Mittwoch, November 27, 2013

Würdelos Altern und andere Ablebenstricks

Liebe ältere Mitmenschen,

am Freitag machen wir extrig nur für euch eine Lesebühne mit dem Titel "Würdelos Altern bis zum Tod". So schaut das aus:


Für die ganz Vitalen gibt's sogar was auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=DitQ9CpVnPI&feature=youtu.be
Die Jungen dürfen aber eh auch kommen. 

Und wer das alles schon weiß, für den habe ich hier eine schöne Kletterfelsbeschriftung aus dem Böhermwald. Wie ihr wisst, steht hier "Strach" für "Angst".


In diesem Sinne: Keine Angst vor der Würdelosigkeit!

Dienstag, November 19, 2013

Tschechisch lieben


Die "BarNADETTE" ("Return of Desire" - war das mal weg?!) wirbt für ihr frühes Kommen. Im Vergleich zum schnöden "Coming soon", so muss man anerkennen, klingt das tschechische "Již brzy" [ji spritzi] dreimal zweckmäßiger.

Sonntag, November 17, 2013

Die Todeslesebühne: Stirb' mit uns!


Was soll man da noch groß sagen? Der Roiss ist super, das Plakat sowieso. Monet sieht aus wie meine Oma, ich selbst wie eine Ruhrpott-Touristin, und Prof. Buttinger fast frischer als im real life.

Donnerstag, November 07, 2013

Ruinenporno

 

Da fotographiere ich gestern dieses malerische Hotelrelikt, auf dass sich auch andere daran ergötzen, lese ich heute, dass sich mein Verhalten als "Ruinenporno" bezeichnen lassen muss. Andererseits: Tun wir bitte nicht moralisieren, warum nicht einmal Schmuddeligs tun, wir sind ja nicht aus Beton. Womit wir wieder beim Hotel Vyšehrad wären, das nämlich sehr wohl aus Beton und damit über Pornokonsum erhaben ist.

Montag, November 04, 2013

Krumau, Teil 1: Die dunklen und die hellen Biertage

Es braucht in Krumau schon sehr viel Selbstdisziplin, um nicht den ganzen Tag lang dazusitzen und ein dunkles Eggenberger nach dem anderen zu trinken. Sublimation ist schwierig, die Museen haben Mittagspause, sind skurril (s. Abb. 1 und 2) oder geschlossen, da mit einer Besuchergruppe verstopft. Also sitzen und Eggenburg trinken. Das dunkle nährt jetzt im November besser als das helle. 

Abb. 1

Im Zustand dieser Wohlgenährtheit eine chinesische Reisegruppe am Nebentisch beobachten, die versucht, im Kollektiv von allem ein bisschen zu bestellen. Am Ende steht auch vor ihnen je ein Kilobrocken Fleisch. Zahlen und Liwanzen suchen. Man hätte sie auch anderswo gegessen, aber gefunden hat man sie eben nur in der Gewölbekathedrale der Eggenberger Brauerei. Zu den Liwanzen passt das dunkle Eggenberger im Übrigen besser als das helle.

Abb.2: Ebenfalls im regionalmuseum ausgestellt: Ein mutmaßlicher Vorfahre Franz Adrian Wenzels (Kreisky), mit dem schönen Aufgabengebiet der Nationalverwaltung im Rahmengewerbe.

Dienstag, Oktober 22, 2013

Blasmusikgeruch weht zum Fenster herein: Linz, eine Stadt glaubt an sich!

Wenn an einem Sonntagvormittag Blasmusik und Krautgeruch zum Fenster hereinwehen, macht das eine Metropole wie Linz menschlich und angreifbar.

Nur mit viel Wohlwollen passt untstehende Illustration zu obigem Satz; es handelt sich dabei zwar um ein nigerianisches Filmplakat, die Dame links im Hintergrund trägt dennoch eine Goldhaube.


Mittwoch, Oktober 09, 2013

Autorennlesung / Bruckmühle Pregarten


Geliebtes Mühlviertel!
Geh' weiter, komm' morgen auch. Ich meine: drei Generationen zum Preis von einer! Noch dazu, wo ich das untere Ende beim Generationenvertrag bilden darf (obwohl ich, unter uns gesagt, schon ein wenig alterl', dafür sind der Baum und der Zemme noch topfit). 
Wenn ihr gleich sitzen bleibt, könnt ihr am Sonntag mit dem Pühringer plaudern. Na, ist das was? Ist das was!?
Deine Minki

Donnerstag, Oktober 03, 2013

Fu Long to Hong Kong belong


An sich gehören wir vom schreibenden Volk an den Schreibtisch, aber dem Stronach seine Ankündigung, die Chinesen werden das Werkl übernehmen, wenn wir ihn nicht zum Kanzler wählen, hat mich neugierig auf die neue Obrigkeit gemacht. Und so kam es, dass ich hinüberfuhr, um mir das alles anzusehen. Anbei Teile der Verwandtschaft sowie eine meiner Gattinnen, deren "yellow hair" sich schnell als echter Burner herausstellte. Erste Businessidee in der neuen Welt: Originalblondinen im erweiterten Kostümverleih. 

Umgekehrt gefielen mir Brettspiele spielende Chinesen im Linzer Volksgarten auch sehr gut:


Weiters wird eine gewisse Wohnraumverdichtung zu erwarten sein, wenn der Chinese kommt.


Dafür brauchen die Wirte nicht mehr so viel wegen strenger Raucherumbauten weinen, das wird man in Zukunft bestimmt wieder lockerer sehen. Man spart sich ja einiges im Sozialwesen, wenn eine frühere Ablebensrate beim Pensionskürzen hilft:


Entgegen landläufiger Meinungen werden Hund und Katz zwar gegessen, wenn sie aber besonders possierlich gewachsen sind, schaffen sie das Upgrade zum Ladenhüter. Die Konjunktur in der Haustierbranche ist im Übrigen eines von vielen Symptomen des kapitalistischen Kommunismus chinesischer Prägung.


Pandas, natürlich Pandas. Diesem hier ist der artbedrohende Bumsunwille förmlich ins Gesicht gestickt.

Freitag, September 13, 2013

I genier' mi ned!

Liebe Sportfreaks und Sofazombies,

es war sehr schön gestern. Als ich Hansi Orsolics "Potschertes Leben" röhrte, erfasste mich die Rührung selbst derart, dass ich fast geweint hätte.


Und weil nach der Lesebühne vor der Lesebühne ist, lasset mich schon heute verkünden, dass am 11. Oktober der ganze Segen von neuem angeht. Thema: Schund und Sühne.

Mittwoch, September 11, 2013

In the Neighbourhood, Teil 4546

Weit von unserem Haus entfernt habe ich heute eine meiner geisteskranken Nachbarinnen gesehen, die versonnen und beinah liebevoll ein Schild betrachtete, auf dem "Fertiges Beuschl" steht. Mich schreit sie hingegen immer an. Ein diffuses Gefühl der Ungerechtigkeit ist jetzt in mich eingezogen. 

Apropos diffus und rätselhaft, aber auch arg: 

War es das Ars Electronica Festival (Fundort obabgebildeten Bildnisses), die den Stronach zu seinen juridischen Eskapaden inspirierte? Möchte man das eigentlich wissen? 

Dienstag, September 03, 2013

Kindergewalt ist nicht lustig!

Schaut euch trotzdem unseren Lesebühnen-Teaser an. Damit ihr wisst, worüber ihr euch aufbudeln könnt. Nur lasst euch nicht vom Datum irritieren, stattfinden wird das Ding erst am 12. September. Wie immer im Grandhotel unseres Herzens, diesmal aber nicht nur mit Regisseur René Monet, Prof. Buttinger und moi, sondern mit der famosen Karin Morschitzky. Die ist wirklich gut, ehrlich.


Donnerstag, August 29, 2013

Es herbstelt. Oder: Käsetoast zur Zehrung

Weil ich von der Lebenserwartung her jetzt bestimmt das erste Drittel verschwendet habe, schleicht sich der Gedanke an den Tod immer öfter in die süße Unbedarftheit der noch in mir wesenden Jugend. Sperriger Anfangsatz, aber ist eh schon vorbei. 
Jedenfalls kam mir im Zuge dieser Morbiditätsattacken der Gedanke an die Gestaltung des eigenen Begräbnisses und damit einher gingen sehr schöne Ideen: Es soll kathartisch und prunkvoll sein. Meinetwegen in einer Kirche, aber bitte nicht so eine Industrieviertel-Moderne oder Passivhausökumene, sondern mindestens Rokoko, da können mitgeführte Kidner während langatmiger Predigten die Fresken anschauen. Apropos Reden: Ich werde demnächst auch Versatzstücke für anrührende Nekrologe zusammenstellen, sie müssen nämlich unbedingt gefälscht sein, so ungefähr: "Angesichts ihrer Blindheit und ihres Analphabetismus war ihre Literatur eh schon wieder sehr super." Oder: "Sie konnte links und rechts nicht unterscheiden, war aber immer lieb zu Tieren." 
Zur Musik: Keine Angst vor Pathos, also zuerst das Mozart-Requiem (das war schon beim "Big Lebowski" sehr schön), zum Auszug dann "Solang die Zwischenzeit gefällt / Las loss".
Die Zehrung findet natürlich im Rothen Krebsen statt, auch wenn die für einen einzigen Toast 20 Minuten brauchen und viele derweil zum Warmen Hans ausweichen werden. Es soll hier viel getrunken und Kurzweil getrieben werden, vielleicht finden sich ja Menschen zusammen, die in meinem Namen und zur Feier ein Kindlein zeugen. 
Ach! Das ist alles so schön, dass mir der Gedanke kommt, dass jeder einmal zu Lebzeiten sein eigenes Funeral feiern dürfen soll.

Montag, August 26, 2013

Das inverse Wiegenfest: Die Meindl und der Herr Carnal lesen aus ihren Gesamtwerken

30. August, 20 Uhr, Grandhotel zum Rothen Krebsen. Eintritt geschenkt!

Der Herbst beschleicht unseren lieben Sommer wie eine räudige Katze einen Prachtfasan. Aber auch die Meindl altert vor sich hin. Wäre sie ein Zwergwal, hätte sie ihre Lebensmitte längst überschritten. Meine Güte, 35! Jesus war in dem Alter schon tot.
Es gibt nur eines, das stärker ist als der Tod: die Schönheit. 


 
Deswegen schenkt sie sich und der Welt das Schönste, was Österreich zu bieten hat: Marc Carnal. Er ist der Valentino Rossi der Unterhaltungsliteratur, der Terence Hill der Obstlyrik, der Apoll des Erlebnisaufsatzes. Carnals Schüttelreime befinden sich in der Warteschlange zum immatierellen UNESCO-Welterbe und es heißt, sein höflicher Battle-Rap habe Snoop Dog zum Reggae-Lulu gemacht. Darüber hinaus ist Carnal der österreichische Elvis Presley des Charmes.
Eine gemeinsame Lesung der ergrauenden Diktatorin Meindl und des blühenden FM4- und ORF-Stars Carnal, das ist doch wie die Einladung zum Gartenfest bei Imelda Marcos und John Lennon. Da sollte man schon hin. Auch wenn dieses Ereignis so super zu werden verspricht, dass damit die Gentrifizierung der Stahlstadt weiter vorangetrieben wird und sich die Mieten in der Innenstadt verteuern.
Das und noch viel mehr wird euch am kommenden Freitag also dargebracht, in Form einer inversen Geburtstagsparty. Im Namen der Angehörigen bitten wir, von Kranzspenden abzusehen und einfach gut gelaunt sowie gegebenenfalls verkleidet zu erscheinen.

Montag, August 05, 2013

Ein Wochenende im Benzindampf: Historisches Seitenwagenrennen / Rupert-Hollaus-Gedächtnisrennen

Strahlende Vorletztplatzierte in der Sprintwertung

Hätte ich Biographen, sie wüssten, dass ich 97,9 Prozent meiner Existenz mit belanglosen Tätigkeiten erschlage. Blogschreiben zum Beispiel. Für das frischvergangene Wochenende wage ich aber eine nicht-alltägliche Ereignishaltigkeit zu beanspruchen. Seit Freitag darf ich mich nämlich als leidlich intime Kennerin des Asphalts am Österreich-Ring bezeichnen. 

Der Motorsport bildet die letzte Bastion gegen die Hugo-Trinker

Zum Glück trennten mich stets die wesentlichen Zentimeter davon, allgemein kommt dem Belag aber niemand näher als die Seitwagen-Beifahrer. Angesichts des äußerst hässlichen Unfalls in der F1-Sidecar Trophy waren wir am Ende demütig und nicht sehr traurig, dass wir unser letztes Rennen an diesem Tag wegen eines Ventilschadens gar nicht erst antreten konnten - obwohl uns der Stadionsprecher noch minutenlang gleichsam als moralische Gewinner angekündigt hatte (Kröpfl/Meindl jagen das Feld von hinten"); dass jemand vor dem Debüt auf der Rennstrecke nur zweimal auf dem Alkovner Rübenplatz und bei der Wolfgangsee-Classic geübt hatte, war ihm auch noch nicht untergekommen. 


Damit endet meine erste Rennsaison und ich sitze wieder in der stickigen Schreibstube. Mit keinen größeren Schaden als zerzaustem Haar und einem blauen Fleck an der Hüfte. Gut.


Merci Wolfgang R. für die Fotos!

Montag, Juli 29, 2013

Postdramatisches Reenactment: Die Schlacht am Wounded Knee (Snakeriver)


Bislang habe ich zum Genre "Sommertheater" fast weniger als gar nichts beigetragen - schließlich ist die schonungslose Auseinandersetzung mit dem Existenziellen Motor meines Kunstwollens, das passt ja nicht zur Gurkenzeit. Außerdem arbeite ich im Sommer tunlichst nichts.
Ruft man mich allerdings zum Kampf ins Indianerspielgelände Natternbach, wickle ich mich aus meiner sozialen Hängematte. Zudem verfüge ich mit Knorpelschäden der Kategorie III (von wegen "Wounded Knee") sowie Vordienstzeiten als Indianerhäuptling über ausgezeichnete Qualifikationen. 
Die Aufführung vom vergangenen Samstag möchte ich als gelungen bezeichnen, wenngleich solche Kritikersätze über meine strategischen Fähigkeiten schmerzen: "Wenn sich irgendwo ein offenes Messer aufgetan hat, warst du zur Stelle, um hineinzulaufen."
Nun gut, es war ja der Plan, den Grausamkeiten gegen Amerikas First Nations ein Gesicht zu leihen. Hier etwa bei der Darstellung von Giftgaseinsätzen: 




Dieser Artikel ist das 234. Update zum Thema "Würde ist was für Spießbürger".

Donnerstag, Juli 18, 2013

Meine arge Hood, Teil 354345

An der Nachbarstür hängt seit Wochen eine Visitenkarte von der Polizei, Abteilung Leib und Leben. Auf der Rückseite wird mit krakeliger Dringlichkeit um einen Rückruf gebeten. Das spricht weder für meine Nachbarschaft noch für unsere Mordermittler.

Und gestern  hat mir die Nachbarin vom 3. Stock  mitgeteilt, dass ich ihr vom letzten Urlaub ein Paket mit Ratte drin geschickt habe. Sie war mir aber nicht böse deswegen, warum auch, es ist ja in Wahrheit gar nicht passiert.

Ich glaub', ich muss da jetzt eine Woche weg. 

Freitag, Juli 12, 2013

Rother Krebs vs. roter Stuhl

c/o chaotic neurotic

Also wenn es jemand schafft, dass ich mich aufrege, so richtig aufbudle, dann ist das schon ein objektivierbarer Skandal: Die XXXLutz-Privatstiftung, der das ehemalige Hotel "Roter Krebs" gehört, hat die Schäden nach dem Hochwasser kurzerhand dazu genützt, um dem Verein IFEK bzw. unser aller geliebtem Grandhotel zum Rothen Krebsen per Anwalt den Mietvertrag zu kündigen.


Das macht mich erstens zornig, weil der Krebs damals meine Entscheidung, in Linz zu bleiben, gelinde gesagt begünstig hat. Zweitens werden damit auch wir Original Linzer Worte heimatlos. Drittens zipft es mich dermaßen an, dass ein Unternehmen zwar werbewirksam Hochwasserrabatt verkündet, die eigenen, missliebigen Mieter aber aus fadenscheinigen Gründen hinauswirft. Die Summe, die in die Reparatur des Lokals zu investieren wären, kratzen eine (steuerschonende) Privatstiftung dieser Größenordnung doch in Wahrheit nicht. 

Gemeinsam mit dem Initiator Bastl Ernst und einigen weiteren MitstreiterInnen habe ich die Ehre, die Facebook-Seite "Verein zur Rettung des Grandhotels zum Rothen Krebsen neV" zu verwalten. 2000 haben sie innerhalb der ersten 24 Stunden unterstützt, mittlerweile sind es fast 2500. 
Ideen für das weitere Vorgehen werden jederzeit dankend angenommen.

Dienstag, Juli 02, 2013

Anfechtbare Formen: How not to dance dirtily

Ich glaube an die Existenz multipler Paralleluniversen, aber leider kann ich wahrscheinlich in keinem davon schön tanzen. Dazu kommt, dass sich mir der postmoderne Diskurstanz nie erschlossen hat. Da ich aber mit neoliberalrer Eifrigkeit an der Befüllung meiner Wissenslücken arbeite, gehe ich mein Problem seit einer Weile theoretisch an. In der Publikation "Der gute Ton" studiere ich schon seit Tagen, welche Formen des Tanzes unanfechtbar sind. 
Denn Obacht! Es geht sehr schnell mit der gesellschaftlichen Tanzächtung: 




Naja, und das schon gar nicht:


Aber da war ich ja noch ein junger Hooligan ohne Benehmen.
Stay tuned! Im nächsten Teil der Serie "Gutes Benehmen leicht gemacht" möchte ich euch gerne über Teestunden in verarmten Haushalten informieren.