Donnerstag, April 07, 2005

Schmerz durch Kunst, Kunst durch Schmerz!

Liebes Tagebuch!

Welch schweres Kreuz wir Künstler doch zu tragen haben! Habe gestern meinen Eltern Folgendes eröffnet: "Ich bin jetzt SCHRIFTSTELLERIN! Akzeptiert gefälligst eure Mäzenatenrolle mit mehr Würde!" Prompt bekam meine Mutter wieder diesen kabarettplaninduzierten Pseudoparkinson an der linken Hand, der sich verstärkte, als ich ihr von den geplanten Plakaten erzählte : "Von jeder blöden Wand in Wilhering werd ich mit meinen kurzsichtigen Äuglein auf euch herunterblicken!" Wohl wissend um das Movens meines Kunstwollens ("Kunst muss weh tun!") erbleichte sie. Mein Vater hatte schon beim Stichwort "Mäzenatenrolle" fluchtartig den Schauplatz verlassen.
Habe ich ihnen zuviel zugemutet? Wohl schon. Mein Vater kennt als der letzte Köhler Österreichs kaum Anderes als seine einsame Arbeit im Wald, Mutter ist Streichholzstopferin. Ja, fürwahr, es ist mir nicht an der Wiege von meinen großen Erfolgen als Literatin gesungen worden! Schon gar nicht von meinen 13 älteren Geschwistern!
Wenigstens hab ich dich, treuer, verständnisvoller Leser! Und auch dir, geneigte Leserin, sei Dank ausgesprochen, zumal du weißt, dass Kunst keinen Kompromiss verstattet!


Das Kunstkombinat Müllendorf - die Wiege meiner Karriere. Foto: Dave

Kommentare:

jules hat gesagt…

falls alles Stricke reissen und die heimatlichen Sponsoren abspringen - Mintschi wir haben immer ein Plätzchen für dich frei im Kunstkombinat Müllendorf - unter dem Motto: freier Geist und freier Körper, verändern wir die Welt - es leben die Pantoffeltierchen!

Minkasia hat gesagt…

Hab Dank für das Angebot! Da aber erst aus dem Kampf gegen den gemeinen, niederen Geist wahre Größe wachsen kann, bleibe ich weiter unbeirrt auf meinem Weg, und sei er noch so dornig! In Müllendorf liegt uns die Szene ja schon zu Füßen!

Psychotante hat gesagt…

zur not stelle ich dich auch als aupair an, zwar ohne fremdsprachenkenntnisse, dafür in der Kabarretsprache, jedoch mit der Auflage, alle Unflätigkeiten vorher aus dem Jargon zu entfernen (da bin ich ganz strikt und konservativ der Meinung, daß man das einem Kind nicht zumuten darf), wobei zu hoffen ist, daß eine Kommunikation danach noch möglich ist!

Minkasia hat gesagt…

Herst Mutti! Ich bin KÜNSTLERIN! Was soll ich mit inkontinenten Analphabeten?! Nix gegen deine Leibesfrucht, aber ich bin für Höheres bestimmt!