Donnerstag, Juni 23, 2005

Mitteilungspotpourri

Nachtrag:



Tagebucheintragungen: Coala, 1988

So! Nachdem meine ohnehin so spärlich vorhandene Freizeit in den vergangenen Tagen von solch schillernden Tätigkeiten wie Klettern, Motorradfahren, Elfmeterschießen oder Haushaltsmanagement absorbiert worden ist, kann ich mich heute wieder der populärwissenschaftlichen Alltagsbetrachtung widmen.
Beginnen möchte ich das Mitteilungskonglomerat mit einer Meldung aus der ZiB 1 vom Dienstag. Ebendort sprach der fesche Tarek Leitner: "Gestern wäre ein alter Schwede beinahe mit dem Hubschrauber abgestürzt." Ich dachte: "Alter Schweeeeeede!", und musste still in mich hineinschmunzeln.
Nächste Mitteilung: Meine Mutter hat mir erzählt, dass Coala ("Ehret die Alten, bevor sie erkalten") einst zu ihr sprach: "Kümmast du di eh amoi um mi, waun i oid wer?" Niedlich, oder? Heute spricht sie davon, meine rüstigen Eltern ins Reha-Zentrum Wilhering zu stecken, damit sie ihre Designneurose im Elternhaus ausleben kann. So ändern sich die Zeiten im neuen Jahrtausend. Elternliebe - eine leere Schablone in der komplexen Wirklichkeit des beginnenden 21. Jahrhunderts? Denken Sie da mal drüber nach.
Dann: Nach der Ära "Papst Johannes Paul II." endet eine weitere lebensprägende Institution - der Musikantenstadl wird eingestellt! Karl Moik, der Grand Filou der Generation 55+, wird quasi ins Reha-Zentrum Küniglberg abgeschoben. Oder wie ein Hund am Rastplatz der Autobahn des Lebens zurückgelassen. Ihn ereilt das gleiche Schicksal wie Edith Klinger! Die sitzt schon länger auf diesem Rastplatz. Und das nur, weil die beiden den Sommer des Lebens hinter sich haben - dabei haben sie noch viele gute Jahre vor sich, wie Frau Klinger stets betont hatte, wenn sie wieder einmal eine 14jährige Katze am Start hatte.
Schließlich muss ich noch von einer wissenschaftlichen Irrung aus Linz berichten: Ich hatte gestern u.a. zwei Studentinnen aus Linz im Haus. Beide sind in einen Kampf mit der Geißel Gottes verwickelt: der Statistik. Da muss jeder durch, Glockenkurven und Stabdiagramme sind aus dem täglichen Leben leider nicht wegzudenken - diese Publikation z.B. wäre ohne fundierte statistische Kenntnisse undenkbar. Ich wollte den beiden also helfen. Dabei musste ich entdecken, dass die Linzer den armen Studentinnen einen Haufen Schmäh erzählen: Statt dem absoluten Mittelwert des Universums nachzujagen (s. bitte hierzu das Lehrvideo "Wir basteln einen Mittelwert" von den Geschwestern Meindl), bringt man ihnen nichts anderes bei als den in Fachkreisen so genannten "ILOVE"-Algorithmus, mit dem man die Schmuswahrscheinlichkeit zweier Individuen berechnen kann. Ich meine dazu: Schön und gut, das muss man schon können. Aber: Das kann doch nicht alles sein! Was ist mit den bahnbrechenden Kabbala-Algorithmen, wo Buchstabenwerte berechnet werden? Der "ILOVE"-Algorithmus ist höchst fehleranfällig, was ich auch prompt beweisen konnte: Nach dieser Methode läge die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit dem gestern wiedereinmal "zufällig" anwesenden Dr. G. schmuse, bei 99,6%, hingegen die mit Josef Hader nur bei mageren 64% - ich glaube, das sagt alles.
Abschließend noch zwei etwas gelungenere Lesungsbilder:


Die zwei Grazien vom Fanclub. "I love Minki"-T-Shirts können hier bestellt werden. Foto: Coala


Beim Plädoyer für den Studentenfaulsack. Foto: Coala

Wenn man die Überschrift anklickt, kommt man zur Homepage meiner Presseagentur, auf der man die Lesungsrezension meiner Key Visual Directrice Coala studieren kann.

Ahja: Ich habe damit begonnen, das Anwerbekonzept von Magna zu übernehmen. Ich werde demnächst meine neue Marketing-Crew vorstellen. Es befinden sich darunter Größen aus Politik, Film, Fernsehen und Bildung&Forschung.

Kommentare:

c2dani hat gesagt…

Ich kann von einem schönen Versprecher aus dem Weinviertel berichten.
Auch wenn man den Zwischentext beim alljährlichen Blasmusikkonzert vom Zettel abliest und damit die Besucher langweilt, ist man nicht gefeilt vor Halle an der Salle. Sehr schön und reimt sich auch noch! Sollte man eigentlich sofort umbenennen.

Minkasia hat gesagt…

Siegst? Vorlesen ist kein Kindergeburtstag!
Ich ziehe weiters den Schluss, dass zwischen Blasmusikdarbietungen mit statistisch signifikanter Wahrscheinlichkeit vom Zettel lieblos abgelesen wird. Ich werd mich der Blasmusikzwischenlösung einmal annehmen müssen.