Donnerstag, Februar 02, 2006

Nazi-Skandal aufgedeckt!

Durch mein jahrelanges Wühlen in den verschiedensten Archiven dieses Landes, nach eingehender Lektüre einschlägiger Fachpublikationen und ausgedehnten Interviews mit den Koniferen der Zunft kann ich nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - und die Tragweite meiner gleich erfolgenden Eröffnung ist an dieser Stelle noch gar nicht abzusehen! Das wird sicher ein RIESENSKANDAL! - also kann ich hiermit der Welt folgende Foschungsergebnisse präsentieren:




HITLER WAR EIN NAZI!!!!!!!!!

Kommentare:

Sekretär des Weltraumpapstes hat gesagt…

Ach du Schreck. Zuerst Hader als inwändige Heulsuse entlarvt, und jetzt das.

Aber eigentlich mir kamen mir eh schon beim Ansehen von "Der Untergang" leichte Zweifel an der charakterlichen Integrität von Herrn H.

Minkasia hat gesagt…

Ich bin sehr froh, dass meine historische Wühlarbeit nicht als sensationslüsternes Nazikeulenschwingen rezipiert wird, werter Herr Sekretär. Ich bin nun mal der Meinung, dass die dunklen Kapitel im Buch unserer Geschichte nicht überblättert werden dürfen.

Titel meines nächsten historischen Heulers wird übrigens "Stalin war ein Kommunist!" sein.

Als kleines Tribut an den heurigen Mozarttsunami arbeite ich zudem gerade an einer Studie zu einer wenig bekannten Freizeitbeschäftigung des Jubilars: Mozart als Musiker.
Auf die Idee dazu bin ich durch eine mir überlieferte Aussage einer Faschingsnärrin gekommen, die sich als WMA verkleidet hatte und auf irgendeinem oö. Wald- und Wiesensender auf die Frage nach ihrer diesbezüglichen Motivation gemeint hatte: "Ich bin ein Riesen-Mozart-Fan! Schon alleine wegen der Musik!"

Anonym hat gesagt…

Damit in eurem avantgardistischen Banausertum auch einmal wirklich so etwas wie Kunstsinn versprüht wird, darf ich an dieser Stelle den süßen Klang meiner Frohbotschaft anstimmen: Der Mozart des alpinen Schisports höchstpersönlich war es, der heute wieder einmal sein geniales Werk in den Hang hineinkomponiert und damit unzweifelhaft den Grundstein für unser aller Glück und den Gewinn der großen Kristallkugel gelegt hat. Eine große Zukunft steht uns bevor. Denn auch wenn uns die Gegenwart eines Besseren belehrt, wir wollen doch nicht hoffen, dass sich unser Benjamin, ein Interpret höherer (Schi-)Kunst, in dem zu erwartenden olympischen Siegesrausch von den ausgelassenen Schleifgeräuschen falscher Vorbilder aus der Schnulzenecke anstecken lässt und uns vor der Glotze somit eingeschlafene Füße mit "Raich und Schöni" beschert.

Aber wer weiß? Auch Hansi H. war ja einmal ein ehrenwerter und potenter Mann - und nicht immer schon Schlagersänger.

Doch halt, was passiert, wenn sich herausstellen sollte, dass Hansi H. gar kein Sänger ist?

Minkasia hat gesagt…

Wer in dieser Zeitzone um 3.33AM kommentiert, kann nur einer sein - dass ich das noch erleb, dass der Figl-Bua mich mit ein paar öffentlichen Zeilen bedenkt! Da muss schon ein Anlass gegeben sein, wo man sagt, jawoi, das ist ein Anlass.

Es treibt dich also die Angst, dass aus Benni Raichs Mund bald "nur mehr Schleifgeräusche kommen" - ein Zitat, das durchaus erklärenswert ist. Folgt mir deswegen auf einen kleinen Exkurs, ihr Leserkätzchen:
Eines Abends fanden meine Schwester Coal und ich unsere Mutter vor einem Radio stehend. Beethovens 5. erklang daraus. Plötzlich zog Lieb Mütterlein den Stecker, schüttelte unwillig das lockenbewehrte Haupt und sprach: "Aus dem Radio keman nua mehr Schleifgeräusche!"
Als die erste Erschütterung ob der mütterlichen Hörzerrüttung gewichen war, stickten wir uns diese Worte gleichsam auf die Zierpölster in unseren Köpfen.

"Was hat das alles mit dem Raich zu tun?" miaut die Leserschar. Ich denke, Folgendes: Der unbegradigt aus Bennis Mund quellende Dialekt gemahnt mich auch an ein Schleifgeräusch. Und: Ein Fußballer dürfte nie so identitätsstark sprechen, weil die ja zumeist von Simmering oder von der Hasenleiten stammen und deswegen keine Aprés-Ski-Atmosphäre zaubern.
So viel dazu.

Benjamin Raich als "Mozart des aplinen Schisports" zu bezeichnen zeugt im Übrigen von einer gewissen Jubiläumsdurchseuchung - ich begrüße jedoch solch skurrile Blüten und gehe gerne mit auf dem Weg vom 1000-jährigen Reich zum ca. 25-jährigen Raich. Der war sicher nie bei der NSDAP und eignet sich ganz hervorragend als Reflektorfigur unserer gutmenschlichen Patriotismusgelüste.

PS.: Hansi H. ist in Wirklichkeit ein singendes Toupet - eine Enthüllung, deren Newswert jener der Entdeckung von Hitlers NSDAP-Mitgliedschaft um nichts nachsteht. Damit hat sich's aber mit den Parallelen zwischen dem Braunauer und dem trällernden Braunauge.

Goldbaer hat gesagt…

Ich warne in diesem Zusammenhang vor populistischen Schnellschüssen und zeitgeistigen Vorverurteilungen. Bevor man solche Behauptungen aufstellt, muss man mindestens fünf Historikerkommissionen über Jahrzehnte beschäftigen.

Minkasia hat gesagt…

Danke für den Hinweis, Herr Doktor. Fragen Sie doch bitte Ihren Vorgesetzten bezüglich meiner jahrzehntelangen Forschungstätigkeit an "Ihrem" Institut und seien Sie an dieser Stelle dankbar, dass ich mich damals gegen sein Angebot, Abteilungsleiterin für Zeitgeschichte und Betroffenheitspflege zu werden, entschieden habe. Mir war die Bezahlung einfach zu schlecht bzw. die Entwicklungsmöglichkeiten zu eingeschränkt.