Dienstag, Juli 01, 2025

Hochflüchtiger Troll, hochfliegende Geier, hochtrabender Unsinn

Lebenskrimskrams im Juni 2026

1.6.

Leichte Reparaturarbeiten an Garten und Körper.

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Wankelmütige Jedi-Ritter: Maybe the Force with you

2.6.

Jemand übergibt mir ein ziemlich dickes Manuskript, „das ist bei deinem Leseforum bestimmt gut aufgehoben“, Es sind die Vertreibungs-Memoiren einer 90-Jährigen Sudetendeutschen. 

3.6.

Weil ich dumm bin, habe ich beim Willemer-Preis den ganzen Roman eingereicht, samt Korrekturanmerkungen. Die freundlichen Damen von der Linz-Kultur weisen mich darauf hin, dass es bloß 18.000 Zeichen sein sollten. Hastig und schlampig schneide ich Passagen heraus und kränke mich dabei, wie leicht die Wörter aus dem Text fliegen. [Nachtrag Februar 2026: In ihrer „Poetikvorlesung“ schwärmt Barbi vom Streichen, am liebsten werfe sie alles raus, sie sei die Marie Kondo des Schreibens!] Ich merke selbst, dass ich mich stellenweise geplagt hatte, auf Romanlänge zu kommen. Aber so bin ich – wenn ich den Preis nicht bekomme [so ist es auch, 2026], kann ich mich vor mir selbst auf die Schlampigkeit rausreden.

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Der Nachbarbub steht vor dem verschlossenen Haus, und es wurmt mich enorm, dass mir dieses Mal kein Einbruch für den guten Zweck gelingt. 

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Ein Buntspechtpaar schmust im Kirschbaum.

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Hellwach“ im Programmkino, der Film über Bodo Hell. Ich bin extrem kurz bei seinem Auftritt beim experiment literatur zu sehen. Die Kürze kränkt mich keineswegs, aber es hätte an diesem Abend den sehr viel schöneren Dialog zwischen Julia Jost und Bodo zu zeigen gegeben. Es ist immer schön, ihm beim Leben und Reden zuzusehen. „Ein Schriftsteller ist einer, der nichts zu sagen hat, also schreibt er es auf. Der ist als Kind einmal nicht zu Wort gekommen.“

4.6. Kleiner Rinner 

 

Vor fünf Jahren war ich um diese Zeit noch auf der Tauplitz auf Ski unterwegs, heute eröffne ich offiziell meine Sommersaison. Wahrscheinlich bin ich die erste, die heuer über das „Kaltwasser“ heraufsteigt. Ich für meinen Teil bin überhaupt zum ersten Mal hier, es ist recht wild. Oben schaue ich sehnsüchtig ins Paradies hinüber, in dem ich ja schon sitze. Noch etwas mehr als fünf Wochen bis zum Grundlsee.

Die liebevollen Verschönerungen auf den Mistkübeln am Ostufer des Offensees: „Te quiero!“ Der dicke Vogelfisch liebt dich! 

5.6.

Es sei für ihn das Schrecklichste, dass er täglich im 6:30 Uhr aufstehen müsse, sagt der Zahnarzt, „do muass i ois im Liegn mochn, s'Zähndputzn und s'Frühstück, erst zum Duschn steh i auf!“ Ohne seine Frau, die gern um 5 Uhr aufstehe, könne er nicht weiter. „I gib' ihr eh ois zruck, owa in da Fruah brauch' i's!“

6.6.

Derzeit keine größeren Probleme. Das ist derzeit auch mein größtes Problem, aber nur in neurotischer Sorge, dass ich ohne große Probleme keine große Kunst schreiben kann.

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Nur ein paar Sätze Gospodinov und ich bin schon ganz eingenommen, auch wenn es wehtut: „Der Tod und der Gärtner.“

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Langes Schnattern mit den Damen, Biertrinken mit den Herren. Es könnte alles ganz leicht sein.


7.6. Steyr

Jana Volkmann unterhält sich mit dem Star der Veranstaltung, Martina Hefter, die mir nicht nur deswegen sofort sympathisch ist. Jana ist natürlich enttäuscht, dass Fini nicht mit ist, bekommt aber einen Teil des Honorars in Walnüssen ausbezahlt, für ihre Eichkatzen in Ottakring. (Ich darf das eigentlich echt nicht posten, es ist zu eitel!) 

 

Eva Lugbauer erschrickt ein wenig, als ich „Kritik“ ankündige – ich täusche Fassungslosigkeit vor, dass sie „Nirvana“ im Buch als die schreckliche Bubenmusik bezeichnet.

Wie schön, Sabine Scholl kennen zu lernen. Ich möchte sofort von ihr adoptiert werden. Irgendwann veranstalte ich den Welser*innen, die es in die Literatur verschlagen hat, einen Abend, bei dem sie über ihre HAK-Traumata sprechen können, Scholl hat ja mit dem Buttinger und Günther Kaindlstorfer gemeinsam etwas zu verarbeiten. Beim Essen hängen alle an ihren Lippen. Auf Einladung Südkoreas sei sie einmal nach Nordkorea gereist, wo 100 westliche auf 100 östliche Dichter*innen treffen sollten. Unter den ersteren war etwa der Nobel-Laureat Wole Soyinka. Leider hatten die nordkoreanischen Dichter allesamt keine Zeit, da der Geburtstag Kim Jong Ills anstand und sie ihm dringend Gedichte zu schreiben hatten. Scholl sagt, es sei eine höchst bizarre Reise gewesen; kein Extra-Schritt war erlaubt, zu essen gab es Unmengen an Fleisch, während draußen eine Hungersnot herrschte. Einmal sei sie ein wenig zu spät aus dem Hotelzimmer getreten – das ganze Hotel war finster, um Strom zu sparen. „Es war streng verboten, etwas mitzunehmen, aber alle haben etwas eingesteckt, Steine, Blätter, Zweige, irgendwas.“

8.6. Meggenhofen

Weil wir faule Leut sind und es engagiert regnet, hoffen wir noch ein wenig, dass das Jazzkonzert abgesagt wird. Wie wir an diesem grauen Pfingstsamstag im grauen Kombi sitzen, richtet der Buttinger streng das Wort an mein graues Haupt: „Do spüt des Upper Austrian Jazz Orchestra, des is nämlich schon a KUNSTGENUSS!“ „Ja, Vater.“ Dann sitzen wir müde und untermotiviert in der feuchten Kälte, mit Decken über den Knien. Aber oho! Das ist wirklich ein Kunstgenuss, sogar launig-ironisch moderiert, eine erquickende Dröhnung, eine Leistungsschau des Musikstandortes Oberösterreich.

Am Nachmittag sinken wir in einen so tiefen Mittagsschlaf, dass wir kaum noch daraus zurückfinden.

9.6.

Mein Facebook regt sich ordentlich über die „Klemm-Penismuseum-Debatte“ auf. Ich bin unendlich dankbar, dass ich nichts dazu sagen muss. Es finden sich sofort so viel Klügere, am klügsten die Sargnagel, die Leykam darauf hinweist, dass sie "transfeindliche Wichser" sehr wohl im Programm halten, sind halt Männer. Klemm hat ein paar sehr rührige Feind*innen. Und die von mir geschätzte Eva Reisinger sowie Fallwickl stehen ziemlich dumm da. Ich müsste viel lesen und alle fragen, bevor ich meinen Senf anbieten möchte, wie eine Staatsanwältin.

10.6.

Der Amok in Graz beendet die Klemm-Krise – ich wünschte, wir würden weiter über literarische Kinkerlitzchen zetern können.

Mein Leben geht ohne großes Zutun immer mehr in Richtung Eskapismus, oder es fühlt sich halt alles Nicht-Kämpferische jetzt so an, konkret heute das Heckenschneiden. Immerhin loben mich alle Nachbarinnen wieder dafür.

Immerhin alle Deadlines geschafft.

Ein seltsam verhangener Abend, wie ein trockener, warmer Nebel. Später erfahren wir, dass das der Rauch von Kanadas Waldbränden ist.

11.6. Wildenkogel über das Nestlerkar

 

Den Eskapismus ins Aktive wenden und wieder einen Weg abhaken wollen, auf dem sich fünf neue finden. Viele Stunden gehe ich durch lichten Wald und schaue wieder sehnsüchtig in den Süden. 

12.6. Neukirchen am Großvenediger

Anfahrt über den Salzachstausee, in dem eine halbe gebratene Sau liegt, vom Hund ignoriert, weil wir einen Stecken in der Hand halten. 

 

Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass wir ganz tief bis zu einem Talschluss dem Gebirge auf die Pelle rücken, dabei ist nur die Bahnlinie kaputt.

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Nach der Eröffnung trinken alle Bier beim Pferdestall. Der Wirt heißt Engelbert und hat wehendes Brusthaar. Ab 23 Uhr freut es ihn nicht mehr, was auch sein gutes Recht ist. 

13.6.

Wir bekommen eine Liftkarte, mit der wir gratis in die Berge gondeln dürfen. Geier kreisen über uns viel zu vielen Touris, von denen etliche auf den letzten Metern zum Wildenkogel (schon wieder!) hinauf so schwer keuchen , dass die Geier sich wohl Hoffnungen auf deren Kadaver machen. 

 

Später wird mir ein redseliger Einheimischer sagen, „Geier?! Do? Na, des glaub i net.“

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Peter Hodina erzählt uns eine sehr gute Tapirgeschichte: Als weitum bekannter Fetischist erging an ihn die Nachricht, dass ein Theater in Göttingen seinen Fundus versteigere, darunter ein präparierter Tapir. Ob er nicht interessiert sei. War er. Allerdings erwies sich das Präparat als komplett marod, auch von Insekten befallen. „Andererseits kommt dergleichen nie auf den Markt“, weswegen Hodina sich an die hiesige Uni wandte, um auf den Zoo des Theaters hinzuweisen. Dort müssen unangenehme Menschen sitzen, denn bald sah sich Peter mit dem Vorwurf der Hehlerei konfrontiert, samt medialer Berichterstattung. Das nämlich kränkte ihn besonders, dass er nur als „ein Österreicher“ bezeichnet wurde, nicht zumindest als „österreichischer Autor“ oder gar als „Salzburger Tapirfetischist“. 

 

Überhaupt ist das Treffen Koth Afzelius/Hodina & Buttinger/Meindl sehr erfreulich. Die Hündinnen toben miteinander, weil Chili Finis Gebitche einfach nicht ernst nimmt. [Als ich dann im Jänner Afzelius' "HomoTapir" las, war das Lesevergnügen durch Kenntnis der beiden noch einmal stark gesteiegert.]

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Zum Glück bin ich nicht eifersüchtig auf meine eigenen Texte: Der über den glücklichsten Tag auf Gut Aiderbichl sticht den Roman immer komplett aus.

Florian Gantner und Martin Peichl sind überaus gute Literaturveranstalter. Auch Maria Piok ist eine super Typin. Sie stammt aus einem Dorf nahe Brixen und kann nicht skifahren – wie auch Florian nicht, obwohl sein Vater Skilehrer und Reitstallbesitzer ist (reiten kann er auch nicht).

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Abends teilt uns Marc Carnal zum Vorlesen des Hörstücks „Die Hochzeit“ ein. Fini sticht uns mit ihrem Bellen zum richtigen Zeitpunkt (Stichwort: „Opa Klaus tritt in den Hundekot des Spitzes“) komplett aus. Zum Glück bin ich nicht eifersüchtig auf meinen eigenen Hund. Mich wird der ORF Salzburg nicht nach meinem Namen fragen, sie schon. 

 

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Martin und Florian kosten ein wirklich widerliches Energy-Bier von „Delirium“, in das man sich vor einem zweiten Schluck gleich flüchten möchte.

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Morgen reist Anna Weidenholzer an, womit der Rekord an gleichzeitig anwesenden Gatt*innen gebrochen wird. 

14. Juni

 

Der Herrensteig entfaltet eine überraschende Pracht, sobald das Skigebiet aus den Augen ist. So stelle ich mir Schottland vor. Auf solchen Wegen ohne viel Steigung kommt man weit. Es gelingt ein sehr guter Mittagsschlaf auf dem Laubkogel, und zu den Lesungen komme ich nicht sehr viel zu spät. Unten im Tal ist es schon extrem heiß.

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Anna schenkt mir polnische Katzenzungen, ich revanchiere mich mit einer Pferdetragtasche.

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Maria Piok erzählt dann im Pferdestall, dass ein Kulturvermittler einmal Ljuba Arnautovic mit Julya Rabinovich verwechselt habe: „Das bin ich nicht.“ Er sagte dann tatsächlich „Doch!“

Wir essen Pommes und trinken Bier. Eine richtige Sommernacht schon. Im Gebirge blitzt es.

15.6.

Urlaubsschichtwechsel: Die Dichter*innen reisen ab, herein dröhnen die Biker. Vielleicht bringen die im Suff mehr Umsatz, angenehmer im Stadtbild werden aber wir gewesen sein.

Anna und ich zögern den Abschied lange hinaus. Sie erzählt, dass der Bub jetzt viel über den Tod sprechen wolle. Dabei sei ihm die Reihenfolge sehr wichtig. In der Nussecke des Hofers fragte er etwa: „Stirbst du früher oder der Papa?“ Im Kindergarten wurde im Übrigen kritisiert, dass er ab und zu Dialekt spreche.

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Overtourism an den Krimmler Wasserfällen. Wir zahlen 8 € fürs Parken und dann noch 9 € für uns selbst. Buttinger hat da keine Amortisierungszwänge, wir spazieren hin und dann gleich wieder zurück. Es ist auch wirklich kein großer Genuss wegen der viel zu vielen anderen. Das Warenangebot erinnert an das von Hallstatt, nur die Spazierstöcke mit geschnitzten Tierknäufen ist mir neu. Die Attraktion selbst ist wirklich attraktiv, und auch ich füttere die sozialen Medien mit Clips von Gischt und Fontänen. 

 

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Der Kadaver liegt immer noch im Stausee vor Bad Reichenhall.

Landzeit Mondsee: Zwei kleine Eise to go um 9,20 €. Autobahnraststätten sind des Teufels. 

Happy End im Singapur.


16.6. All- und Montag

Ein stark prokrastinationsanfälliger Tag, die Reise hallt innerlich immer einen Tag nach.

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In der Kletterhalle weiche ich schamvoll der Horde von 7a-Boulderern aus.

17.6.

Ein Tag, den ich ganz dem Schreiben widmen kann – und soll, drei Lesebühnentexte fehlen noch. Nach einem halben springe ich auf und renne hinaus, um den Kotoneaster zu schneiden. Sofort „springt“ die Nachbarin auf, ich ziehe sie magisch aus ihrer Küchenbeobachtungsstation. Als Beitrag zu unserem very small talk sage ich, wie schade es sei, dass ich heuer zu spät dran für den Holler gewesen sei. „Wos hedsd n gmocht midm Holler?“ „Saft.“ „Ah, do bisd zschbod drau!!!“ Es ist halt ihr Terrain, sie würde mir dafür wohl poetologisch nichts dreinreden. Sobald sie weg ist, kommt die andere daher, sie und ihr Vater scheitern mit der Anhängekupplung. Ich „repariere“ sie mit WD-40-Spray. Weitere Arbeitsschritte auf der Flucht vor der echten Arbeit: Nussgeist angesetzt. Bei Schönwetter muss ich mir wirklich jede Schreibminute einzeln abringen.

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Das einzig "Gute" an den schlechten Zeiten ist, dass Menschen jetzt öfter kleine existenzielle Sinnkrisen erleiden und dem Irrglauben unterliegen, dass ich als studierte Philosophin da helfen könne (mehr als die WD-40-Entsprechung kriege ich da aber eh nicht hin. Egal).

18.6.

In der Nacht ganz ohne Alkohol intensiv von einem Aufenthalt in einer Hütte im Pinzgau geträumt, wo im Gegensatz zum Pongau Dürre herrsche. Dort treffe ich den erstaunlich tacken Jürgen Habermas, mit dem ich dann irgendwie was habe (Details erspart mir der Traum, danke). Danach besteht er darauf, mich mehrmals in die Luft zu werfen, um mir zu beweisen, wie vital er mit seinen 90 noch sei. Am Morgen muss ich auf orf.at lesen, dass ihm im echten Leben die Gattin verstorben ist. Was ist das!?

19.6.

Über den Drei-Türme-Grat auf das Warscheneck – man versteht die Katzen, hinauf geht’s besser als hinunter.

20.6.

Die Bacher verwandelt mein Haus in einen harmonischen Co-Working-Space.

sprichcode, Leonding:  Die sehr sympathische Stefanie Altenhofer wird von mir als „Wienerin“ anmoderiert, dabei stammt sie aus Vordernebelwald (ich google nicht, ob es das wirklich gibt). Sehr guter Typ auch der Bühnenkampfdozent Martin Brunnemann. Die Siegerinnen sehen alle fantastisch aus und sprechen wie Buchpreisträgerinnen.

Danach weiter zur Lesebühne, ich bin schon halbwegs tüchtig. Und in der Nacht halbwegs müde. 

21.6.

Wallner-Deckers zur Jause. Decker über seinen Kollegen Reinhard Winkler: „Ah, der is super, der kau, wos i ned kau: Menschn!“ Nach unserer Abfahrt streunter unbemerkt durch den Garten und verwandelt meine Schlamperei hinter meinem Rücken in Kunst: 

 

Der Tag gelingt uns ganz gut, er endet mit „5/8“ im Schl8hof. Zum Lesen kommt man halt nicht – der ZEIT-Turm für den Grundlsee wächst rapide, bald hab ich so einen Turm hinterm Kasten stehen, weibshoch. 

22.6.

Im Zug: „Die wilden Kerle san massiv underrated!“ Ich stimme den jungen Erwachsenen innerlich massiv zu.

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Ein einäugiger, walzenförmiger Hund bleibt stehen und lässt sich gnädig streicheln, am anderen Ende der Leine erblicke ich da erst ein wirklich hübsches Kind, das mir den Hund gleich schenken will.

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Insgesamt ein recht angefülltes Wochenende. Das Leben ist schön, macht aber viel Arbeit.

23.6. 

Es gibt eine Medienwissenschaftlerin namens Mercedes Bunz. Unvergessen Coalas Arbeit als Hochzeitsverkünderin in einem Mitarbeitermagazin, in dem Frau Mercedes ihren neuen Namen bekannt gab: Fenz.  

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Der Garten sieht aus wie ein Erdbeerland für Ringelblumen.

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Im Mailfach eine Anfrage aus Albanien, die ich zuerst für sehr personalisierten Scam halte, dabei werde ich wirklich von der österreichischen Botschaft gefragt, ob ich ein Monat in Tirana verbringen wolle. Ich schäme mich für meinen leicht chauvinistischen Reflex und fühle mich geehrt, aber weil ich keinen Hund mitnehmen kann, muss ich absagen. #karrierekiller #dog

24.6.

PMS + fest den Kopf anhauen = es ist schon aus geringerem Anlass ein Krieg erklärt worden! Aber immer wieder überraschend, wie ein Gang zur Donauküste die Stimmung mildert. Das Kraftwerk öffnet eine Schleuse, es spürt meine kleine innere Drangsal und macht Brandungs-Mimikry im Kies. Irgendjemand hat mit Steinen „LOVE“ auf den Strand gelegt. Wenn ich wirklich einmal das Scheißsystem anzünden soll, muss ich auf diese Selbstregulierung verzichten.

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Das Leben besteht derzeit aus Zutexten und Zugetextetwerden.



25.6. Mi

Langsam das Gefühl, dass sich schon alles irgendwie ausgehen wird, zumindest bis zum Grundlsee. Wenn nicht, scheißt der Hund drauf. Es ist aber jetzt schon zu heiß. Wie immer der Eindruck, dass Klima und Klimakterium Hand in Hand gehen in meinem Temperaturempfinden.

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Pellini beim experiment litertatur. Es muss so absurd sein, einen Spiegel-Bestseller geschrieben zu haben. Sie erzählt, dass mehr als 13 Verlage auf ihrer Dacke gestanden seien, ein richtiges Vortanzen sei das gewesen. Ich frage scherzhaft ins Publikum, ob wir schon jemals so jemanden Exotischen wie eine Alemannin zu Gast hatten, ob das unsere erste sei. „Tumiko Asawa!“, ruft Wawo, und ich: „Nein, Alemannin, nicht Ausländerin.“ „Asso.“

Beim Abhängen im Park erzählt K. später, wie sehr sie der Mercedes-Stern in Bad Aussee erschüttert habe. Sie hat jahrelang viele Jahre ihrer Jugend dort verbracht. Ein Schwarm habe in einer Mercedes-Werkstatt gelernt, weswegen er der Bande beibringen konnte, wie man am besten Sterne brockt. „Und dann das!!!“

26.6.

Max Höfler macht bei den #tddl Schönes – alleine das Video! Wie immer der innerliche Riss, ob ich dort nicht hinwollen oder panisch fortbleiben sollte. The horror, the horror. 

 

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Beim Schreiben der X-BLATT-Geschichte „Töten im Gebirge“ gerate ich an den E-Reader für waidgerechtes Schießen. Dort gibt es Tabellen mit den Bewegungsarten der Wildarten: „hochflüchtiger Troll“.

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Die Herren bouldern im Fernsehen, ich sehe wieder mit nassen Händen zu. Mit Schwerkraft hat das schon lange nichts mehr zu tun.

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Hey, guten Morgen, wie geht es dir“: Hefter ist eine gute (SUPER!) Autorin und eine gute Person.

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In der Nacht setzt ein schwerer, willkommener Regen ein. Mir träumt es eine Action-Geschichte mit B. Cumberbatch. Es geht ein wenig ums Klettern und um einen vermeintlich verlassenen Bauernhof, auf dem wir uns versorgen. Plötzlich ist da der Vater, vergnügt sagt er, die Bäuerin sei gekommen und habe ihm gesagt, wo das Bier sei. Endlich träume ich von den Eltern nicht mehr rein neurotisch.

27.6.

Zirrhose-Wolken

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Ich hätte die Lesebrillen der Eltern doch nicht so schnell an die Dritte Welt spenden sollen.

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Besser wär's, auch beim Schreiben den Frack zu tragen, als Rüstung gegen die Selbstzweifel – oder ist das dumm? Die sind ja im Inneren des Körpers. Ich möchte so erfolgreich werden, dass die Leute diese Phantomereignisse noch lieber lesen, als ich sie schreibe.

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Unwort der Woche: „depublizieren“ – Maxim Billers Kolumne in der ZEIT wurde gecancelt (hab' aber vergessen, weswegen; irgendwas mit Israel und Nazis wohl).

28.6. Sa

Lesebühnen-Sommerschluss-Gselligkeit. Immer wieder überrascht die Lieblichkeit der Ansfeldner Aussicht auf Linz und das Mühlviertel. Monet schuftet für uns in seinem Garten, er steht in der Hitze am glühenden Pizzaofen und ernährt auch noch die Nachbarschaft. 

 

Totales Overeating, aber am

29.6.

vergesse ich die Wanderjause. Erstaunlich, wie weit man mit zwei Pizzen am Vorabend und einem Packerl Mannerwafferl kommt (konkret auf den Pyhrner Kampl). Bis zur Zellerhütte hinauf bin ich Teil der Ameisenstraße, ab der versteckten Abzweigung ins Loigistal hinüber, bis zum Gipfel und bis hinunter zu den Schafferteichen dafür Wildnis und Einsamkeit. Nur beim Mittagsschlaf auf dem Gipfel irritiert mich Musik, ich brauche lange, bis ich gneiße, dass die Gleitschirmflieger hoch über mir Musik hören. 

 

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Grillen bei Freunden in Wels. Die sehr viel sportlichere A. und ich plaudern über unsere Bergtouren. Dann knickt die Arme im Garten so unglücklich in eine ganz seichte Bodenwelle, dass sie sich den Mittelfußknochen bricht (und das nüchtern!). 

30.6. Salzburg

Für originelle Gedanken ist es jetzt zu heiß.

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Es ist gerecht, dass auch in Salzburg das grobe Volk den Bahnhof säumt. Ein herrenloser Schaufensterpuppenkopf liegt im Brunnen. 

 

Literaturhaus: Acht Lesende beschreiben vier Gewaltfantasien. Liegt das am bürgerlichen Salzburg? Dabei sind alle sehr, sehr nett im persönlichen Umgang. 

Meine vorletzte Moderation vor dem Urlaub, und ich liege um 22:15 Uhr im Bett. <3 

 

Sonntag, Juni 01, 2025

Omaficker in Lehenrotte, ausgestopfte Pfarrer im Mühlviertel und Naturkritiker im Hallstättersee

Lebenskrimskrams im Mai 2025

1.5.

Für einen Moment glaube ich, jetzt wirklich alle in den Apps markierten Wege im Sengsengebirge zu kennen, wobei „kennen“ schon nicht stimmt, ich verkoffere mich immer noch. Außerdem gilt's höchstens für die Südseite, und da nicht. Es ist die beste unlösbare Aufgabe meines Leben, die ich mir ohne Not gesucht habe. 

2.5.

Neue Erkenntnisse zu mumifiziertem Pfarrer“ als Headline auf orf.at – ist das ein gutes Zeichen für die Weltlage? Man hat ihn arschlings mit Zweigen, Stoff und Sagscharten angefüllt. Hochwürden ausgestopft wie ein Teddybär! Welcher arme Mensch musste damals diese Arbeit verrichten? Erich von Däniken habe im Übrigen vermutet, dass da Außerirdische Hand angelegt hätten.“

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Die sehr liebe und sehr junge Friseurin nenne ich „Marion“, dabei heißt sie Mariam. Was so wenige Buchstaben ausmachen. Sie ist aus Armenien gebürtig und schnippselt mit großer Fürsorge an mir herum, dabei versieht sie meine Wangenknochen, meinen Teint und die Haar“farbe“ mit Komplimenten – und sieht selbst 34xmal hübscher aus als ich.

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Es ist Urfix und dementsprechend viel los in Alturfahr West. Das Strandgut wird gut frequentiert, was aber nicht an meiner Lesung liegt, sondern daran, dass viele junge Menschen darum bitten, hier ludeln gehen zu dürfen. Mich kränkt das Ausbleiben des Publikums nicht, wir ratschen gemütlich vor uns hin. Unmittelbar vor dem geplanten Lesungsbeginn kommen doch noch fünf fremde Menschen daher, die ganz freundlich um die vereinbarte Leistung ersuchen. Am Ende stel sich aber heraus, dass zwei der neu hinzugekommenen Frauen praktisch kein Wort verstanden haben, schon gar nicht meine dahingeplauschten Zwischenmoderationen im Dialekt. Meli sagt am Ende, sie finde die Lesebühne lustiger, „bist ma eh ned bes?!“

Weiterhin kommen dauernd junge Burschen vorbei. Zwei bleiben bei Fini stehen. „Was ist das für eine Rasse?“ „Sie ist...“ „Cool, und wie heißt er?“

3.5.

Gemeinsames Schuften im Garten gegen die botanische Entropie – aber weil uns die neue Mauer so eint, geht alles halbwegs harmonisch vonstatten. Abends bei Nachbars. Das Geburtstagskind prahlt vor Neuangekommenen mit unserer schlechten Nachbarschaft. Wir trinken dafür zu Fleiß den Wein, den wir selbst mitgebracht haben.

4.5. Hallstatt („Tonspuren“) 

 

Zu meiner Überraschung gibt es einen täglichen Direktzug von Wien nach Hallstatt, in dem ich den Hirschl nicht sofort finde, weil sehr viele andere Passagier*innen auch lange, dunkle Haare tragen (und von mir als Asiat*innen gelesen werden). Fini aber spürt den Herrn Erfolgsautor sofort auf. Julia steigt in Wels zu und spürt Fini sofort auf.

Ab Gmunden muss ich sehr an mich halten, um nicht dauernd die Berge zu benennen („Für Blinde und Sehbehinderte wird diese Zugfahrt im Zweikanalton übertragen“).

An der Anlegestelle wartet der Bürgermeister auf uns, ich „beschwere“ mich über das Fehlen einer kleinen Blasmusik. Er fragt mich, ob er leicht der Gemeindeärztin verschergen solle, dass es eine fiktionale Version von ihr gibt!? „Owa i woaß eh ned, ob's zan Lesn kimmt.“ Dann führt er uns an die Hotspots, wo er selbst eigentlich sich nicht mehr anschauen lassen will, wegen Überlastung. Später lädt er uns auf einen Kuchen ins Kaffee, dort erzählt er vom Spalierbaum, der händisch bestäubt werden muss. Am Ende streichelt er Fini. „Jetzt mog i mei Kotz scho so, wia muass des mid am Hund erscht sei?“

Hirschl und Julia waren praktisch noch nie in Hallstatt. Es ist überraschend interessant, das Dorf mit ihren Augen zu sehen. Elias ist ganz begeistert von der „Hallstätter Luft“, wenn die Flasche nur 5 € gekostet hätte, würde sie schon in seiner Wohnung stehen.

Er sagt, er könne es sich jetzt endlich eingestehen, „dass ich die Natur nicht mag.“ Immer wieder habe er versucht, in einem Café im Gastgarten zu schreiben, „aber entweder ist es zu heiß oder zu kalt, oder der Wind geht. Dann kommt eine Fliege.“ Später geht er in den 10° Grad kalten See baden, draußen ist es keinen Deut wärmer, der Hund zittert im Wind. 

 

Einmal habe er der Jelinek einen handgeschriebenen Brief geschickt, weil er dachte, das sei nun ja schon eine ältere Dame, und er habe sich geschämt, als sie ihm per Mail antwortete (worin sie ihn unter anderem darauf aufmerksam machte, dass „Hirschl“ einfach die deutsche Übersetzung von „Jelinek“ sei).

Francesca Herr wird später unter Hirschls Hallstatt-Posting kommentieren, sie sei Anfang 2000 mit ihrem damaligen Freund auf die Schnapsidee verfallen, in Hallstatt Silvester zu feiern. Untergekommen waren die beiden bei zwei 90-Jährigen, die von den Jungen mit Mama und Papa angesprochen werden wollten. 

5.5.

Öffentliche Anreise mit Zug und Bus nach Hause. Mit dem Rad wäre ich schneller von Wels hierhergekommen. Neuland Eiselsbergerstraße in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ein später Februartag im Mai, die Landschaft ein kalter Dschungel.

6.5.

Es gibt ein Tier namens „Gleichfarbkuskus“ (in der ZEIT dann gleich doppelt in der Rubrik „Du siehst aus, wie ich mich fühle“ verwendet, zu Coalas Ärger, „grad bei so einer wichtigen Sache!“)

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Für eine Besprechung muss ich mit der Fähre nach Ottensheim. Ab jetzt möchte ich in den warmen Monaten den ganzen Parteienverkehr hier erledigen, mit Kaiser-Mühlecker telefonieren, mit M. den Workshop besprechen. Paulo Danubio begrüßt mich vor den Pendlern und Radlpiefkes mit „Zeawas, Frau Präsidentin!“ Zahlen muss ich nichts, „jo, zoag ma's hoid, die Stroafal.“ Zum Abschied sagt er „A scheens Wochnend!“ Ich bedanke mich, es sei halt Dienstag. „Wird scho wieda amoi ans kumma.“

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In der Boulderbar sagt der Typ, der aussieht wie der Mark Wahlberg von Pasching, dass das bei mir so leicht aussehe. Tatsächlich scheint mich der Kampf gegen den Dschungel im Garten wieder etwas ertüchtigt zu haben. Trotzdem stelle ich mich selbstverständlich nur in Boulder, bei denen ich den Arsch vom Boden kriege.

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Die neue Humor-Kategorie bei Grisse- und Stermann gefällt mir sehr gut: 1-Stern-Bewertungen auf Google. Die Votivkirche sei „zu religiös“.

7.5.

Stimmung und Aktivitätsdrang sind augenscheinlich direkt an den Stand der Sonne und die Temperatur gebunden. Heute leichte Manie, ein Zwischenhoch. Ich trage 37 Kilo Granit vom Donaustrand nach Hause. 

 

Wahrscheinlich ist das auch schon die Vorbereitung fürs experiment literatur. Ich will nicht mit faulen Händen dem Kaiser-Mühlecker begegnen. Entweder ist er ein wenig kokett, oder er weiß wirklich nicht, wie absurd fleißig er ist. Während ich mich schon vom Einfamilienhaus eingespannt fühle wie ein alter Ochs ins Joch, macht er Landwirtschaft und Literatur jeweils de iure im Nebenerwerb, de facto in Vollzeit.

Die waschaecht-Präsidentin schaut in den bummvollen Raum und sagt lächelnd, „jetzt miass ma schaun, dass ma mid de Zoin wieda owakemman!“

Kaiser-Mühlecker liest er extra für mich die Beschreibung des Toten Gebirges und für den Buttinger die Angelszene. Auf die Frage, welche Rolle die Landschaftsbeschreibung in seinem Werk habe, sagt er, in „Schwarzer Flieder“ sei ihm eine sehr schöne gelungen, seither probiere er es immer wieder einmal. 

Man müsse an den Figuren „alles herunterklopfen, was gefällt, was sie sich zulegen, was die anderen denken.“ Wenn sie so dastünden, wisse man erst, wer sie sind.

Er berichtet von einer Schreibwerkstatt in Edenkoben, bei der sich niemand dafür interessiert habe, wie er denn das Schreiben angehe, sondern nur, wie sie Jo Lendle bezirzen könnten.

Beim Biertrinken sagt er, eigentlich habe er mit dem Motorrad kommen wollen. Sofort verschwinden er und der Buttinger in einem tiefen Fachgespräch.

8.5.

Aktuell wieder das verstärkte Gefühl, dass ich mir meine Zeit zu billig abkaufen lasse. Vielleicht versehe ich meine Zusagen mit einer Schönwetterklausel. Wenn ich nicht wandern gehen kann, wird’s teurer. Obwohl da – mein einziger heutiger Termin – der Frauenarzt eher nicht mittun wird.

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Am Nachmittag gehe ich mit dem Einhell-Arsenal auf den Garten los, bis es raucht – der Buttinger ruft nämlich an, „mia ham an neichn Bobst.“ Minuten später sehe ich einem US-Amerikaner zu, der mit Blick auf den Petersplatz mit den Tränen kämpft. Im ORF wird eine „Vatikanista“ befragt (lauter neue Berufe, ich kannte nur die „Barista“). Später nutze ich die Gelegenheit, eine dumme Geschichte darüber zu schreiben, dass der neue Leo meinen Garten irrtümlich für einen Teil der Landesgartenschau hält und mich besuchen will, damit er ein paar Stunden Ruhe hat. Es muss ja wirklich das schlimmste Leben sein. Nie mehr allein, nie mehr in der Nase bohren, keine Granitsteine stehlen, vom Wandern ganz zu schweigen, das Tote Gebirge ist gestorben für einen Papst. 

9.5.

CliniClowns-Gala im Posthof. Weil wir gleich vor dem Start eine Verspätung aufzwicken, schlage ich den BlöZingers vor, der Einfachheit gleich miteinander aufzutreten, haha. Es sind alle sehr lieb, aber der Zeitplan ist schneller Makulatur als ein Papierbrand. 

 

Backstagejausnen mit dem lieben Winkler, Plauschen mit dem lange nicht mehr gesehenen Ex-Nachbarn. Seine Gattin und er haben noch einen Nachzügler bekommen, „glei nei Monat, nochdem ma aufs Laund zong san, woaßt eh, es hod dauat, bis es Kawöfeanseng valegt hom.“

10.5.

In Burma gibt es von Chinesen betriebene Lager für Scam-Zwangsarbeiter, samt extra eingerichteten Luxuswohnungen und Büros für die noch bessere Täuschung.

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So lange und sorgfältig alle verholzten Körperstellen durchgedehnt, dass zumindest der Körper getäuscht ist und glaubt, entspannt zu sein.

Dann nach WIEN 

 

zum Hochfest der österreichischen Slamily: 100 Jahre Markus und Mieze. Die wenigsten unter uns sind wesentlich jünger, es wundert uns wohl alle, dass wir Slam-Urgesteine sind. Sehr jung natürlich der Hirschl, der mir mit gut gelaunter Fassungslosigkeit berichtet, wie die Überraschung gelingen konnte: „Die beiden sind seit JAHREN systematisch belogen und betrogen worden!“ Peter Clar musste extra nach Ottakring rasen und hoffen, dass keiner der beiden schon die Post geholt habe, denn der Verlag hat die Vorschau eine Woche zu früh versendet (irre eigentlich, das HERBSTprogramm im Mai, aber so machen es jetzt alle). Clar musste die unwilligen Nachbarn bitten, ihn reinzulassen, dann ins Postfach langen und den Brief herausstierlen. Zwei Jahre Heimlichtuerei beinahe umsonst! Mieze und Markus werden später erzählen, dass sie sich schon sehr gekränkt hatten, dass in den vergangenen Wochen alle ihnen gegenüber auf einmal komisch geworden seien; in Wahrheit aus Angst, sich zu verplaudern.

Wir alle warten gespannt auf das Jubelpaar, das glaubt, gegen gutes Geld bei einer Gendersache zu performen. „I hob extra wos gschriebn!!!!“ sagt Markus dann unter Tränen (eh der Rührung). Wie ihnen mitgespielt wird, checken die beiden wirklich erst in der Minute, in der sie sich in der ersten Reihe sitzend noch einmal umdrehen und sehen, dass sie jede einzelne Person kennen. 

So gefeiert werden nur Menschen, die nicht nur für sich selbst tolle Kunst machen, sondern im Lauf von Jahrzehnten sehr viel für andere getan haben.

Auf dem Weg zur Bar hält mich eine fesche Frau auf, „wir kennen uns ja!“ Ich nehme mich zusammen und täusche nicht vor, dass ich das auch so sehe. „Verena Stauffer!“ Ich entschuldige mich, ja!, stimmt! Dafür weiß ich, wann wir einander kennengelernt und zuletzt gesehen haben, im Literaturhaus vor etlichen Jahren. „Nein,“ widerspricht sie freundlich, das sei doch grade beim Frischmuth-Symposium gewesen. „Ha! Du weißt auch nicht, wer ich wirklich bin!“ lache ich, denn sie hat mich wegen der kurzen Haare mit Heidi Lexe verwechselt. 

Dann trinken wir alle relativ viel Bier. Heftiges Konspirieren mit Willi Landl und Nadja Bucher. Wenn ich mit ihr rede, bilde ich mir immer ein, selbst auch so lustig zu sein, aber es liegt fix an ihr. Sogar eine schwere OP hat in ihrer Schilderung noch Unterhaltungswert. Es ist wirklich alles ernst und alles lustig zugleich. 

Mit Mühe reiße ich mich los. Erst in Linz schlafe ich ein, es gelingt nur mit Mühe, rechtzeitig in Wels aus dem Zug zu torkeln. Wie schön wäre es, ein Fest zu geben, bei dem alle so lange schnattern und trinken können, bis sie sich einfach an Ort und Stelle hinlegen können. Ein Symposium, liegend, in spätrömischer Dekadenz. Oder besser, ein Bed-In mit Bier, auf einer gewaltigen Massencouch. 



12.5. Scheiblingtragl, Turmtal

Seit August zum ersten Mal wieder hinten im Stodertal, eine große Freude. Beim Wühlen im Geröll weiß ich natürlich wieder, warum es hier so einsam ist. Wahrscheinlich war's gut, dass ich durch Geiz beim Parkgeld meine Wanderzeit künstlich verknappt habe. Keine Ahnung, wo ich umgekehrt wäre, oder ob ich wieder gegen jede Vernunft in den Talschluss eingestiegen wäre. Nein, eher nicht – diese kurze, etwas zu wilde Zeit ist vorbei.

Zuhause dürsten schon die Pflanzen, man ist angehängt mit ihnen wie mit dem Hund.

Halbdämmerschlaf beim Forged-in-Fire-Special, bei dem US-Veteranen durch einen Messer-Parcour tappen und dabei mit „Thank you for serving!“ angebrüllt werden.

13.5.

Ein sehr langer Tag mit zu viel Reden. Der Hund schluchzt, als sie mich im Finstern erkennt, Buttinger ist mir mit ihr entgegengegangen. Zuhause heilsames „Golden Girls“-Schauen. 

14.5.

Von einer Reise nach Nepal geträumt, mit Supermarkt, europäischen Flüssen, aber absurdem Wohnbau. Keine Berge!

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Der ärgste Anti-Zeitraffer ist der Blick auf die „Fortschritte“ der Roman-Zeichen. Er wächst wie ein Stalagmit. 

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Weil ich mit M. so angeregt Kollegen ausrichte, steige ich nach dem Verabschieden ausgerechnet in den Zug, der nicht in Wels stehenbleibt. Gnadenlos fährt er auch durch Attnang-Puchheim. Es wird also Salzburg, und die Freude, nach der Sitzung einmal früher nach Hause zu kommen, wird nicht durch den Trost aufgewogen, dank Klimaticket zumindest keinen finanziellen Schaden zu erleiden bzw. endlich einmal Zeit fürs Falter-Lesen zu haben.

Was vorher geschah: Der FPÖ-Kultursprecher spricht so unangenehm unangreifbar, dass ich schon wieder unter Ambivalenz leide. Später plaudern wir mit dem Grünen Sevi über neue Bücher, der Dim kommt ja aus einer Rieder Buchhandlungsfamile, weswegen er auch weiß, dass ich morgen dort lese (bei der Konkurrenz). Er lobt die Tricks Wolf Haas' in „Wackelkontakt“.

Beim müden Heimwanken, wieder kurz vor Finis Schluchzen, sehe ich spätnachts einen ganz jungen Mann vor dem Barbershop mit dem schiachen Totenkopf-mit-Vollbart-Logo sitzen. Auf seinem Schoß eine wunderschöne sattgraue Katze. Seine Augen leuchten, als ich ihn frage, ob dieses prachtvolle Tier ihm gehöre. 

15.5.

Das Schlimme am Home-Office: Immer wieder kommt man am Bett vorbei und denkt sich, „so viele Stunden, bis wir wieder vereint sind!“ (Geschrieben um 13:09 Uhr, erfüllt um 23:38)

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RIED

Es ist keine Großkunst-Aufgabe, das 20er-Haus zu füllen, trotzdem freut mich das seltene Wort "Nachbestuhlung". Mit viel Disziplin lasse ich mein Honorar nicht gleich wieder in der Buchhandlung. Der (so wie alle hier) extrem freundliche Gatte der Inhaberin schenkt Wein aus. Als ich ihn in ein literarisches Gespräch verwickeln will, sagt er uneitel, er lese keine Belletristik, höchstens Sachbücher über Energie und Technik. Er arbeite so gern, das erfülle ihn ganz, sodass sein kleiner Wald schon vollständig zu Brettern verarbeitet sei. 

 

Bei einem älteren Herrn sucht Fini besonders oft Zuflucht. Er sei früher regelmäßig mit zwei Freunden auf musikalische Reisen gegangen; jeder nahm ein Buch mit, das er dann den anderen lieh. Aber einmal hatten sie sich nicht abgesprochen, sodass jeder einzelne „Schlafes Bruder“ im Gepäck hatte. „Das war blöd, aber da wusste ich, dass wir wirklich eine Band sind.“

Zwei Frauen sagen nachher, dass es ihnen sehr gefallen habe, das sei ihre erste „Autorenlesung“ gewesen, und dass sie sich „jetzt über andere auch drübertrauen.“ Ich bin geschmeichelt und hoffe, dass sie dann beim nächsten Mal ein bisschen enttäuscht sind. Aber das darf nie jemand lesen. 

16.5.

Noch nicht betrunken, aber keine Termine, bis 21.5.!!! <3

Fini hat die Stimmung mitbekommen, sie wechselt um 8:20 Uhr vom Nest auf die Couch, von dort um 9:10 ins Gewölbe unterm Kachelofen. Sie lebt mein Leben. Als ich ein entsprechendes Facebook-Posting herzeige, kommentiert Meli: „Irgendjemand muss ja dein Leben leben.“ Der Hund ist meine emotionale Powerbank.

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In der Literatur bewirtschaften wir die Verschiedenheit der Leute.

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Der entlegenste Ort der Welt heißt Point Nemo, die nächste von Menschen bewohnte Stelle ist die Besatzung der ISS im Moment, in dem die Raumstation über diesen Punkt orbitiert. (Keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich möchte mir die Verrücktheit dieser Sache nicht durch die Realität ruinieren.)

[Nachtrag 10. Februar 2026: Es ist der ozeanische Point of Inaccessability, „it represents the solution to the longest swim problem.“ Jedes Land, jede Küste ist mehr als 2680 Kilometer entfernt.]

19.5.

Ein älterer Herr grüßt freundlich vom Rad, beim Heimfahren von der Donau sehe ich ihn auf einem Sperrholzhaufen sitzen, er muss dort die ganze Zeit eine Katze gestreichelt haben.

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Ein ereignisarmes Wochenende, vielleicht das letzte bis in den Juli hinein (und da müsste dann auch das Wetter schlecht sein. [Was es dann auch wahr, und wie. Feb. 2026] Ich habe so viel gelesen, dass es mir schon fast ein wenig zu blöd geworden ist. Endlich einmal wieder die Länge der Zeit gespürt – gerade deswegen ist sie mir auch zerronnen.

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Der Jasmin blüht! Ziemlich genau zwei Wochen später als 2024. 

 

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Meine publikumsträchtigsten Schreibakte sind je ein Insta-Kommentar bei Hossa („Mit Hass gekocht“), einer bei Böhmermann (vergessen, was) und einer bei Kaltenbrunner („Jetzt bitte die Boulderer verarschen!“). 

20.5. Schmiedalm, Stubwieswipfel, Hölltal: 

 

21.5. Türnitz

Die Größe Niederösterreichs erschließt sich, wenn man mit einem VOR-Bus bis an seine Endhaltestelle fährt. Viele Meter staubiger Schaufenster, etwa der 24h-DVD-Verleih in Wilhelmsburg. Sankt Fitness. Das Porzellanmuseum wird mit einer zerbrochenen Tasse beworben. „Heute kein Liftbetrieb“ in Lilienfeld. 

 

Überall blühen die Wiesen, es ist ein sehr schöner Tag hier im Bus. Immer wieder steigen Schüler ein und bald wieder aus. Die kleinen Buben reden Bubenscheiß: „Ich war in deiner Oma schon drin!“ Sie erschrecken, als ich Oma sie gehässig auslache. Der Omaficker steigt in Lehenrotte aus, neben dem Schild „Craniosacrale Impulsregulation“. Man soll sich Ortsnamenspott verkneifen – man findet das ulkig, lebt aber selbst neben Dickerldorf und Afiesl. 

 

Es ist fast eine Schande, den Tag in geschlossenen Räumen zu verbringen. Draußen flirren die Grillen, es rauscht die junge Traisen, fast ist man hier im alten Österreich in einem Talschluss.

Vor dem Termin war mir ein wenig mulmig, weil die Moderation gar so gut bezahlt war. Aber Schnecken, sie ist auch sehr liebvoll organisiert. Ab jetzt fangirle ich Türnitz - und Katharina Cibulka. Sie erzählt nachher beim viel zu guten Büffet, dass sie unter den allerletzten Menschen gewesen sei, die Bodo Hell gesehen haben. Carola Maier habe sie dazu gebracht, für ihren Film mit auf die Alm zu gehen. Cibulka gab nach, mit dem festen Vorsatz, sich von diesem ihr noch nicht bekannten Mann sicher nicht die Welt erklären zu lassen, und schon gar nicht die Berge. „Aber dann war der so ein Herzbär!“ Sofort haben sie gemeinsam Holz gemacht, sie selbst war ja auch einmal Halterin.

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In milder Euphorie zurück in den Norden. Ein Drittel der sehr langen Busfahrt führt durch das Gewerbegebiet von St. Pölten ("Spratzen"). Am Bahnhof steht Peter Filzmayer, bissl lost und grau, aber das kann auch daran liegen, dass man nicht gewohnt ist, ihn nicht sprechen zu sehen.

22.5.

Beim Bachmann-Wettlesen helfe ich natürlich heftig zu Max Höfler, aber auch ein wenig zu Verena Stauffer wegen der schönen Verwechslungsgeschichte vom 9. Mai.

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Wie soll ich arbeiten, wenn im Kirschbaum die Kohlmeisen budern? Die Amseln und der Gartenrotschwanz schimpfen, wenn wir am Vormittag ihr Revier betreten, man ist nicht mehr Herrin im eigenen Haus. Enteignet durch Vögel.

Als ich das wenige Tage später dem Haslinger klage, spricht er ganz illoyal: „Aber Dominika! Du musst halt dein Territorium schon früher besetzen, im März! Jetzt brauchst du dich nicht zu wundern!“ Solche "schönen" Freunde hat man.

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Beim Schulworkshop rede ich den sehr lieben jungen Damen ein, sich ruhig in Gewaltfantasien zu ergehen, da sie ja eine viel ungünstigere Zukunftsprognose haben als wir damals in den komischen 90ern. 

 

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Verwirrt schwimmt der Hund direkt über der neuen, offensichtlich nicht schwimmenden Hochleistungsfrisbee, die ich nach jedem dritten Wurf irgendwo in der ungezügelten Botanik suchen muss. Ächzend ziehe ich Schuhe und Hose aus und steige in die pitschkalte Donau. Gleich beim nächsten Wurf landet das Teil im unbarmherzig undurchdringlichen Brombeergestrüpp. Fini sieht mich erschüttert an, als ich die Suche aufgebe. Vielleicht kommt sie jetzt in die Pubertät (ja, auch dieses Leben muss sie leben!). 

Hier ist ein Picknick missglückt in den Donauauen:  

 

Zuhause heize ich mir allen Ernstes den Kachelofen ein und entnazifiziere die Erbbibliothek – alles, was Mitglied der Reichsschrifttumskammer war, fliegt raus.

23.5.

Ich leide an meiner Persiflage von „Wasted Love“. Wie muss es erst echten Musiker*innen gehen, die jahrelang denselben Song üben und singen müssen?! Mittlerweile fast ein kleiner Alptraum. Ist die starke Neigung zu Ohrwürmern neurologisch bedenklich? Denke ich zu wenig, dass mein Hirn so unterbeschäftigt ist wie ein gelangweilter Bordercollie? [Feb. 2026: Schon vom Bloßen Abtippen Ohrwurm!!!]

Sehr schön's war's wieder bei der Lesebühne, schon alleine, weil der Decker fotografiert hat. Da könnte man alles nachlesen.  

 

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Die Tipps machen in ihrer Ankündigung der Lesebühne aus unserer Kapelle die „Blutbuchengruppe“ (oder hab ich das selbst so geschrieben?). 

Für die volle Lesebühnen-Dröhnung hier noch meine elf schlechtesten Gartentipps

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Mit keiner anderen künstlerischen Leistung prahle ich so ungeniert wie mit der Verkupplung von W. & D. 

 

24.5. 

Eine Ausnahme von der Regel "Es sind nie dieselben, die bekommen und die geben". Nachdem ich dem Alex in die Pension hinein recht schön getan habe, steht dann das in den OÖN:  

 

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Zitronen“ von Valerie Fritsch: Es ist gut, dass es mir gefällt, denn ich muss es lesen. 

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Voixfest. Ein sehr alter Freund des Buttingers („da aanzige, der Heroin üwalebt hod“) erzählt, als ich ihm den Namen des Hundes nenne, von der strengen Fini im Café Urbann. Einmal habe er ein Kindereis bestellen wollen. „Bisd du a Kind?!“ „Owa a Advokatn-Eis derfn ja aa ned nua Advokatn bstöhn!“ „Wos du jetzt bstöhn kaunst, is a Lokalverbot.“

Nach dem ersten Rum sofort heim, ein Triumph der Vernunft. Das Nicaragua-Kommitee liegt eh schon wieder unter Bierbank. 

25.05.2025 – ein hervorragendes Datum!

Weitere Fortschritte beim Bibliotheksausmisten. Es ist aber immer noch viel Nazizeug drin gewesen! Mehr als ich auf einmal in den Ausmiste-Tombolaraum tragen kann. Ab und zu frage ich mich, ob man das nicht zu Geld machen könnte. Andererseits kostet ein Tombola-Los 3€, es wird wohl auf das Selbe hinauslaufen. [Nachtrag Februar 2026: Man kann das Zeug an Bookbot schicken, aber dort kauft's auch niemand, was ich gut finde.] Wie viele Privatbibliotheken haben sich hier eigentlich absedimentiert? Meine eigene, die Eltern, die vom Schneider-Opa und vom Halfinger-Franzi. Spenden der katholischen Frauenbewegung Gramastetten... Das einzige Buch aus dem Besitz Theresia Meindls ist „Das Schatzkästlein der Jungfräulichkeit“. Und ich übergebe dem Altpapier die Schrift „Nibelungenreisen über die Ochsenstraße 1942“!

26.5.

Nach WOCHEN erstmals wieder weißer Raum unter dem letzten Email.

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Im Mai ist der Bücherstapel für den Grundlsee schon einen halben Meter hoch. Schon jetzt tröste ich mich bei Schlechtwetter, „naja, der Juli kommt ja noch.“ [Weit gefehlt, Feb. 2026, siehe oben].

27.5.

Am Wochenende soll ich zum ersten Mal eine wirkliche Schreibwerkstatt leiten. In Wahrheit müssen mir die Leute sagen, wie sie das Schreiben schaffen.Mehr arbeiten als an diesen Tagen mag ich dann heuer nicht mehr, aber ich brauche auch einen neuen Zahn.

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Glückliches Herumräumen in Haus und Garten, würde man mich bloß dafür bezahlen! Immerhin bezahlt mich der Jasmin.

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Eine der ersten beobachteten Alzheimer-Patientinnen sei „seelig abgeleibt im Herrn“, berichtet die ZEIT.

29.5. Salzburg

Zwei ältere Damen im Zug, irgendwo bei Attnang-Puchheim: „Du bist a Gscheite!“ „Haha, danke!“ „Weil sunst warsd jo ned mei Freindin.“ „Haha.“ „Weil Dumme mog i ned.“

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Der Dom dröhnt abends so heftig, das würden die Anrainer in Linz sofort stillklagen. In diesem sanierten Barock hätte ich nichts werden können. Wenn es morgen regnet, gehen wir ins Haus der Natur. 

30.5. Salzburg

In der Nacht tiefe Verwirrung, wo ich denn gerade sei.

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Alle Salzburger*innen, mit denen man hier ins Gespräch kommt, sind eigentlich aus Oberösterreich und hassen Salzburg.

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In der Ankündigung in der Krone steht „Domenika Meindl und ihr Kabarett über Haushaltsgeräte! Einblicke in die kleine Welt heiterer Alltagsmelancholie“. Es sind aber alle sehr lieb, ich bin zwar nach dem vielen Reden am Tag müde, doch so geht’s. Der Kaiser R. ist gekommen, wir bekommen alle nasse Augen beim Reden über den Vater.

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Zur Erholung vom Tag und der barocken Pracht hole ich mir noch ein Dosenbier von der Tanke. Es ist sehr schön am Salzach-Strand. Der Turm des Fernheizkraftwerks ragt wie ein betonierter Stinkefinger ins Stadtbild.

 

31.5. Salzburg – Black Horse

Es erfüllt mich mit großem Respekt, wie gern alle schreiben. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir zu Mittag den Hut draufgeworfen. Sie wollen auch wirklich von mir kritisiert werden, was ich wiederum nicht will. Kurz überlege ich, ob ich Autorität einbüße, aber welche Autorität überhaupt?

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Buttinger holt mich am Bahnhof, füllt mich mit Kozel ab. Es wird jetzt Sommer und wir zählen die Tage. Hier übrigens das letzte Bild mit der Wirtskatze Pinsel.