Dienstag, März 10, 2026

Auf ins Goldene OMAtriarchat

Man wächst ja mit seinen Aufgaben, darum werden wichtige Leistungsträger*innen auch blad mit dem Alter. Aber die Ämter müssen auch mit ihren Trägerinnen mitwachsen! In diesem Sinne möchte ich hiermit das Goldene Omatriarchat ausrufen, mit mir, der Präsidentin der Ominikanischen Republik. 

 

Was sind Gründe und Vorteile der Großmuttherrschaft?

Ein Trend geht durch das Internet (das sich mehr und mehr durchzusetzen scheint): #grannystyle. Stricken und Sticken, beige Sachen tragen, Kleiderschürzen bei MiuMiu, Weltkriegsgefahr und die Rückkehr leicht ausrottbarer Krankheiten wie Masern. So weit, so bekloppt. Und doch! Wir alle bräuchten grad eine total unterstützende Omi, die keine Ahnung hat, was man da beruflich macht, „aber du machst das schon, mei liabs Mesch, groß bisd woan, guad mochsd du des, tüchtig!“, und die einem Kuchen mit 18 Eigelb bäckt und kleine Geldscheine zusteckt.

Im mittleren Alter aber sind Omis rarer als seltene Erden. Alles muss man sich im Sinne von Selfcare selbst machen! Wie wir lernen, uns selbst die eigene Großmutter zu sein: 

  • Sich die Tränen im linken Auge mit der rechten Hand zärtlich abwischen

  • Hans-Moser-Filme anschauen, Peter-Alexander-Shows und Harald Juhnke. Sisi-Motto-Partys (eine Freundin von mir ist als Spanisches Hofzeremoniell gegangen)

  • Nachts zappen bis in die Puppen, denn Zappen ist das TikTok unserer Generation (und man wird nicht islamistisch radikalisiert, nur bissl blöd)

  • Trotzdem um 22 Uhr ins Bett gehen, ohne Genierer

  • Gabelbissen essen, Zwieback in Weißwein tränken, Graupen und Erbstwurst

  • Sich die Haare eindrehen lassen bei einer Friseurin, die man Paula nennt

  • Bei zu viel Stress mit der Pinzette Barthaare ausrupfen (das Ritzen des Alters)

  • Wenn man es nicht so gut erwischt hat wie ich: den Mann überleben (aktiv oder passiv) und nach seinem Begräbnis bei jedem Seniorenausflug Henne im Korb sein

  • Sachen sagen wie „Mia ham jo nix ghobt hintam Kriag!“ Immerhin stammt man ja wirklich aus dem vorhergehenden Jahrtausend. Wenn man in mein Geburtsjahr einen Zirkel steckt und drumherum einen Kreis von 33 Jahren zieht, umfasst er das Ende des Zweiten Weltkriegs einerseits und andererseits: Sieg der Vierschanzentournee von Christian Morgenstern und der Tod Amy Winehouse. Oder Kate & Prinz William-Hochzeit, wer sich leichter so was vorstellen kann. Harry Potter & die Heiligtümer des Todes – I sing a Liad füa di

  • Überhaupt, der Muttermund: Ab einem bestimmten Alter öffnet man den Mund und es purzeln die Sätze der Mutter zwischen den Zähnen heraus. Dagegen ist nichts zu machen, man kann ein komplett anderes Leben führen, trotzdem sagt man: „Stundenlang bin ich in der Küche gestanden, und du frisst ois in dein bledn Schädl eini. Ma siacht am Noan gleich!“ Man sagt's vielleicht nur zu sich selbst, was ziemlich bescheuert ist. Oder zum Hund, dem man selbst den Stecken drölfzig mal in die kalte Donau geschmissen hat: „So, jetzt kummst außa, du hosd jo scho gaunz blaue Lippen!“


Was bringt das Omatriarchat konkret?

  • Männer der Jahrgänge 2013 und Älter müssen sich weltweit per sofort für ihre Regierungsagenden neu bewerben. Bei mir, der persongewordenen internationalen Personalobjektivierungsstelle, weil ich mich schon am besten in die Materie eingearbeitet habe. Die dadurch frei werdenden Ämter werden fair unter den bestqualifizierten Bewerberinnen verteilt.

  • Da mit einer rein weiblichen Weltregierung selbstverständlich jedwede Kriegshandlung zum Erliegen kommt (was so eine Bombe Mist macht! Was ein Flugzeugträger kostet, bittigoaschee!), ist endlich die Zeit gekommen, sich um die echten Probleme kümmern: Artensterben, Bodenversiegelung, Einführung eines Existenszmaximums von 1 Million €, darüber wird alles enteignet und in Sozial-, Bildungs- und Literaturförderung eingespeist.

  • Männer dürfen mit Stichtag 31. März nur noch Autos lenken, die bei 99 km/h abriegeln und automatisch Sicherheitsabstände einhalten. (Braucht man nur bei Audi, BMW, Mercedes machen, was anderes mögen die Herren ja nicht fahren).

  • Männern ist ein sehr, sehr glückliches und erfüllendes Privatleben zu ermöglichen, denn sie sind Stolz und Schönheit unserer Spezies! Viele gute Worte, Streicheln, frisches Wasser, vollwertiges Futter, ausgedehnte Spaziergänge und bis zu 20 Stunden Schlaf. Einmal in der Woche bürsten.

  • Das Pronomen jedes Wesens, das als FLINTA-Person gelesen werden möchte, ist „omi“.

  • Es ist zwecks spiritueller Unterhaltung ein ganz Neues Testament zu schreiben, in denen die vier Apostolinnen Blanche, Rose, Dorothy und Sophia die lustigsten Schnurren über die neue Welt erzählen.

  • Es ist eine neue Hymne zu verfassen, sie geht ungefähr so:

Is this my whole life? Was this just fantasy?

Caught in a LinzLand, no escape from reality

Open your eyes, put on the Lesebrill and see

I am a woman, I need your sympathy

Because my knees are bad, knorpel gone 

Little high, little beer

Anything the Mink says it does really matter to me, to all


Oma, just ate your cake

Put Schlagobers on the Plate, pulled my fork in, guad hods ma gschmeckt

Oma! Life has just begun!

Bad guys are gone and war is thrown away

Oma! Oh! All the mean guys you made cry

the won't be back again this time tomorrow 

Carry on, carry on cause Granny really matters