Freitag, Januar 27, 2012

Dünne Nasen, dicke Füße: Postmoderne Styling-Obdachlosigkeit

Nachdem der Falter soeben das Hipster-Movement gekillt hat, fühle ich mich zu einem persönlich motivierten Nachruf gedrängt. Was war das für ein liebenswürdiger Trend: ein ironischer Schnurrbart, geschlechtstransparent-enges Beinkleid, Debord unterm Arm und Bio-Cranberries im Einkaufskorb von Fixie oder Steyr. Ja, ich hätte Teil dieser Jugendbewegung sein wollen! Ich habe sogar über Dekonstruktion diplomiert und deswegen jetzt einen Hype-konformen prekären Hobby-Job.
Aber es ist wiedereinmal der Leib, der alles versaut. Mein Nasenrücken ist zu dünn für die Glasziegelbrillen, dafür meine Walking-Devices zu dick für die Hoserl. Mein Bartwuchs kommt nicht und nicht in die Gänge. Und meine ironischen Tote-Bags ("Möstl-Bäck" und "Wels ist meine Heimat") brauche ich für's Brot.
Was soll jetzt aus mir werden? Zurück zum Grunge? Gleich fastforward zum Pensionistenflanelllook? Mal Tracht versuchen? Vorschläge bitte im Kommentarteil deponieren.

Und dann hierherschauen und in Liebe fallen: www.hipsterhitler.com

Kommentare:

Sekretär des Weltraumpapstes hat gesagt…

Wie wär's mit dem neuen Permanent-Pyjama Trend?

http://www.dailymail.co.uk/femail/article-2045231/Its-seasons-hottest-trend--did-pyjamas-public-acceptable.html

Dominika Meindl hat gesagt…

Grundsympathisch, das - leider verhindern meine Neurosen das öffentliche Tragen von Bettbekleidung: Davon träume ich zu oft.
Und was zieht man dann ins Bett an? Da fehlt ja der Kontrast zur schlechten Welt außerhalb der Horizontalen.

Sekretär des Weltraumpapstes hat gesagt…

Verständlich, die Sphäre unter der Bettdecke soll man psychohygenisch nicht belasten. Obwohl zu so einem Pyjama als nettes Accessoire ein Schlafzimmerblick gut passen würde.

Vielleicht wäre eine klassische Bandenmitgliedschaft und dazugehörige Kluft wie bei den Hell's Angels oder Bandidos was für dich?

Dominika Meindl hat gesagt…

An sich eine gute Idee, aber diesen Leder-Stonebleached-90ies-Look vertrage ich nicht auf der Haut. Und so Hip Hop Gangs gehen nicht, denn da muss ich reale Angst haben, die Hose zu verlieren und meine Alpträume wahr werden zu lassen.
Ach, am besten trage ich all mein altes Zeugs auf, das ist eh noch pfenninggut. Und mit großem Glück kommt's udaungs in Mode. Dazu dann den Schlafzimmerblick.