Freitag, Oktober 14, 2005

Nobelpreis? Pah!

Liebe Kinder!

Jetzt bin ich beim Nobelpreis schon wieder leer ausgegangen! Schön langsam platzt mir der Kragen! Wieder irgend so ein Medienliebkind, das es sich gerichtet hat! Ich sag euch jetzt was: Auf die Entscheidungen der Mitglieder der doofen Schwedischen Akademie, die nie über den eigenen Tellerrand hinausschauen und deswegen mein Kunstwollen nicht verstehen, geb ich ohnehin einen Pfifferling! Der Auswahlmodus stammt unverändert aus dem 17. Jahrhundert und im Kommittee sitzen sicher nur lauter alte Tattergreise, die den Anschluss an die komplexe Realität des beginnenden 21.Jahrhunderts verpasst haben.
So schaut's aus!
Ich bin ja im Grunde sehr froh über diesen Skandal, denn somit ist meine Kreativitäts-Obstipation überwunden und ich kann wieder alles mit meiner Meinung besudeln.




Manno!
Foto: MNK

Kommentare:

Goldbaer hat gesagt…

Was brauchst du den Nobelpreis, wenn du doch die Herzen eines kleinen feinen Leserzirkels haben kannst. Außerdem: Bedenke, wie gefährlich Nobelpreisträger leben. Auf der Wies’n in München etwa (kleiner Konnex zu Vronis Geschichte) wurde einmal ein solcher verdroschen. „So wia der ausgschaut hat“, meinte etwa Gerhart Polt, „macht der lang koan Nobelpreis nimma!“ Also sei nicht traurig, gönn' den Schweden ihre Akademie und dem Pinter den Preis und lass dich von uns feiern. Welcome back on stage!

Minkasia hat gesagt…

Ja, auch du welcome back auf der Kommentarstage - wo warst du denn schon wieder, alter Sonntagsfreund? Hast wieder anderen nobel den Vortritt bei der Manifestierung von Sozialkompetenz gelassen?

However. Gutes Stichwort: "Kleiner, feiner Lesezirkel"! Word up! Keiner hat so tolle Leser und Innen wie ich, wie mir die Presseanalyse dieses Quartals wieder bescheinigt.

Auch wenn ich bei "Lesezirkel" primär an die in rostrotes Papier eingeschlagenen Periodika denken muss, die unsere Großeltern- bzw. Friseursgeneration monatlich konsumierte (bitte da war nicht nur die "Bunte" dabei, sondern auch so Schmuddelkram wie "Quick"! Soweit ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit meines Leselebens).

Goldbaer hat gesagt…

An der Sozialkompetenz wär es nicht gescheitert! Die ist in Hülle und Fülle vorhanden, besonders im Teilbereich Liebeskummer. Nur, wie soll ich mit meiner Bauernmatura bitte wissen, was "cardiac problems" sind?

Irongirl hat gesagt…

Ha, genau, die "Quick"! Liebe Minkasia, frag doch mal deine eigene Mutter zu diesem Thema. Liegt doch plötzlich ein für sie völlig untypisches Buch herum - "Nick Knatterton"! Und zwar angeblich deshalb, weil´s eine Jugenderinnerung ist. "Ja, Mutter, MEINE" - "Nein, die haben wir damals schon immer im Quick gelesen". Und das sei eine seriöse Zeitschrift gewesen! Damals, zu Rodlstockzeiten ...

Coala hat gesagt…

Da muss ich doch als weiteres Familienmitglied auch eine kleine, fröhliche Kindheitserinnerung zu den rosa eingeschlagenen Heftln kundtun: unsere Großeltern bekamen im Rahmen dieses Lesezirkels auch die Praline (die wir dann heimlich mit unseren Cousinen und Cousins in gleichem Maße fasziniert wie verwirrt durchblätterten)- und mutig - wie der unschuldige Kindermund nun zuweilen ist - fragten wir unsere Oma, warum sie denn so eine komische Zeitung hätten. Sie meinte daraufhin, dass sei ein unglücklicher Zufall, früher sei das nämlich einmal eine sehr schöne Reisezeitschrift gewesen....

Minkasia hat gesagt…

Lustiges Themenpotpourri, das sich hier an meinem Nobelfrust entspinnt! Von der Erfahrung existenzieller Zurückweisung zur Geschichte von Schmuddelpostillen und Bauernmaturakomplexen!

Ad "Quick" und "Praline": Ich will mich gar nicht fragen, welche Auswirkungen die Lektüre dieser Lesezirkelfeatures auf das Sexualleben der beteiligten Kinder hatte! Frau Coala, bitte helfen sie gegebenenfalls spontan und unbürokratisch mit psychologischen Gefühlshaushaltstipps!

Ad Bauernmatura - folgender Deal, Goldbär: Wenn du deine Sozialkompentenz noch nachträglich in schöne Worte gießt, helfe ich dir bei deinen ausbildungsbedingten Selbstwertproblemen (bzw. könnte auch hier Frau Coala als Selbstwertforschungskonifere helfend eingreifen).

Mit freundlichen Grüßen,
eure Weblogmutti