Montag, Februar 06, 2006

Deus est Caritas!

Geliebte Kinder in Christo!

Anlässlich der ersten Enzyklika des Gegenpapstes erschien es mir notwendig, deren gefahrvolle Implikationen anhand einer katechetischen Handreichung abzumildern. Das Schriftstück findet ihr unter "Wir sind Sockenpapst!" - ich bitte euch gleichsam wiederum, dasselbe gewissenhaft zu studieren. Grundsätzlich geht's darum: Weniger Eros, mehr Agape.
Des weiteren ganz wichtig: Das Slippery-Slope-Argument. Papstgerecht bajuwarifiziert kann man sagen, dass Necking ein Vorort von Petting ist, von dem aus die Autobahn nach Sexling führt und von dort direkt nach Ehschonwissen (denkt an den entsprechenden AC/DC-Song).

Kommentare:

Goldbaer hat gesagt…

Eure Sittsamkeit Schwester Minkasia!
Wir sollten uns wappnen. Die Vorhut der liberalen Unkeuschheit wird versuchen, mit juristischen Tricks unsere Wegweisungen auszuhebeln.
Wie zum Beispiel argumentieren wir, wenn die mit der „Radebruchschen Formel“ daherkommen, wonach das gesetzte (also positive) Recht zur Gerechtigkeit in einem so haarsträubenden Widerspruch stehen kann, dass das Gesetz als unrichtiges Recht der Gerechtigkeit weichen muss.
Oder was zum Beispiel sagen wir, wenn die mit der Frage daherkommen, wie ein Vergehen gegen die Keuschheit zu ahnden sei, wenn der Delinquent die Regeln von Mutter Kirche nicht gekannt hat und in gutem Glauben gehandelt hat. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ wird nicht halten. Die werden die bona fide-Klausel und putative Schamlosigkeit herbeizitieren.
Und Hand auf‘s Herz: Denk doch dran, wie wir gelebt haben, als wir diese moralischen Handreichungen noch nicht kannten. In diesem Zusammenhang: Für die rasche Heiligsprechung Johannes Pauls benötigt der Vatikan ja noch ein Wunder. Könntest du nicht deine Heilung von der Unkeuschheit nach Anrufung Karols einreichen?

Minkasia hat gesagt…

Bruder Josef!

Hab Dank für Deine Sittlichkeitsexerzitien.

Zu Punkt 1 sage ich: Ius divinus - fiat ius et pereat mundus! Auf das hier aufschreiende und Kleist herbeirufende liberale Gesocks können wir getrost verzichten - verflucht seien die Lauen!

Punkt 2, also die Sündhaftigkeit aus Unwissen, ist da evtl. etwas schwerer anzumahnen. Ich erkenne hier auch die Gewissensnot in dir! Denn nach eingehender Lektüre des Katechismus konntest du nicht mehr länger leugnen, selbst schwer wider das Gebot der Keuschheit gesündigt zu haben. All die Verbalerotik eindeutig als luxuria inconsummata identifiziert!
Ich kann dich von dieser Sündhaftigkeit nicht ohne eingehende Beichte (vielleicht nicht im Weblogbeichtstuhl) lossprechen.

Noch eine kleine Frage: Wieso soll ich von den Plagen der Unkeuschheit befreit sein? Ich meine, schön wär's - aber ich fühle mich gelegentlich der luxuria momentan gleichsam wie der Hl. Antonius. Spring du da lieber als Heilgeschichtler ein!

Goldbaer hat gesagt…

Meinst du Antonius den Großen, den Sau-Toni, wie er aufgrund des Attribut-gewordenen Hausschweines bei uns Landpfarrern heißt. Das Schwein als Heiligenattribut - möglicherweise ein Hinweis auf sein nicht überliefertes Krisenmanagement gelegentlich der Erscheinung des Teufels in Gestalt einer verführerisch schönen Frau.

Oder meinst du Antonius von Padua, der sich mit seinen Bußpredigten (das weblog des Mittelalters) wenig Freunde machte, den Franziskus zum Lektor für die Minderen Brüder ernannte und über den Wilhelm Busch schrieb: „Der heilige Antonius von Padua/Saß oftmals ganz alleinig da/Und las bei seinem Heiligenschein/Meistens bis tief in die Nacht hinein.“

Ich kann mich nicht entscheiden. Parallelen erkenne ich zu beiden.

Minkasia hat gesagt…

Jö schau, wie firm du bei den Heiligenvitae bist!

Ich dachte zunächst thematisch enggeführt an den unkeusch herausgeforderten Sau-Toni - die Verführung erscheint gleichsam in Gestalt eines Schweinebauernbuben - muss aber zugeben, dass der Lektor- und Prediger-Toni auch zu den schönsten Gedankenblüten gereicht.

Minkasia hat gesagt…

Hab Dank, Bruder Josef - dank deiner intensiven Gebete bin ich spontan und unbürokratisch von den Lockungen der Wollust befreit!