Mittwoch, August 09, 2006

Die letzten Indianer des Zentralraums

WILHERING. Linzer MenschenrechtsaktivistInnen haben einen schlimmen Missstand entdeckt: Die autochthone Bevölkerung des Ortsteils Winkeln-Leidensweg muss unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Sie werden von neu zugezogenen Innviertlern verdrängt und in viel zu kleine Reservate gesteckt:


Da die Indianer des Leidensweges nicht mehr frei durch das Gestrüpp der Wälder strolchen können, neigen sie zu Dickleibigkeit und Alkoholproblemen.
Der Bürgermeister des Leidensweges, Dr. Goldbär, verteidigt sich: "Ja was glauben Sie denn, was passiert, wenn wir die frei herumrennen lassen. Letztes Jahr hatten wir sie die ganze Zeit am Balkon! In unserem Reservoir können sie die ganze Zeit trampolinspringen und ihre Tänze aufführen."



"Erst wenn das letzte Indianerkinderlachen erstorben ist, wenn die letzte arbeitsscheue Hobbyphilosophin weggezogen ist, wird der weiße Mann aus dem Bezirk Schärding erkennen, dass man es ohne Humor nicht lustig haben kann" - mehr will Häuptling Schmieriger Fink dazu nicht sagen. Dann dreht er sich um und macht einen traurigen kleinen Salto für seine letzten Krieger.

Kommentare:

Goldbaer hat gesagt…

Der Gemeinderat der autonomen Republik Leidensweg hat sich noch in der Nacht der Sache angenommen und folgende Schritte zur Bekämpfung der drei Hauptprobleme in den Reservaten (Traurigkeit, Dickleibigkeit, Alkohol) beschlossen:
1) Im Unterschied zu den Angestellten von Frank Stronach oder dem Personal der Reha-Klinik Wilhering darf die Urbevölkerung einen Betriebsrat gründen.
2) Das Völkerkundemuseum in Wien wurde in einer diplomatischen Note dazu aufgefordert, den Azteken-Kopfschmuck von Luca di Montezemolo an die Trampolin-Indianer vom Leidensweg zurückzugeben.

Minkasia hat gesagt…

Mir wär lieber, du begehst an den Betriebsratsindianern eine Motivkündigung und verhängst ein Trampolin-Betretungsverbot. Denn immer wieder kommt es vor, dass sich kleine Indianerkinder den Hals stauchen, weil sie ständig springen müssen. So kann man nicht arbeiten.

Außerdem: Brüste dich nicht mit der beherzten Initiative des Gemeinderates (bestehend aus Herrn und Frau Meindloma), du Ungutmensch! Klar und deutlich ist für Ortskundige dein Garten als Ort und Hort des Verbrechens erkennbar!

Francois Justitia hat gesagt…

der neu gegründete, hoffentlich lasterunabhängige betriebsrat und auch bürgermeister des leidensweges, will offensichtlich von den problemen ablenken. unabhängig von der traurigkeit, dickleibigkeit und den alkoholproblemen ist er offensichtlich sehr liberal eingestellt. wie auf dem bild ersichtlich, ist beim vermutlichen gemeindekotter die türe sperrangelweit offen. angemerkt: ja mann sagt, ich bin das kind meiner eltern. also, der nächste gratiserholungsausflug für die stiegl- oder wieselburgerfreunde wird vermutlich in der rehaklinik wilhering stattfinden.

Goldbaer hat gesagt…

Mein Garten ist kein Ort des Verbrechens. Vielmehr liegen der Entscheidung, ihn als Reservat für die indigene Urbevölkerung zur Verfügung zu stellen, gesamtgesellschaftlich relevante Menschenrechtsüberlegungen zu Grunde. Da sollten sich mal die restlichen Hausbesitzer im biedermeierlichen Zentralraum eine Scheibe abschneiden. Wenn Garten und Pool jeweils nur der eigenen kleinen Spießbürger-Familie zur Verfügung gestellt wird und niemand mehr Verantwortung für das große Ganze übernimmt, wird unsere Gesellschaft bald vollends entsolidarisiert sein und auseinander brechen.
Auch den ätzenden Kommentar von Kollegen Francois kann ich mir erklären. Er ist Ausdruck seiner hilflos-neidischen Irritation, wie man nur nach einem harmlosen Kindergeburtstag am nächsten Tag so verkatert ins Büro kommen kann. Noch nie was von einer After-Show-Party gehört?

Psychotante hat gesagt…

Bezüglich Garten und Pool auch der Gemeinschaft zur Verfügung stellen kann ich dem Goldbären schon alleine aus umwelttechnischen Aspekten heraus nur zustimmen: der Wunsch jedes BürgersIn nach einem eigenen Pool im Garten lässt den Wasserverbrauch- gerade im Sommer, wo doch eh meist Wasserknappheit herrscht!- um ein vielfaches steigen! Ich plädiere deswegen dafür, den eigenen Garten und den Pool der Familie Goldberger in eine gemeinnützige Fläche umzuwandeln, die der Öffentlichkeit jederzeit zugänglich ist! Da ich mich im September in der Nähe aufhalte, könnte ich dieses Vorhaben gleich in die Tat umsetzen, als Beispiel vorangehen und das öffentlich zu machende Trampolin auf seine Sicherheit hin prüfen.

Goldbaer hat gesagt…

Endlich, endlich, endlich! Es versteht mich jemand! Seit Jahren rufe ich dazu auf, keine spießigen Pools für den traurigen Eigenbedarf mehr zu bauen und stattdessen in ein gemeinnütziges Schöneringer Arbeiterstrandbad zu investieren - ein Hort des Entertainments, der Brauereikunst und des gepflegten Flirts. Doch das ist den Hofratswitwen und Biedermeiern viel zu egalitär. Da könnten ja dann alle hingehen und sie wären nicht mehr unter sich.

Psychotante hat gesagt…

jetzt hätte ich freudestrahlend eingestimmt in deine Solidarität, habe jedoch den Fehler begangen, zuerst deinen Kommentar des kürzlichst veröffentlichen Beitrags von Minki zu lesen- bin verständlicherweise enttäuscht ob deines schnellen Gesinnungswechsels und kann als einzige Reaktion eigentlich nur noch schmollend das Forum verlassen!

Minkasia hat gesagt…

Duff! Sehr gute Arbeit mit der moralischen Erpressung, Mutti!