Mittwoch, November 16, 2005

Flüsternde Brisen

Werte Leserschaft!

Weil kaum einer von euch so wie ich schon am frühen Morgen den ganzen Standard durchstudieren kann, möchte ich euch als kleine Serviceleistung einen kleinen Pressespiegel zusammenstellen.
Auf dem schlüpfrigen Parkett der Hochpolitik hat sich heute nicht viel getan, und da im Irak heute morgen die Wahrnehmungsschwelle von 20 Toten noch nicht erreicht worden ist, kann ich gleich übergehen zum Wesentlichen:
Iris Berben hat irgendeinen Preis bekommen und Prinz Hendrik (71 - wichtig! Nie das Alter auslassen!) aus Dänemark hat eine Lyriksammlung mit dem Titel "Flüsternde Brisen" unters Volk gebracht, in der er "seinen Hofdackel Evita und erotische Freuden mit einer Ungenannten" besingt.
Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Denn was muss sich jetzt seine Frau, Königin Margarathe (65 - übrigens: warum ist sie Königin und er trotz fortgeschrittenen Alters immer noch bloß Prinz?) denken? Man ist ja nicht irgendein Lasse aus Bullerbü, sondern immerhin höchste Repräsentantin im Staate Dänemark!
Und zweitens: Wie wird man Hofdackel? Und gibt's dafür eine Gewerkschaft? Gehen die in Pension?
Ach, Fragen über Fragen! Jetzt hab ich euch gar nicht gebrieft, sondern evtl. noch nachdenklicher gemacht! Aber das kommt davon, wenn man in der Früh nicht Zeitung liest und sich dann irgendwo huschpfusch informieren lassen will.

Kommentare:

Minkasia hat gesagt…

So wie man Kindern den Nachtisch vorenthält, bis sie ihren Teller leergegessen haben, lass ich euch jetzt die "Flüsternden Brisen" stehen, bis einer (darf auch eine sein) einen sinnvollen Kommentar hierherfeatured!
Yo, Word up!

Goldbaer hat gesagt…

Na da bin ich aber froh, dass ich in dem Sinn kein Beilagen-Esser bin.
Was mich aber irritiert: Wie sehr erniedrigst und entwürdigst du dich noch. Winselst am Boden liegend unter Vortäuschung von Schreibblockaden um Anteilnahme an deinem Kunstwollen.
Literaturnobelpreisträger sehen anders aus!
Sinnvoll oder nicht sinnvoll?

Goldbaer hat gesagt…

So wie man Kindern den Nachtisch vorenthält, bis sie ihren Teller leergegessen haben, schreib ich euch jetzt keinen neuen Kommentar mehr, bis mir ein sinnvolles neues posting hingefeatured wird. Denn seien wir uns ehrlich, der hauptsächliche Kunstgenuss liegt in den Kommentaren (100 Leser pro Tag), alles andere ist Beiwerk (3 Leser pro Tag).

Minkasia hat gesagt…

Du bist sehr leicht ausrechenbar, Freund Goldbär. Kaum werde ich ein wenig autoritär und drohe mit Schreibstreik, kommst du schon dahergehoserlt und lieferst übermotiviert gleich zwei Kommentare.
Dort kannst du dann an der Oberfläche so viel selbstbeweihräuchernden Blabla schreiben wie du willst, die Tiefenstruktur ist doch die: "Nein Weblogmutti, bittebitte noch eine Geschichte!"

c2dani hat gesagt…

Hier Leser Nr. 3 oder so.
Also ich find die Geschichte mit dem Dackel ja sehr schön. Was macht so einen Hofdackel aus, wie luxuriös wohnt und frisst der... Also daraus kann man wirklich eine schöne Geschichte machen!

Minkasia hat gesagt…

Soll ich also mal in die Haut des dänischen Hofdackels schlüpfen? Da sprudeln schon die Quellen meiner Inspiration! Mir schwebt da z.B. eine postmoderne Version von "Hamlet" vor, erzählt aus der Perspektive des Royal Dachshounds "Evita"...

architektenfreund hat gesagt…

Ich lese im Standard meistens nur die Kategorie Panorama und da eigentlich auschliesslich die Kolumne 'Leute':
Heute zum Beispiel wird berichtet, dass Naomi Campbell (der man ihre 35 Lenze am beistehenden Bild wirklich nicht ansieht) ein Jahr lang ein Gschpusi mit Robbie Williams gehabt hätte. Da frag ich mich, ob die Gesellschaftsjournalisten nicht ihre Sorgfaltspflicht einfach ignorieren, wenn sie solche Informationen erst mit einem Jahr Verspätung unter die Leute bringen. Schliesslich kommen die beiden ja mindestens 14-tägig in besagter Kolumne vor.

Also:
Haben die Herren und Damen von der Panorama-Redaktion, dass so lange nicht gewusst?
Wenn ja - Wofür brauchen wir die dann überhaupt noch?
Wenn nein - Haben sie diese Information vorsätzlich aus falsch verstandener Pietät zurückgehalten?

Was auch immer der Grund ist, am Ende steht durch diese 13 Quadratzentimeter Text eine ganze Berufsgruppe ziemlich blöd da.

Minkasia hat gesagt…

Werter Architektenfreund!

Ignorieren der Sorgfaltspflicht durch falsch verstandene Pietät bzw. Diskretion - das ist das Stichwort!

Ich für meinen Teil aber werde versuchen, die Zeichen der Zeit zu dekodieren und fürderhin auf diesem meinem Weblog den berechtigten Bedürfnissen meiner p.t. LeserInnenschaft Genüge tun.

Folgendes also bitte: Karl Moik und Lolita ziehen sich aus dem Showbusiness zurück und Josef H. und ich haben KEINE Atmosphäre miteinander!