrachte sich nunmehr als informiert.

Donnerstag, März 22, 2007

Wirtshausunterhaltung mit den Shy Buam


Nachdem vergangenen Freitag die lieben Shy-Buam nicht wie versprochen in der Krachledernen angetanzt sind, musste ich mein Interview-Konzept leider komplett über den Haufen werfen. Und da ich populärkultur- und musikintellektuell leider gleichsam FKK bin, mussten wir uns schon nach wenigen Minuten anders beschäftigen. Da nun wiederum der Andi und der Peter offenbar genauso wenig in Wirtshäusern aufgewachsen sind wie ich, stürzten die Bierfilzneubauten auch sogleich wieder ein und gereichten nicht zur Bewunderung der umstehenden Fan-Massen.

Und was schreib ich jetzt bloß?! Die Stadl-Post nimmt mir ein Beschwerderock-Porträt sicher nicht ab. Ich werde wohl verhungern. Vorher möchte ich dennoch an die Bevölkerung appellieren, sich auf legalem Wege Tonträger dieses Linzer Top-Pop-Exports zuzulegen, damit mein Hungertod nicht ganz umsonst gewesen sein wird.

Montag, März 19, 2007

Inkognito in Sachen Literatur unterwegs


Vergangenen Freitag spülten mich die Erfordernisse meiner Erwerbstätigkeit erneut in die Wohnung der immer als "Grande Dame der österreichischen Literatur" zu titulierenden Gertrud Fussenegger. Im März des vergangenen Jahres haben wir einander noch in meiner alten Funktion als Archivarin von Sachen aller Art - darunter ihrer Briefe - kennengelernt. Im Juli dann schon bei einem Interview in meiner aktuellen Funktion als Schmierfink und Verfasserin von Gebrauchstexten aller Art. Die bald 95-Jährige war damals sehr geknickt, als sie am Ende des Interviews erkennen musste, dass ihr Nachlass nunmehr unbetreut auf das Eintreten der Literaturgeschichte wartet.

Am Freitag drückte sie mir erneut darob ihr Bedauern aus. "Da war eine junge Frau im Stifterhaus, die war mir sehr sympathisch. Die ist jetzt nicht mehr dort. Sie hieß, glaube ich, Meindl. Kennen Sie die?"
Das konnte ich nun schlecht verneinen - auch aus Höflichkeit nicht. Ich sagte also (äußerst kokett), dass ich die Frau auch kenne und recht sympathisch fände.
Naja. In den Himmel werd ich dafür nicht kommen.

Lesen Sie demnächst: Bierfilzarchitektur und der Traum vom "Last Christmas" für Liebeskummerkranke mit den Shy-Buam.


Kleiner Nachtrag: In reflexiver Retrospektive bin ich mir nun nicht mehr ganz so sicher, dass ich die Meindl wirklich kenne. Ich hab sie ja schon so lang nicht mehr gesehen. Die hat keinen richtigen Spiegel in der Bude - was einiges in Bezug auf den Sitz ihres Haupthaares erklärt.

Ich sollt wieder einmal einen Abend mit der alten Schabracke verbringen.

Mittwoch, März 14, 2007

Linz fördert den öffentlichen Verkehr


Für euch recherchiert: Die Stadt Linz will die Bevölkerungspyramide wieder umkehren und Geburten fördern. Und das - trotz sozialdemokratischer Hegemonie - auf den Pfaden des Herrn: Verheiratete können in der Stadt nämlich überall hinfahren. So wie auf der B 127 stadteinwärts Autos mit drei Leuten drin auf die Busspur dürfen (man schummelt hierorts bekanntlich gern mit Gummipuppen), können Ehepaare ihre Autos registrieren lassen.
Tu felix Lentia nube, sagt man dazu auf Englisch.

Dienstag, März 13, 2007

Morbide Phone


Skurriler Totenkult in Wien: Beim sonntäglichen Spaziergang durch den Wiener Zentralfriedhof mit Frau und Kind entdeckten wir, dass hier die Telefonnummer des Toten auf das Grab gesteckt wird. Warum das denn? Beim flugs unternommenen Rechercheversuch hat niemand abgehoben. Ist das eine klammheimliche Rückkehr atavistischer Ahnenkulte - Gespräche mit den Toten? Oder kann man über eine "Deadline"/"Totline" (haha) biographische Details des Verwichenen abhören?


Wie dem auch sei. Erwähnenswert finde ich auch, dass Birne Guryenberger eine Erleuchtung hatte (s.o.) und davon beinahe einen Sonnenbrand bekam.

Freitag, März 09, 2007

Immer nie mehr am Würschtlstand


Warmer Hans, 3.22 Uhr (die Frisur hält): Diese drei Männer strolchen seit einiger Zeit durch Linz und täuschen vor, Ster-, Grissemann und Antonin Svoboda zu sein. Bitte seien Sie sehr vorsichtig und lassen Sie sich von den Humor-Imitaten nicht unter den Tisch saufen. Es soll nicht noch weitere Opfer geben, die dann mit porösem Schädel in der Arbeit leiden müssen.

Donnerstag, März 08, 2007

Geburtstagsservice: Lebensbeichte



In aller Bescheidenheit bzw. eigener Sache: Heute feiert die Lebensbeichte drei Jahre Dienst am Leser. Die Statistik meint: Mehr als 700 Seiten Logorrhoe - das wären ausgedruckt und aneinandergereiht schon ein paar hundert Meter Papier oder etliche Festmeter Holz. Insofern ist die Lebensbeichte also bitte auch mein Beitrag zum Kioto-Protokoll.

Schreckliches zum Frauentag


Hier ein Mahnmal für die Missachtung der Frauen dieser Welt (übrigens: Hallo!), gefunden neben dem Linzer Landhauspark. Denkt da mal drüber nach!

Mittwoch, März 07, 2007

Freundschaft? Ein Schuss ins Knie!

Ein Bild wie ein Geständnis

Liebe Kinder, wiedereinmal Riesenskandal!

Alles fing sehr kultiviert an. Gemeinsam mit meinen vermeintlichen Freunden Pet Ear und Renn-Ski wohnte ich einer Vernissage des Stadtarchivs bei (bei the way: Leser Goldbär, was ist mit dem medialen Impact des Landesarchivs? Die Stadtmäuse laufen euch noch den Rang ab!). Dass es nur Sekt, aber keine Speisen - nicht einmal nacktes Brot! - gab, interpretiere ich jetzt im Nachhinein als übles Vorzeichen.

Hungrig strolchten wir in Richtung Altstadt. Auf dem Weg gabelten wir Francois "44 Cappy Sekt" Jusititia auf. Der wird übrigens auch immer schrulliger und brennt sich extra Löcher für die Brustwarzen ins Hemd. Aber das ist eine andere Geschichte.
Irgendwann landeten wir dann im Strom (für Nicht-Linzer: Damit ist nicht der elektrische Zaun gemeint, der die Kühe des Mühlviertels von der Stadt fernhalten soll, sondern eine Kaschemme, sprich: Tschumse).
Beim Nachhausegehen wurde ich eines Schmerzes im Knie gewahr. Ich schenkte der Sache nicht viel Beachtung und bettete mich zur Nacht. Mitten in ebendieser fuhr ich hoch: Mein kleiner Knieschmerz hatte sich in der Zwischenzeit in ein riesenhaft angeschwollenes Unding verwandelt. "Unangenehm: Spontane Elephantiasis!" dachte ich. Als das Fußscharnier schließlich das Dreifache seines natürlichen Umfanges erreicht hatte, griff ich nach einem Küchenmesser, da ich nun fürchtete, ein Alien würde daraus entspringen und mich, seinen Wirt, entleiben.

Irgendwann muss ich dann aber im Bier- und Voltarenrausch eingeschlafen sein. Als ich des Morgens erwachte und sogleich meine "Freunde" von dieser nächtlichen Unbill in Kenntnis setzte, kam - dank meiner Investigativjournalismus-Skillz - die Wahrheit ans Licht:

immer wennst nicht hergeschaut hast, hab ich dir heimlich gegen dein knie
getreten und dir ist gar nix aufgefallen!

schönen tag noch, p.



Wenige Minuten zuvor hatte Renn-Ski auch schon gestanden, mir knieerweiternde Drogen ins Bier gekippt zu haben.

Das sind mir schöne Freunde! Jetzt muss ich mir doch ein neues Knie kaufen:

Montag, März 05, 2007

Klausur im Ars

Zielgruppennah: Willi Molterer mit Vokuhila

Ein bezaubernden Montagmorgen wünsch ich der ganzen Welt!

Leserin Psychomutti lässt aus der Bundeshauptstadt anfragen, welche Spuren die Regierungsklausur in meiner Heimatstadt hinterlassen hat. Nun, die Abteilungsleiter des Landes haben sich ja öffentlichkeitswirksam im transparenten Ars Electronica Center versteckt. Da ich in gemütlicher Steinwurfentfernung logiere, konnte ich ihnen jeden Tag auf meinem Schulweg beim Jausnen zusehen.

Ärgerlich war nur, dass dann die gesamte Regierung des Nachts in den Krebsen zum Flippen ging. Plötzlich war das Bier aus, auf dem denkmalgeschützten Mobiliar tanzten die Pressesprecher mit den Sevierhostessen und vor dem Damenklo standen eine Handvoll angesäuselter Minister, die ständig mit glasig-taxierendem Blick "I siag an Föhla ned!" oder "No du, du schaust owa guat aus heit!" brabbelten.

Zwar ist der vorhergehende Absatz ein fiktiver Einschub, aber allein schon die hier schriftlich manifest gewordene Möglichkeit einer nächtlichen Interferenz ließ mich aufatmen, als die Regierung wieder die Stadt verließ.

Samstag, März 03, 2007

Lesergeburtstagsservice: Da Papa und seine Freundin


Lieber Primar, den die Weiden meiden, lieber Lebensmäzen, kurz: Papa!

Im Namen des Landes Oberösterreich, der Republik Minkasien darf ich auch hier von meiner Seite recht herzlich zum 61-jährigen Bestehen der Institution "Papa" gratulieren.
Deine Macht bringt Bäume zum Einsturz, Achillessehnen zum Reißen und unfähige Töchter auf den Arbeitsmarkt. So groß ist deine Strahlkraft, dass sich unser Hund auch sofort einen Vollbart hat wachsen lassen, als du dir einen solchen damals in Peru gekauft hast.
Bitte bleib weiterhin so mächtig und fleißig, bei mir dauert's noch ein wenig mit dem internationalen Durchbruch.
Und hier noch der Reim, den du dir selbst gebastelt hast:

Das hättest du dir nie gedachst,
dass du hier aus dem Weblog lachst.


Und weil's so schön ist, hier noch einmal ein Auszug aus Coala Lumpis geheimen Tagebüchern:

Donnerstag, März 01, 2007

Lesergeburtstagsservice: unser Architektenfreund


Einer meiner Lieblingsleser, unser aller Architektenfreund, hat heute - wie jedes Jahr - Geburtstag. Da muss ich an vieles denken: Etwa, wie du einmal extra den Geburtstag deiner Mutti verschoben hast, um einer Lesung beiwohnen zu können. Oder wie du dich anlässlich meines eigenen Geburtstages mit einer Pelzhaube (aka "Bärenfut") als Russe verkleidet hast. Denkwürdig war das.
Und nun verlässt du uns, bloß wegen einer "corazon"-Angelegenheit! Was haben die Spanier, was wir nicht haben? Grüne Erdbeeren und komische Tomaten gibt's doch bei uns auch schon im März! Denk doch an die globale Klimaerwärmung - was so eine Reise in den Süden an Treibstoff in die Atmosphäre plustert!
Traurig ist das.