Sonntag, Oktober 12, 2008

Im Protektorat Bohnen und Möhren

Elende Fluchten, Part XVII

Ein alterndes Ehepaar ist es leid, seine ebenfalls nicht mehr ganz taufrischen Töchter jedes Wochenende im Genick zu haben. Kurzerhand setzt es einen Teil davon im Böhmerwald aus.

In den Pinguinrucksack steckt es drei Bananen und drei frische Unterhosen.

Lange sitzen die "Kinder" weinend im Wald. Die Bananen halten 23 Minuten (die Unterhosen ein wenig länger).
Dann brechen sie auf in Richtung Tschechien, um dort ihr Glück zu suchen. Coal, das Jüngste, schafft es dabei fast nicht durch die Gesichtskontrolle.

Jenseits der Grenze wiedereinmal in aller Deutlichkeit: Furchtbar, was der Kommunismus und der Borkenkäfer diesen Ländern angetan haben.


Hinter dem Eisernen Vorhang sind allerdings auch Lebensformen erhalten geblieben, die anderswo schon längst ausgestorben wären. Hier etwa der Minknerd und die Südböhmische Riesenratte beim gemeinsamen Brüten in der Sonne.



Die Kinder strawanzen eine geraume Weile im Dreiländerdreieck herum. Spätestens die Suche nach dem unheiligen Gral vertreibt ihnen die Kummertränen aus den Augen.


Die Satan-Schüssel

Doch da! Eine Riesenratte bricht aus dem Unterholz und stürzt gurgelnd und lefzend auf eines der arglos äsenden Kinder los!


Im allerletzten Moment taucht der (in der Zwischenzeit aus Reue zurückgekehrte) Pater ex machina auf und ringt das Untier nieder.


So war das ungefähr gestern.

Donnerstag, Oktober 09, 2008

Edith Klinger, Ugly People, Sex und Thujen

Spannende Ergebnisse der jüngsten Medianalyse:

Laut Google-Spionage-Tool stolpern die meisten Neuleserspätzchen und -kätzchen auf der Suche nach Edith Klinger, "Ugly People" und "Thujen vernichten" (ehrlich!) über die Lebensbeichte. Hätte ich jemals über Sex geschrieben, wär's wohl auch ins Ranking gekommen.

Spontan und unbürokratisch verbiege ich mein Kunstwollen in Richtung Leserinteressen und fasse illustrativ zusammen:


Und irgendwann schreib' ich mal was über Beischlaf, versprochen.

Mittwoch, Oktober 08, 2008

Meine Party ohne mich

Was ich davon halten soll, wenn mir zu Ehren Galas im Lentos stattfinden (dazu Überschrift anklicken), ich selbst aber gar nicht eingeladen bin, darüber reflektiere ich diesen Vormittag.

Dienstag, Oktober 07, 2008

Im TGV der Entgleisung

Riesenskandal im Innviertel!

Im Auftrag einer namhaften Publikation hatte ich gestern nach Riad zu reisen, um eine sensible Reportage über die Mühen der Vergangenheitsbewältigung zu featuren. "Geschichtsgespräch mit kleiner Blasmusik" - so versuchten die Veranstalter diesem wilden Volk die dunklen Kapitel seiner Vergangenheit näher zu bringen.
Ich erwartete Feuer und Gefahr und freute mich auf knackende Unterkiefer und knirschende Knochen. Da ich gleichzeitig ein wenig Angst vor dem Aufwallen des Sauwaldblutes hatte, entschied ich mich für embedded journalism und ließ mich von Referent Goldbär in diesen mir so wenig bekannten Kulturkreis einschleusen.
Schon als wir bei der allerersten Tanke außerhalb von Linz anhielten, schwante mir Übles.

Aber wer hätte damit gerechnet, dass er auf heimischem Boden dann soooooo vors Publikum treten würde?

Durch diese Montur geriet die als Gedenkhilfe gedachte Veranstaltung zur Rieder Aschermittwochsrede. Und das Schlimmste: Nicht einmal gerauft wurde.

Montag, Oktober 06, 2008

Betriebsausflug auf den Traunstein

Für euch entdeckt: Der Gipfel des Traunsteins ähnelt dem Busen einer ruhenden Dame
Ich-AGs machen Betriebsausflug: Gestern vergatterte ich das gesamte Redaktionsteam der Lebensbeichte zum Ersteigen des Traunsteins. Zwecks Teambuilding, aber auch als kleine Autoritätsdemonstration. Deswegen auch die Drohung... äh Motivation: Wer nicht innerhalb von zweieinhalb Stunden den Naturfreundesteig schaffe, der sei - nun im vierten Lebensjahrzehnt - alt und jämmerlich. Schnee? Spur' gefälligst!

Oben weihnachtet's schon sehr

Me, Myself und I schritten also gehorsam kräftig aus. Als wir -by the way! - nach zwei Stunden oben waren, brauchte die Seele noch ein paar Momente zum Ankommen.
Wir trotzten im Übrigen auch großen Gefahren - es galt Dachlawinenwarnstufe 5 vor der Hütte. Aber sind wir etwa Mädchen?

Heute morgen wachte unsere psychophysische Personalunion im Übrigen mit starken Gefühlen in den Oberschenkeln auf. Gut, auch wenn's die falschen sind. Mir sind die Schmerzen wurscht, ich bin nur das Ich, welches das Fehlen des Subjekts im Text markiert (fragt nach bei Deconstruction Girl).

Sonntag, Oktober 05, 2008

Sinnkrisen im Saustall

Liebe Leser und Innen, ein kleiner Verweis auf mein (derzeit gletschergleich dahinschmelzendes) Kunstwollen außerhalb der Lebensbeichte - hier das Bild zur Kolumne:



Und hier die Kolumne zum Bild.

Aufmerksamen Zeitungsdieben wird hoffentlich sogleich aufgefallen sein, dass ausschließliches Opfer meiner Tirade gegen Gscheitln im Blaumann wieder einmal ich selbst bin.

Donnerstag, Oktober 02, 2008

Gescheitertes Scheitern

Gnä' Leser, es endet eine Ära.
Jahrzehntelang spiele ich ebenso leidenschaftlich wie erbärmlich Fußball. Am liebsten irgendwo vorne, was etwas skurril ist angesichts der Tatsache, dass mein allereinziges je selbst erzieltes Tor dadurch entstand, dass der Schuss eines Mitspielers an meinem Hintern abgellte und udaungs im Tor landete.
Mangels Technik renne ich meistens fluchend herum - viele glaubten schon, ich litte unter Tourette-Syndrom - und werde höchstens durch Tätlichkeiten auffällig:

Ständig gefiel ich mir in der selbstironisch-gockelhaften Pose der weltschlechtesten Fußballerin.
Gestern ist es passiert: Ich habe mein erstes Tor geschossen (also eigentlich sogar drei). Mit dem Fuß noch dazu.
Was soll ich jetzt noch erreichen wollen? Ich fühle mich irgendwie leer.

Mittwoch, Oktober 01, 2008

Fight for your right Party


Liebes Walvolk, es riecht und es reicht!
Schluss mit meinem Vorsitz der Glückspartei. Glücklichsein ist ohnehin überbewertet. Jetzt wird umgewertet!
Ich nehme den Schwung des doofen Volkes in Richtung sinnlosen Protests mit und rufe zur Party: Ich gründe hiermit die ÖPP. Je nach Lust und Laune die "Österreichische Protestpartei", in der Stahlstadt-Bronx "Other People's Possession", im Vollsuff "Österreichische Bundesbahnen".
Mitgliedsanträge bitte in den Kommentarkasten. Zusatz-Programmvorschläge zum Grundmotto "Egal, was es ist..." ebenfalls.

Dienstag, September 30, 2008

Devil's Avocado

The Fruit of Wrath


Augen auf beim Obsteinkauf! Oft verbergen sich hinter Biogemüse starke und negative Gefühle. Niemandem schmeckt mit Hass gekochte Guacamole!

Montag, September 29, 2008

Neue Helden braucht das Land: Deconstruction Girl!

Früher, als sich die Welt noch von sichtbaren Mächten wie Säbelzahntiger/Terroristen/Aliens/UFOs bedroht sah, war das Volk süchtig nach Überdrübersuper-Heroen-Heroin. Heute drohen Prekariat, Essstörung, Befindlichkeitseintrübung oder Zweisamkeits-Malaisen.


Es ist Zeit für neue Helden:


Deconstruction Girl!





wo auch immer zuviel Bier übrig bleibt,


wo auch immer der Appetit fehlt,


wo auch immer dysfunktionale Zweisamkeit herrscht,


wo auch immer Kinder schlecht unterhalten werden -



ruft nach der Heldin im Blaumann! Sie kämpft mit den Waffen der französischen Philosophie und niederösterreichischen Schmiedekunst.


Seht, wie sie versucht, in die Männer hineinzuschauen:





Seht, wie sie ländliche Idyllen zerlegt:


Sie legt deine Welt in Schutt und Asche - und unterhält deine Leibesfrucht!

Donnerstag, September 25, 2008

Riesenschweinerei: Thujenmord am Leidensweg

Vom Norden zum Morden - spät und dunkel war es bei meiner Rückkehr aus Berlin geworden. Ich ließ meinen müden Leib im Stammhaus am Leidensweg ruhen. Erst bei Tageslicht erkannte ich:
HIER SOLL EIN MENSCH GEBROCHEN WERDEN!!!
Der Baumtod hatte reiche Ernte gehalten und mit seinem Fichtenmoped die Thujen mit Strunk und Stiel vernichtet!

Kenner meiner Autobiographie wissen um die Literarizität und ergo Bedeutung der Thujen für mich. Das waren nicht bloß Friedhofsgewächse - sie bildeten jahrzehntelang die Demarkationslinie zwischen dem Reich des Guten und des Bösen! Oder besser: Zwischen Gutmenschen und meiner Familie. Lest selbst: http://minkasia.blogspot.com/2005/08/weidenmord-am-leitenweg.html

Ich fühlte mich wie Honecker nach dem Fall der Mauer. Welch große Kämpfe hatten sich hier zwischen Nummer 5 und 7 abgespielt, wie verbissen und immer noch vergeblich das Innviertler Nachbargschwerl für die Thujenvernichtung gekämpft! Nun haben sie gewonnen, es herrscht Glasnost. Scheiß Transparenz! Was interessiert mich, was Familie Goldbär den ganzen Tag mit ihren Hühnern macht? Worüber soll ich jetzt noch mit ihnen streiten?

Kein glühender Nagel im Augapfel könnte mich jedoch ärger peinigen als der Schmerz des Verrats. Denn es war mein eigen Fleisch und Blut, das die Thujen gemordet. Why, Meindlopa? J'accuse!

Nun bin ich Opfer der Psychosomatik. Keine Stimme, um weiter gegen das Unrecht anzuschreien, das mir und den Thujen widerfuhr (s.o.).

Dienstag, September 23, 2008

Ich zähl bis 1000, und dann ist alles erledigt: "Triumph des Unwillens"

Morgeeeeen!
Wie ihr vielleicht wisst, habe ich seit geraumer Zeit einen Lehnstuhl für Prokrastinationsforschung an der Uni Lenz inne. Auf meinen umständlichen virtuellen Forschungsreisen in Sachen Aufschieberitis bin ich auf folgendes Projekt gestoßen: http://prokrastination.com/
Die Lektüre der dort zu findenden Worte - "Die 1000 besten Zaudertricks" - hält garantiert viele Stunden von der Erledigung wichtiger Angelegenheiten ab.
Gut und richtig so für Menschen, die der Sand im Getriebe der Welt sind!
Gruß,
Weblogmutti

Sonntag, September 21, 2008

Das spannendste Ghetto der Welt: Berlin



Im September war's, die Tage wurden trüber,
Der Wind riss von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.


Die Winterreise führte mich nach Berlin - wieder einmal ins unvermeidliche Marzahn, wo in den Einfamilienhäusern an den Ausfallstraßen nebeneinander Swingerclubs ("Mit Orgasmusgarantie!") und Wellensittichzuchtanstalten wohnen.

Die Reise endete sogleich im Unfallkrankenhaus.

Glücklicherweise nicht zweckbestimmt - mit den richtigen Connections dürfen dort auch heile Menschen übernachten.

Vögel und Partnertausch ließ ich aus. In meinem postmaterialistischen Anti-Konsumfuror habe ich mich auch dem Erwerb von Ostalgie-Features verweigert (hab' ich außerdem schon alles zuhause).


Und hier hab' ich auch nicht eingekauft:


Die Berliner Mauer - ein historischer Schandfleck! Jeder sollte so handeln:

Zum Schluss noch der Touri-Heuler aus Dresden: Friedrich der Gebissene. Not to be missed.

Dienstag, September 16, 2008

Don't let it get on you, kids! Eine meteorologische Befindlichkeitsdekonstruktion.

Geliebte Leserkinderschar,
es mehren sich die Klagen über akute Gemütseintrübungen. Das bekümmert mich!
Hier sogleich mein mütterliches Trost-Potpourri: Viele von euch sind traurig, da wir gemeinsam in den vergangenen Wochen im Sturzbach bunter Lust- und Geselligkeit mitgerissen wurden (s. zB. das Vorgängerposting). Das konnte doch nicht ewig so weiter gehen! Ihr wisst ja, dass nur Ungemach das subjektive Zeitempfinden entschleunigt.
Was habt ihr außerdem geglaubt - dass die Klimaerwärmung uns heuer das Salzen der Bürgersteige erspart? Meine Damen und Herren, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Jetzt herbstelt's - findet euch damit ab.
Bewahrt euch aber - eingedenk ihrer rein meteorologischen Ursache - eine milde Melancholie. Denn mit den dickeren Jacken können nun die schwereren Gedanken hervorgekramt werden. Wer leicht seufzend dem Regen lauscht und dabei im Geiste die dunkleren Kapitel seiner Autobiographie liest, kann keine neuen Talkshows erfinden oder dem DJ Ötzi einen Hit schreiben.
Wenn's gar zu arg wird, empfehle ich Birnensekt, sexuelle Beiwohnungen oder Wühlen in toten Blättern:


Ergänzen möchte ich noch, dass meine leidlich robuste gute Laune wohl auch daher rührt, dass meine Therme seit gestern zuverlässlich vor sich hin bullert. Was mir das bedeutet, können Kenner meiner Autobiographie kaum überschätzen.

Sonntag, September 14, 2008

Halleluja!


Nur mit Mühe trägt heute mein Hals die Bürde des Hauptes - allzu sehr tobte beim gestrigen Festgottesdienst der Heilige Geist in uns. So gerne ich von allerlei exzellenten Unwürdigkeiten Kunde tun möchte - es gebricht mir an Hirnsubstanz. Heute, sagte ich!
Nur eins gebe ich euch schon jetzt ins Jausensackerl eures weiteren Lebensweges: Ab 30 schmerzen die Folgen des Headbangens doppelt. Dasselbe gilt für Hebefiguren. Und Stagediven mit bloß drei Akteurinnen war noch nie mit Segen bedacht.


Drei mit Segen bedachte Akteurinnen

Freitag, September 12, 2008

Festgottesdienst im Gedenken an das Dreipäpstejahr


Gesegnete Brüdern und Schwestern in Christo!

Wie viele von euch wissen, jährt sich heuer das als "Dreipäpstejahr" in die Annalen eingegangene Jahr 1978.
Das und das 90-jährige Jubiläum unseres geliebten Heimatlandes sind Anlass genug, morgen Abend eine Messe in der KAPU lesen zu lassen.

Amen,

Bischof Ruminkrene


Donnerstag, September 11, 2008

Da haben wir aber noch mal Glück gehabt!

Heute auf dem Cover der lachsrosa Studenten-Wahrheit - eine spannende Mitteilung in Sachen Teilchenjagd (bei diesem Wort steigt in meinem Spatzenhirn ja eher das Bild einer dicken deutschen Dame beim Strawanzen durch Konditoreien hoch):
"Befürchtungen, wonach dadurch [CERN-Experiment] schwarze Löcher entstehen könnten, die die Welt zerstören, haben sich vorerst nicht bewahrheitet."
Narrativ spannend find ich übrigens das "vorerst". Also vielleicht besser in den kommenden Wochen apokalyptisch-orgiastisch leben, wer weiß, wie lang die Welt noch steht.

Dienstag, September 09, 2008

Saustallprosa: BauernHofnarren

Griasseng, Tisch und Beng!



Meine Wiener Zweitfamilie ist Opfer der postmaterialistischen Stadtflucht geworden: Statt bourgeois-bohemièn mitten im 8. zu logieren, sind die beiden nun Bauern.

Ich finde das großartig - nicht zuletzt deswegen, weil ich sogleich als Hofnärrin, Wachhund ("Schaffe, schaffe, Häusle kaufe, Hund verkaufe, Minki belle lasse" sagt die Halbschwäbin) und Holzknechtin engagiert worden bin.

Besonders in meiner ersten Funktion darf ich künftig an meinem Erstling arbeiten. Arbeitstitel: Saustallprosa. Handlung: die Flucht eines etwa 30-jährgen Schmierfinkens vor sich und der Arbeit aus der Stahlstadt aufs Land.


Oder soll ich lieber davon schreiben, dass zuviel frische Luft blöd macht? Nein, das zu erkennen überlasse ich euch und den Bildern:




Die skurrilste Mauer nach jener in Berlin


Im Bauernhof-Fundus: eine Musikcassette mit einem intimen Hörspiel drauf. Unglaublich! Eine MC!


Stadtluft macht frei, Landluft macht freiheitlich. Hier ist man auf leicht illuminierte metrosexuelle Ausländer nicht eingestellt:




Sonntag, September 07, 2008

Goodbye Summer (RMX)



Die letzte Stunde als Twen möchte ich unter anderem dazu nutzen, euch - also quasi der Welt - mitzuteilen, dass es mir egal ist. Wirklich. Total.

Schluss mit dem "29b" oder "Zehnundzwanzig"-Schas! Meine dreißig Silberlinge auf dem Haupt musste ich schließlich bereits vor genau fünf Jahren entdecken und mit dem Gehen habe ich mir früher schon einmal sehr viel schwerer getan. Ich werde die Tyrannei der Dreißig ertragen, wie ich mein bisheriges Leben ertragen habe: in Unwürde.

Gruß,

Mutti
Nachmittagsnachtrag
Am Wochenende (über das bald noch sehr, sehr viel mehr zu sagen sein wird) überraschte mich meine Zweitmutti Psychotante mit einem Spezialpräsent: die weltschlechtesten Wiegenfest-Graffiti.



Freitag, September 05, 2008

Wo die kleinen Kinder herkommen

Für euch im Urlaub recherchiert: Kinder kommen aus Paris. In der Rue de Nancy reiht sich ein Kinderimporteur an den anderen. Unbekannt war mir auch, dass es große und halbgroße Kinder zu bestellen gibt.


Mittwoch, September 03, 2008

Montag, September 01, 2008

Schöne Tage in Portugal

Geliebte Leserschar,

hier eine erste Episode aus unserer umfänglichen Reisetätigkeit im Unterbauch Europas.
Es dürfte noch nicht vergessen sein, dass Portugal einst als Armenhaus des Kontinents galt. Auch heute ist noch zu spüren, was der Kolonialismus diesem Land angetan hat. Besonders auf dem Land herrscht immer noch kargste Ärmlichkeit.
Die bäuerliche Schicht haust in hühnerstallartigen Hütten - in der Regel ohne Fenster, um das Geld für Gardinen zu sparen. Doch kein Schatten, wo nicht auch Licht: Durch die indiskutablen Wohnverhältnisse hat sich der Portugiese an sich ein ausnehmend geselliges Gemüt zugelegt:
Erschütternd für mitteleuropäische Augen, doch für die Kinder ist es ganz normal (weil sie es von klein auf gewohnt sind): Statt mit Stofftieren müssen sie mit Ratten kuscheln.


Immer wieder kommt es zu Übergriffen und Tätlichkeiten, wenn die Natur zurückschlägt, doch auch daran ist der lusitanische Bauer gewöhnt:

Gut zu erkennen, dass auch mit einem langgehegten Vorurteil aufzuräumen ist: Der Portugies ist keineswegs immer schwarzgelockt, sondern zuweilen auch eher schwedisch in der Anmutung.