Mittwoch, März 17, 2010

Gescheiterte Integration


Damen und Herren,

fast eine Woche ist nun berichtslos seit unserer Integrations-Lesebühne verstrichen. Das rührt nicht nur daher, dass erst jetzt die Bildnisse davon in meine Hände gelangten (by the way: Sie stammen von Volker Weihbold, den ich an dieser Stelle ganz ausgiebig loben und preisen möchte).

Frau Weidenholzer

Nein, es war die Scham, die mein Berichtswollen hemmte. Zumal wir an unserem Motto gescheitert sind wie Napoleon in Russland. "Integration und Migration" hatten wir uns auserkoren.

Gepflegtes Publikum

Aber wieviel ist das gutgemeinte Anliegen wert, wenn schon nach fünf Minuten der einzige echte Mensch mit Migrationshintergrund hinausgeworfen werden musste? Und nur kurz darauf die Roma-Band mehrmals daran gehindert wurde, unsere Lesung musizierend zu übernehmen?


In der Praxis ist es ein Gfrett mit den luschigen Gutmenschen. Da können wir noch so viele eidesstattliche Erklärungen verlesen ("Der Nationalsozialismus war echt nicht ok!") und mutige Mütter als Kellernazis denunzieren.


Aber wie auch immer. Dafür tragen wir die Liebe im Herzen. Hier zB kennt man der Frau Melhellanie und mir an, dass wir heimlich ein wenig in die Frau Weidenholzer verschaut sind.


Wenigstens ist es uns diesmal gelungen, eine ganz echte Gästin anzulocken: Cornelia Travnicek verlas einen empfehlenswerten Text aus der von ihr co-herausgegebenen, hoffentlich bald erscheinenden Anthologie "How I fucked Jamal".

Nichtsdestotrotz endete der Abend erneut in einem unwürdigen Besäufnis. Ein Gesicht wie ein Geständnis:


Apropos: Die nächste Lesebühne gibt's am 16. April (yes, it's a Friday) im Krebsen. Am neuen Thema werden wir wohl nicht so komplett versagen: Sex n' Drugs n' Rock n' Roll!

Montag, März 15, 2010

"Mein Kampf" ist doof

Gestern ward ich per Kommentar dafür gezaust, olle Kamellen gegen die Katholische Kirche zu verwenden, ohne darauf hinzuweisen, dass Hitler auch Törichtes geschrieben habe. Keine Sekunde länger möchte ich zögern, den FööÖhrer despektierlich zu behandeln. Hier eine sehr lustige Passage über seinen Fehlschlag, Darwin zu verstehen:

"Jedes Tier paart sich nur mit einem Genossen der gleichen Art. Meise geht zu Meise, Fink zu Fink, der Storch zur Störchin, Feldmaus zu Feldmaus, Hausmaus zu Hausmaus, der Wolf zur Wölfin usw."


Weitere Beweise mit Tigern und Hunden gäb's hier.

Samstag, März 13, 2010

Missbrauchtumspflege und katholische Sexuallehren

Liebe Brüdern und Schwestern,

oft wurde ich in den vergangenen Tagen befragt, ob mir als Klosterschülerin denn auch Gewalt angetan worden sei. Nein, sage ich stets, aber leider sei mir selbst oft die Hand ausgerutscht. Zudem sei ich persönlich und als Frau an sich ja zu wenig attraktiv gewesen. Der ästhetische oder mathematische Missbrauch, dem ich zum Opfer fiel, ist verjährt und halbwegs verdaut.

Keine bessere Gelegenheit jedoch, wiedereinmal die Lehren der katholischen Kirche in Sachen Liebe, Sex und Zärtlichkeit in Erinnerung zu rufen. Hier die schönsten Stellen aus dem Katechismus aus den 30er Jahren:
Das sechste Gebot verbietet alles, "was der menschenwürdigen Fortpflanzung des Menschengeschlechts entgegengesetzt ist." Das gilt für Gedanken, Worte und Werke.
Fornikation ist der Geschlechtsakt zwischen zwei ledigen Personen. "Diese schwere Sünde unterscheidet sich von den anderen Sünden dadurch, daß sie außer der Unkeuschheit keine andere spezifische Bosheit in sich enthält." Handelt es sich dabei um Prostitution, muss dies "wenigstens auf Befragen des Beichtvaters angegeben werden."

Die direkt herbeigeführte Pollution (auch bei Frauen, wenn auch ohne Samenaustritt) ist immer schwer sündhaft. Nicht aber die indirekte. "Positive Unterdrückung der von selbst eintretenden Pollution ist nicht Pflicht. Man darf sich also passiv verhalten, vorausgesetzt, daß keine Gefahr der Einwilligung besteht."

"Demnach ist es erlaubt, zu baden, Waschungen vorzunehmen, zu reiten usw., auch wenn man voraussieht, daß infolge besonderer Veranlagungen Pollution eintritt. Ebenso ist es gestattet, sehr lästiges Jucken durch Reiben zu vertreiben ... Im Zweifel über die Ursache des Juckens ist Reiben erlaubt, wenn nur geringe geschlechtliche Regungen eintreten."

Hier hat die Kirche eine nützlichen Differenzierung der Körperteile vorgenommen:

"Wegen ihres verschiedenen Einflusses auf die Erregung der geschlechtlichen Lust werden die Körperteile eingeteilt in ehrbare (Gesicht, Hände, Füße), sog. weniger ehrbare (Brust, Rücken, Arme, Schenkel), sog. unehrbare (Geschlechtsteile und Partien, die ihnen sehr nahe sind)."

Eine wichtige Unterscheidung ist die, ob es sich bei den Körperteilen um die des eigenen oder eines Fremdkörpers handelt. Aber: "Am eigenen Körper unehrbare Teile aus einem vernüftigen Grunde aunschauen ist erlaubt."

Abschließend die Definition der Äußeren Sünden gegen die Schamhaftigkeit: "Hierher gehören Blicke, Berührungen, Umarmungen, Küsse, Gespräche, Lieder, Lesungen[!]."
In der Hoffnung, euch in Sachen Ehehygiene und keuscher Lebensführung dienlich gewesen sein zu können:
Schwester Minkasia

Mittwoch, März 10, 2010

Jetzt neu: Pressestimmen zur Lebensbeichte!

Werte Damen und Herren,
um der Journaille die Arbeit ein wenig zu erleichtern, habe ich eine Sammlung der Pressestimmen zu meinem Kunstwollen zusammengestellt. Ganz schön kokett - aber was soll ich machen?
Denkt da mal drüber nach,
Le Mink

Montag, März 08, 2010

Mitteilungspotpourri zum Welttag des Weibsvolks


Jedes Jahr das gleiche Bild zum Frauentag! Lässt sich das Kittelvolk denn wirklich so leicht abspeisen?!
Wenn ich eure Aufmerksamkeit nun schon habe, nutze ich sie für eine kleine Umfrage: Welcher Mann hat am Samstag nicht den Steinzeitfilm "Am Anfang war das Feuer" als spitzensuper, welche Frau hat die ausschließlich aus Grunzlauten bestehenden Dialoge nicht als major pain in the ass/ear empfunden? Ich hypothetisiere nämlich, dass wir hier wissenschaftlich korrekt die so schwammig gewordene Linie zwischen Mann und Frau bestimmen können.
Zuletzt noch ein wenig jubiläumssensitive Lyrik von Glossengott Goldt:
Blau ist der Hecht,
die Frau hat recht.
Der Hecht ist blau,
recht hat die Frau.

Montag, März 01, 2010

Postskriptum-Nachschau: Für Eitelkeit bin ich mir zu gut!


Nein, schön darfst du in dieser Branche nicht sein wollen. Das beweist die mich betreffende Fotoauswahl vom freitäglichen Poetry Slam im Posthof. Ob's deswegen so wenige Slammerinnen gibt? Wobei die anderen ja gar nicht sooo schiach dreinschauen wie ich:

Kleine inhaltliche Ergänzung: Auf diesen Bildern (abgeknallt vom Herrn Wenter) gebe ich vor, ein Weihbischof zu sein.



Mehr nachzuschauen gäb's hier.

Donnerstag, Februar 25, 2010

Die Realität folgt der Satire: Norbert Hitler schon lange in der "Lebensbeichte" entdeckt

Da wundere ich mich noch, warum jüngst etliche Menschen "Norbert Hitler" googeln und dann hier bei mir landen. So google ich selbst und komme drauf, dass soeben die törichte Krawallgazette "News" Hitlers letzte Verwandte aufgestöbert hat. Die hatten bis dahin nichts von ihrem üblen Ahnen gewusst. Unschön!

Zu mir verschlägt's die Neugierdsnasen wegen meiner aufgeregten Skandalgeschichte, wie der ebenso beschäftigungslose wie fiktionale Hobbynazi Norbert Hitler von einem feisten Hund ins Wadl gebissen wird. Die könnt ihr hier nachlesen. Den allergrößten Hitlerskandal habe ich still und unbedankt bereits vor vier Jahren aufgedeckt - hier nachlesen.

News ist übrigens die "Wahrung der Anonymität der Nachfahren von größter Wichtigkeit", was die schlecht verpixelten Porträts und die Berufsbezeichnungen gut zum Ausdruck bringen.

Mittwoch, Februar 24, 2010

iSlam im Posthof: Möpse, Weihbischöfe und andere Fragen


Mesdames et Messis,
wegen dem Slam im Posthof am kommenden Freitag wär's. Das kost' nicht viel und schaut gut aus. Es gilt wie immer der Marketing-Claim "Kommt alle her!"
Wer auf obigem Bild "lesende: nur die besten" erspäht, mag genauso überrascht sein wie ich selbst, dass auch ich dabei bin. Nichts als Freunderlwirtschaft und Damenquote! Zfleiß werde ich albernes Zeugs verlesen (Saufen mit dem Weihbischof, ein Text mit Möpsen drin und elende Liebesfragen).
Und dann kommt der ganze Segen auch noch live auf Radio FRO. Das will ich aber nicht zu laut sagen, denn besser ist, ihr kommt in Fleisch und Blut.

Montag, Februar 22, 2010

Ich bin kein echter Mann!

Liebe Narren und Narrative,

heuer wagte ich mich in eine sehr, sehr ungewöhnliche Rolle während des Faschings - ich ging als Frau. Ich kann nicht behaupten, dass mir die Verstellung leicht gefallen ist.

Three and a half Ladies

Dennoch erfüllte es mich mit Unmut, als mich ein Wiener Schnösel in der Kloschlange mit "Des Männerklo is aber da drüben" annäselte. Da ich nicht aus der Rolle kippen wollte, riss ich ihm nicht eigenhändig die Polypen aus der Nase. So musste mein Blick ihn zwingen, zu erstarren und eine Entschuldigung zu murmeln.

Dabei hatte ich zuhause noch extra Rouge aufgetragen!

Freitag, Februar 19, 2010

Weihnachten zur Potenz

Soeben fand ich in meinem digitalen Postkastl ein Schreiben von einem Herrn namens Lorenzo Kabuffo, der mich daran erinnerte, dass Weihnachten Potenz-Zeit sei.
Wie lieb von diesem unbekannten Mann! Fast schon hätte ich es in unserer schnelllebigen Zeit vergessen, dass das Fest der Liebe eine wunderbare Gelegenheit ist, mit der Familie wieder einmal eine Runde zu multiplizieren. Probiert's aus, das macht Spaß! Hier eine kleine Anleitung zum Selberbasteln:

Wer Probleme mit den Grundrechnungsarten hat: Nur noch 315mal schlafen, dann kommt das Christkind.

Dienstag, Februar 16, 2010

In da Schwüü

Sir Button

Liebe Leserschar,

bereits am Donnerstag wär' sie passiert, die Lesebühne zum Thema "Rausch". Da ich aber mit vollem Körpereinsatz arbeitete, kann ich erst heute wieder ernüchtert darüber schreiben. Das ist gelogen, aber so geht's zu in der Literatur.

Frau Anna wagt sich ins Swinger-Milieu

Lesebühne, das muss ja nicht immer Biersaufen und deppert Daherlesen sein. Zfleiß im Fasching wollten wir dem Volke Schwarze-Rollkragenphilosophie aufs Ohr drücken: Zur hypothetischen Frage "Was, wenn Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre einander geemailt hätten?" warfen wir solcherlei unters Volk:

"Lieber Jean-Paul,

wann kommst du denn heute nach Hause? Ich hab grad Fleckerlspeis gemacht.
Der Kakadu hat wieder Durchfall, bring Sägespäne vom Supermarkt mit.

Bussi,
Simone"

"Meine teure Freundin!

Fühle mich im Moment ein wenig derangiert, was mit meinen Depressionen zusammenhängen dürfte oder mit der Mordsdosis Mescalin, die mir der liebe Doktor Debut zu Mittag verabreicht hat. Mescalin hat by the way – wie der Existenzialist sagt – stopfende Wirkung. Soll ich dem Scheißvogel davon geben? Ach, wie zieht mich das alles hinunter...

Es umarmt Sie mau und matt, aber ganz der Ihre Jean-Paul"


Leider nicht abgelichtet: Herr René Monet, der ganz arge Sachen vorlas und so dem Volke große Freude zuteil werden ließ.

So war das. Vielerlei andere Wunderlichkeiten geschahen. Aber ich bin schon wieder erschöpft. Kommt doch das nächste Mal selbst vorbei. "Aber wann denn?" werdet ihr jetzt greinen und weinen. Trocknet eure Zähren, nur noch bis 11. März harren, dann ist schon die nächste Lesebespaßung!

Donnerstag, Februar 11, 2010

Aggressionen ersticken im Ramsch

Ich mache ja nicht gerne Schleichwebung. Lieber ist mir lautes Marktschreien mit ordentlicher Bezahlung. Also: Volvo ist spitze - je größer, desto besser! Nichts gegen Smart und das andere Kleinvieh, aber wenn dir im öffentlichen Verkehr auf Schnee hinten ein riesiger Kipplaster reinrumst, sitze ich lieber in einem S80. Meine Kontonummer: 1013984, BLZ 34180, danke.


Was passiert aber angesichts großer Bedrohungen? Richtig, eine Übersprungshandlung. Die Mutzikatze kratzt sich vor dem Feind hinterm Ohr, das Hendi pickt nach einem unsichtbaren Korn. Die Frau geht schoppen.

Wie praktisch, dass der Unfall sich gleich neben der Hafenhalle zutrug, und dass genau dort der Linz'09-Flohmarkt stattfand, zu dem wir ja eigentlich fahren wollten. So konnten wir flugs unsere adrenalinbedingten Aggressionen an anderen Ramschjägern ausleben.

Psychohygienisch tipptopp!

Dienstag, Februar 09, 2010

Lesebühne: Im Rausch


Liebe Schluckspechte und Schnapsdrosseln,
kaum zu glauben, aber wahr,
es ist schon wieder Februar!

Das ist gleichbedeutend mit der Tatsache, dass schon wieder Lesebühne ist. Konkret am Donnerstag ab 20 Uhr im beliebten Ausflugslokal "Zum Rothen Krebsen". Potzsackrament, wie die Zeit an uns vorüberrauscht!
"Rausch" ist sogleich ein treffliches Stichwort für das Motto unserer literarischen Bespaßungsaktivität. Das lautet nämlich akkurat so. Zum Vortrag gebracht werden die textgewordenen Drogenskandale und Rauschangriffe von den ob- und untabgebildeten HumorwarenfachverkäuferInnen.
Apropos Motto: "Kommt alle her!" sowie "So vü schee und goa ned teia!"
Mehr Impfos gibt's hier.

Montag, Februar 01, 2010

Antifa-Afra attackiert Hitlers Hintern

LINZ-LAND. Riesenschreck in Schönering: Ein Gesinnungsattentäter dringt in ein gutbürgerliches Wohnzimmer ein, um dort seine demokratiefeindlichen Parolen zu verbreiten. Doch Familienhund Afra (63kg) kann den braunen Wiederbetätiger durch gezielte Partisanenbisse unschädlich machen.
Gegen 20 Uhr lässt lautes Herrengemenschel Herrn Kajetan Gsengstbratl aus seiner Bibellektüre hochschrecken. "Zuerst hab' ich gedacht, meine Gattin habe den Guido Knopp schon wieder viel zu laut im Fernsehen aufgedreht." Doch nicht die harthörige Frühpensionistin löst den Schreck aus, sondern Norbert Hitler, Cousin von Franz Fuchs und glühender Anti-Antifaschist.

"Der ist in unser Wohnzimmer marschiert, als wäre es Polen!" erzählt Frau Gsengstbratl, immer noch aufgebracht. Der beschäftigungslose Teilzeitterrorist soll laut einschlägige Parolen skandiert haben. "Er hat uns als Bolschewistenbrut beschimpft, nur weil wir eine Douglasie statt heimischer Tannen als Christbaum verwenden", berichtet ihr Gatte.

Doch plötzlich stürmt Hund Afra hinter dem Sofa hervor. Spontan und unbürokratisch stürzt sie sich auf den Rechtsausleger und bringt ihn zu Fall. Auf dem Boden entspinnt sich ein heftiger Nahkampf.

Schließlich gelingt es "AntifAfra", den Invasoren an allen Fronten zu schlagen und aus dem okkupierten Wohnraum zurückzudrängen.


"Wahnsinn, da haben wir aber Glück gehabt", sagen Mutti und Vati Gsengstbratl erleichtert, "der Hund hat uns vor der Umvolkung gerettet!"

Dieser Artikel ist ein Update zu "Polizistenwaden und Mutterstolz".

Freitag, Januar 29, 2010

Räude schöner Götterfunken: Skandalöse Entgleisungen beim Solaris-Slam


Mesdames et Messieurs, dear Slamily,

trotz ondulierter Haare und prachtvoll funkelnder (kurz: prunkelnder) Outfits kam es beim gestrigen Poetry Slam zu empörenden Entgleisungen. Der Tadel war mir ins Gesicht geschrieben:


Und hier der Tatbestand: Sevi bestellt drei Biere!


Als ob das noch nicht genug wäre, verfällt auch der Slam-Meister Sommer im Rausch der Rebellion gegen Anstand und öffentliche Moral in ewiggestrige Bierbestell-Modi.

"Peinlich und geschmacklos!" sagen Sprecher von FPÖ, BZÖ, FPK, FKK und ÖKM. "Wir haben es nicht notwendig, uns von linkslinken Schandmäulern unsere Signale an die Menschen mit aufrechter Gesinnung flauchen zu lassen!"

Ein Bild wie ein Geständnis.



Pfui!

Gewonnen haben im Übrigen der obig abgebildete Sevi, der seinen WWF-Gürtel stolz in die Kamera hält, sowie René Monet, der seine Zunge angeekelt an ein verkokeltes Jausenbrot aus der Siegersocke hält.

Mittwoch, Januar 27, 2010

Montag, Januar 25, 2010

Element of Crime für die, die im Posthof nicht dabei waren


Schön war's!

Oder wollt ihr jetzt noch mehr Text?
Nun gut, dann will ich noch anfügen, dass es nicht der Etikette entspricht, einem solchen Konzert mit Rauflust im Blut beizuwohnen. Schon gar nicht unmittelbar hinter mir. Das nächste Mal, ihr zwei unbekannten Rabauken, werde ich euch eine anpeilen, bevor ich wieder romantisch auf die Bühne gluchze.
Dort oben stund im übrigen der schon vom bloßen Hinschauen sympathische Bassist David Young, dessen bärige Performance einen schlanken Fuß in meiner Anschauung machte.
Und hier schreibt der Herr Regener über seine Eindrücke von Linz und postet zwei der weltschlechtesten Fotos der Stadt. Ein weiteres ist eine dreiste Fälschung. Ich begrüße solches Kunstwollen, schon alleine kraft meines Amtes als kritiklose Freundin des gesamten EoC-Wollens. Gerne würde ich dem Regener mal was über die Nibelungen im Donauwasser erzählen, aber das hat Zeit bis 2014.
Das obangeführte Bildnis habe ich dirnixmirnix aus dem Internet geflaucht. So ist das.

Freitag, Januar 22, 2010

"Verpiss dich"-Tee

Nun trinke ich ja wirklich nicht nur Bier. Nein, zwischendurch geht immer wieder mal ein Mineral. Manchmal, unter zwei Augen, tue ich auch Tee in mich hinein.
Das hört aber jetzt auf. Mein Tee hat sich heute erneut als die Benimmtante unter den Getränken erwiesen:

Wie ich mein Leben verplempere, geht seit einem Dutzend von Jahren nicht einmal meine ehemaligen Erziehungsberechtigten noch etwas an. Dafür, dass mir jetzt ein Aufgussbeutel Angst vor Lebensmittelunsicherheit machen will, sind die 68er nicht auf die Barrikaden gegangen.
Künftig soll auf meinen Biergläsern stehen:
"Pro halber Stunde 1 Glas immer frisch hinuntersprudeln und mindestens 5-10 Minuten im Körper wirken lassen. Nur so erhalten sie ein sicheres Rauschgefühl. Bitte achten Sie auf eine Ernährung und eine abwechslungsreiche Lebensweise."

Donnerstag, Januar 21, 2010

Eine Hypo-These

Falls sich jemand von euch schon mal gefragt hat, womit ich manchmal mein Geld verdiene:

"Jüngst war ich zu einer Abendgeselligkeit geladen und suchte eine kleine Aufmerksamkeit für die Gastgeberin. Blümchen sind ja heute politisch nicht mehr korrekt, da ihnen Chemikalien und der Schweiß gepeinigter Tagelöhner anhaften. Also ging ich los, um die Hypo Alpe Adria zu kaufen, denn ich war am Monatsende finanziell schon etwas klamm. Die Kärntner Bank ging um einen Euro her, das konnte ich mir gerade noch leisten.
Groß dann der Ärger, als ich sah, dass mir Österreich diese Okkasion vor der Nase weggeschnappt hatte. Ich grollte und kaufte schließlich Schokobananen.

Ähnliches war mir ja schon vor Weihnachten passiert, als ich meiner Mutti Island kaufen wollte. Auch hier hatte sich der Staat ungut eingemischt und das Schnäppchen verhindert.
So geht’s uns kleinen Menschen auf der Straße immer, wenn wir uns mit unserem mühsam zusammenverdienten Geld was Schönes kaufen wollen. Das Beste kriegen die großen Tiere. Uns drängt die Regierung, unhandliche Trümmer wie hässliche Geländewagen oder staubanfällige Flachbildfernseher zu kaufen.

Ich beschloss, meinem Unmut Luft zu machen und schrieb dem Finanzminister per Krone-Leserbrief, dass ich die Hypo gerne hätte. Ich würde mir dann damit selbst einen Kredit zwecks Ankurbelung der Automobilwirtschaft gewähren. Das alte Auto ist nämlich sowieso schon dreckig. Bevor ich das wasche, könnte ich mir ja ein neues, viel umweltfreundlicheres kaufen. Im Gegenzug dürfe Pröll dann bei mir sein soziales Transferkonto eröffnen. Ohne Kontoführungsgebühren – so großzügig wollte ich sein.

Aber typisch, die da oben hören nicht auf Volkes Stimme. Sollen sie sich doch künftig ihre Krise selbst machen. Und wenn mich Frau Pröll einmal zur Soiree einladen sollte, bringe ich ihr Afghanistan ganz sicher nicht mit."

Montag, Januar 18, 2010

Polizistenwaden und Mutterstolz

Straforgane im Synchroneinsatz. Foto: Tante Anke

Mesdames et Messieurs,

gelegentlich mag in dieser Publikation der Eindruck entstanden sein, meine Eltern besäßen einen über alle Maßen gefräßigen und genäschigen, ja den nachgerade weltverwöhntesten Hund. Afra besitze eine eigene weiße Ledercouch, schlafe täglich eine Morgenstunde im Bett meines Vaters und frühstücke zweimal Butterbrot, während in Afrika die Kinder hungern, so schrub ich.
Nun, das alles stimmt ja auch.

Nun erreicht mich aber die Kunde, dass jüngst zwei kastenförmige Männer an der Tür meines Stammhaus klingelten und sich als Kriminalbeamte zu erkennen gaben. Noch bevor sie ihre (im übrigen sehr unaufregende) Befragung begannen, furchten sie grimmig ihre Stirnen: "Sie wiss'n owa scho, dass eana Hund beißt?" sprach der eine sehr streng. Afra hatte schon die ersten fünf Sekunden des Stelldicheins dazu benutzt, in die Wade des Mistelbachers zu zwicken. Meine Mutter verneinte innig; sowas mache die Dicke für gewöhnlich nicht. "Olle beide hot's uns biss'n!" scholt der andere.

Seltsam, denn für gewöhnlich reagiert Frau Bladhund angesichts von Uniformen nachgerade devot:


Und es ist natürlich ein Riesenskandal, wie unsere Exekutive am Exekutieren ihrer Amtshandlungen gehindert wird. Wenn schon die Hunde nicht folgen, dann zeigen uns die Asylanten bald den Vogel.

Freitag, Januar 15, 2010

Lesebühne: Artisten, Tiere, Attraktionen

Button, das Satier, bereitet sich hinter der Tombola auf seinen Auftritt vor

Liebe Tierfreunde, Spätzchen und Kätzchen!

Euer zahlreicher Besuch bei unserer Lesebühne gestern zeigte in aller Deutlichkeit: Den Menschen sind die Tiere nicht egal! Ihr wisst, dass es bei den weltweit noteidenden Tieren immer noch an allen Ecken und Enden fehlt.
Dennoch möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass eure Spenden an uns gehen. Sonst könnt ihr eure Mildtätigkeit nicht von der Steuer absetzen. Leider!

Auch nicht egal war euch augenscheinlich Edith Klingers Schicksal, das gestern aus ihrer geheimen Korrespondenz zu Gehör gebracht ward. Ist ja auch ein Skandal, wie der schielende Opernopa Karl Löbl unser aller Dirndldomina behandelt hat.

Als aber dann die Frucht dieser Liebe selbst auftauchte, kam es zu großen Gefühlen. Edith Klingers nichtautorisierter Sohn:


Hier verleiht René Monet, der Evil Kanievil der Yamaha, den Gefühlen spontan musikalischen Ausdruck. Schön darauf abgestimmt die Mienen des Publikums. In jenem Moment wurde verständlich, warum Linz als Hauptstadt der elektronischen Avantgarde gilt.


Zu Gefühlen kam es dann auch noch im Backstagebereich, als Frau Anna sich innert eines einzigen Wimpernschlages einer Libelle stark verliebte. Sogleich teilte das Love-Interest die Gefühlsentbrennung:


Wir wählen unsere Groupies themenbezogen: Idylle mit in Liebe ertrinkendem Hund.



Die nächste Tombola mit Literaturumrahmung bescheren wir euch übrigens am 11. Februar - erneut um 20 Uhr im Ausflugslokal "Zum Rothen Krebsen".

Dienstag, Januar 12, 2010

Wels - Welthauptstadt der Impulse



Da sag' mir noch einer, Wels sei das Ghetto des Zentralraums, Hort der Welser Messies oder die Metropole der Wurschtigkeit! Wer mit einem solchen Irrglauben einen Fuß in den Welsraum setzt, dem wird sich ein spontanes Meaculpa entringen.
Mir muss man das ja schon lange nicht mehr hineindoktrinieren, dass dieser stadtgewordene Traum an der Traun die Steppe des Bären, die Box des Papstes ist. Wäui Wös is Wöd! Hier nimmt man auch beim Rock N' Roll auf Vögeln Rücksicht.
Mögen die heute für euch frisch geernteten Bildnisse ein beredtes Zeugnis von Welsens Knusprigkeit ablegen:


Graffiti auf Weltniveau


Innovative Schuh-Storage-Systems


Niederschwellige Angebote für Menschen mit psychischen Störungen


Hochherzige Pflegeangebote für Mitglieder von sexuellen Randgruppen

Wer im Übrigen "Wels Impulse" googelt, kommt hierher.

Freitag, Januar 08, 2010

Aus den geheimen Tagebüchern von Edith Klinger: "Das Tier in mir"


Mesdames et Messieurs, Riesensensation!
Der Redaktion der Lebensbeichte wurden die geheimen Tagebücher von Edith Klinger zugespielt! Ein Informant hatte sich als Untermieter bei der streng-rüstigen Tiervermittlerin ausgegeben und die brisanten historischen Dokumente entwendet.
Huiuihui! Was sich da unter dem gestärkten Dirndl und der festsitzenden Helmfrisur so alles abgespielt hat! Mehr sei hier noch nicht verraten.
Eine Lesung aus den geheimen Tagebüchern wird am 14. Jänner um 20 Uhr im Grandhotel zum Rothen Krebsen stattfinden. Hier gibt's mehr brandspannende Infos.